Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 19 (11.5.1864)
- Date
- 1864-05-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543121-2543141--3662-2547560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
391 die erste Sabbathschnle veröffentlicht. An der Schule wirken, außer Herrn Dr. Goldenblum, dem Gründer und Leiter derselben, die Herren MoseS Gezeltern und David Teplitzki. Im abgelaufenen Jahre wurden 99 Schüler ausgenommen. Sei« dem Bestände der Schule erhielten 598 Schüler an derselben im Hebräischen, Russischen und Deutschen Unterricht. Bücher und Schreibmaterialien erhalten die Schüler gratis. Inland. L. Wien, 5. Mai. Die Prediger- und Religionslehrerstelle zu Mariahilf nnd FünfhauS ist wieder zu besetzen, da Herr Dr. Zoseffi zurückgetreten ist. Der Lehrer Löwy, früher Oberlehrer in Lundenbu'rg konkurrirte auf diese Stelle, drang aber nicht durch, wiewol dessen Wahl von einem hiesigen Journale sehr nachdrücklich befürwortet wurde. Dagegen hat Dr. Brüll, Prediger der Chorjynagoge in Preßburg, alle Chancen'für sich, da seine an dem ersten Peßachtage gehaltene Predigt ungetheilten Beifall erhielt.. Am 7. Peßachtage predigte Dr. Mühsam auf derselben Kanzel; er behauptete aber nur mühsam das Feld. Am letzte« Peßachtage hielt der von Ihrem Prager Korrespondenten oft genannte Dr. Chronik eine lange Predigt, welche von manchen Zuhörern für langweilig gehalten wurde. Meine. frühere Nachricht von der beabsichtigtigten Berufung Guggenheimers halte ich ihrem ganzen Umfange nach auch jetzt aufrecht. Das Demenliren kostet am Ende nicht viel und ist eine sehr leichte Sache. Ob das mir gegebene Dementi stichhaltig war, wird die Zukunft lehren. Pest, 5. Mai. H err Dr. A. W. Meise! wird hiermit im Namen der leidenden Menschheit aufgefordert, sein am 16. April (מ1(שבח הגדול der, großen Synagoge allhier in fei erlicher Stunde, an heiliger Stätte vor einer großen Versammlung get Hanes Gelübde, ״dreimal achtzehn Gulden in welche immer zu zahlen^ zu-erfüllen. Das unterrichtete Publikum wolle gefälligst im Buche יד deck Josef Zarfati, 6d. Amsterdam 1690. Folio 29, Seite 2 u. s. w. Nachlesen. HerrDr. undOberrabbiuer W. A- Meisel ist eS seiner Ehre und der.Ehre seiner Gemeinde schuldig, durch eine öffentliche Anzeige bekannt zu geben, welches wohlthätige Institut in unserer Gemeinde er mit dieser, Summe bedacht hat. Ein Freund der Menschheit aber, aber kein . geschäftiger Späher. T. K. Pest, 8. Mai. Wenn doch alle Rabbinatssitze mit tüchtigen Pilpulisten von dem Kaliber unseres Oberrabbiners versehen und nota bene, wenn alle auch so großmüthig wären! Wahrlich, die Nothleidenden in den Niederungen unseres theueren Vaterlandes wäre bald geholfen; denn wenn Jeder von ihnen dreimal achtzehn Gulden , einem wohlthätigen Zwecke widmet — man brächte ein artiges Sümmchen auf den Altar der leidenden Menschheit. Es kann auch - nur ,dies edle Gefühl fein, welches Herrn Meise! solch eine philantropifche Idee einflößte: denn sein CharifuS hat sich wirklich ״auch diesmal? als nnverschämteö Plagiat in optima forma bewährt. Jetzt aber entsteht.die juridische Frage: Welchem^Jnstilute die 64 fl. zufließen sollen? Doch, das hängt ja, von der Hochherzigkeit des Spenders ab — jedenfalls rathen wir Sr. Ehrwürden das Diktum des weisen Königs טוב לא חרר משחרור ולא חשלם zu beherzigen und seiner Verpflichtung in Bälde nachzukommen. D. Dfen, 6. Mai. Advergus periculum Daturalis ratio permittit se defendere. Gajus 1. 4. ad. I. Aquil. Herrn Oberrabbiner Steinhardt beliebt es in einer der jüngsten Nummern d. Bl. sämmtliche im ״Ben Chananja" erschienenen Mittheilungen über die 392 hier in Angelegenheit des Rabbiner-Seminars abgehaltenen Konferenzen als ״ganz unwahr" nnd ״unrichtig" zu bezeichne». , Nachdem aber der, im Aufträge der hohen kön. ung. Statthalterei ausgearbeitete Organisations-Entwurf und Lehrplan für das zu errichtende. Seminar im Drucke erschienen ist, dürfte es nicht schwer sein» zu entscheiden, ob dem geschätzten ״Ben Chananja" wahrheitsgetreu berichtet wurde, oder ob sämmtliche auf^daS Elaborat bezüglichen Mittheilungen als ״falsche Angaben" zu betrachten sind. Man muß sich über die naive Anschauungsweise wundern, wenn Herr St. in einer Zeit, in welcher der Oeffenllichkeit von allen tagenden Versammlungen Rechnung getragen wird., sich in dem beneidenswerthen ״alleinigen Besitze" des Elaborates glaubte — heutzutage gibt eS keine ausgewählte Epopten. . .; Wir überlassen cs getrost der unbefangenen Einsicht des verehrlichen Publikums zu urtheilen, ob man Berichte, für deren Authentie ,gerade die im Drucke veröffentlichte Mittheilung deutlich spricht, mit dem Epitheton ״Mystifikation" bezeichnen darf; — sollte aber Herr Oberrabbiner Steinhardt wirklich ״allein eine vollständige Abschrift" des fraglichen AkrenstückeS besitzen,, so wäre es allerdings sehr wünschenswerth, wenn er diese baldmöglichst der Oeffentlichkeit übergeben würde, damit man doch sehe, wer im Besitze des ״echten Ringes״ ist.; B. Preßburg, Anfangs - Mai. Die hiesige Reformgemeinde hat ihren Rechenschaftsbericht veröffentlicht.; derselbe ist. lichtvoll, wie das ganze Wirken und Streben dieser Gemeinde. Tausend Gulden wurden zu wohlthätigen Zwecken verwendet. Der Bericht der orthodoxen Gemeinde, der bei Gelegenheit der Vorsteherwahl vorgelegt würde, beginnt mit der Rubrik.: אסור לרבר! Eine klassische Bezeichnung für geheime Fonds, welche vielleicht mancher Minister von unfern Vorstehern entlehnen wird. In die Rubrik soll, wie ich belehrt wurde, auch der Sold gehören, die dem orthodoxen Vorstande über die Predigten Dr. Brüll'S Belicht zu erstatten, haben. Diese Berichterstatter erhalten vom Herrn Oberrabbiner eine Dispens, indem sie sonst in Folge des von letzterem ausgesprochenen Interdikts die Predigt im Chortempel nicht Hören dürsten. Die Devise unseres Vorstandes ist also: אסלר לדבר־! Die Devise des Rabbiners: אסור לשמוע! Nichtsdestoweniger fährt Dr. Brüll fort, durch seine Vorträge wohlthätig und versöhnlich zu wirken. Bei einer in letzter Zeit stattgehabten Trauung zeigte es sich deutlich, wie viel die Juden durch den Tempel in der öffentlichen Meinung ge- Winnen. Zum Schluffe noch ein Kuriosum: Die Razendorfe'r Mazzot׳ wurden hier, die hiesigen in Razendorf verboten! Die Orthodoxen wollen einander nicht mehr trauen.' P. Temesvar. In der ״Temesvarer Zeitung" vom 30. April spricht die hiesige Schulendirektion dem Kultusvorsteher Herrn S. Scharmann ihren Dank für die von ' demselben an mehrere Schüler beider hier bestehenden jüdischen Volksschulen ausgeübten Wohlthätigkeitsakte aus; eS wird darin hervorgehoben , daß der benannte, Herr zehn , arme Schüler durch mehrere Monate täglich mit einer warmen wohlschmeckenden Mittagskost versorgte, zum Peßachfeste zehn Schüler mit vollständig neuen. Anzügen bekleidete und beinahe sämmtliche mittellose Schüler mit den nöthigen Lehrbüchern und Schrcibrequisiten ,versah. Von dem wohlthätigen Wirken und der -besonder» Schulfreündtichkeit des Herrn Scharmann war übrigens auch schon in diesen geschätzten. Blättern zu .wiederholten Malen die Rede und wurden dieselben im vorigen Jahre auch von dem h. kön. ung. Staithaltereirathe durch ein BelobuugSdekret in ausgezeichneter Weise gewürdigt. Daß ein von solchen Gesinnungen und von einem solchen Geiste beseelter Mann, an der Spitze der Gemeinde stehend, den Institutionen derselben sein vorzügliches Augenmerk zuwendet und aus allen Kräften bemüht ist, sie zu heben und emporzubringen, wird jeder Unbefangene leicht einsehen. Wir können es daher mit aller Beruhigung hinnehmen, wenn der Korrespondent eines ge-