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Ben Chananja · 1864-04-27 · 17 (27.4.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
17 (27.4.1864)
Date
1864-04-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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359 360 dieses ״merkwürdigen" Entwurfes zu Tage fördert. Sie gestatten mir wol im Interesse der objektiven Wahrheit eine Berichtigung. Es ist. glimpflich gesprochen, tinwahr, wen» behauptet wird, daß matt bei AliSarbeititiig des für daS Nabbiiier-Seminar entworfenen Lehrplanes bestrebt war, die Orthodoxie im nördlichen Ungarn zu bernhigcn, und zwar nm den Preis, um die Bildung wissenschaftlich unterrichtcter jüdischer Theologen in. unserm lhenern Vaterlande zu verhinder». Deshalb, argnmentirt jener Korrespondent weiter, habe man in dem bezüglichen Elaborate ״weder Homiletik noch Katechetik" unter die praktisch-theologischen Disziplinen anfgenommen. Wir haben zwar nicht die Ehre, jenen jüdischen Arzt z» kennen, der in Ofen gefragt wurde, woher eö komme, das solche Fächer, die heutzutage ebenso wohl dem jüdischen, wie dem christlichen Theologen unentbehrlich sein müsse», ans dem Lehrplan wegbliebcn; indes kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß diese Fächer in vollem Maße berücksichtigt und gewürdigt wurden. Ich erlaube mir zuvörderst darauf hinznweisen, daß im Verlaufe der gepflogenen Bcralhungcn hierüber nicht dcbattirt wurde, und zwar aus dem einfache» Grunde, weil Homiletik und Katechetik sich ״schwarz auf weiß" unter den Lchrgegenständen befinden und Sie erhalten nachfolgend die hierauf bezügliche» Daten von einer Seite , der wirklich ein Einblick in das Operat gestattet war. B. Obere Ablhciluug. In der ober» Abtheilung werden folgende Gegenstände gelehrt: 1. Bibclcregese 1c. rc>, dann 10. Pädagogik und Katechetik 11. Homiletik. §. Allgemeine Theorie der Pädagogik, praktische Regeln. Umfang und Behandlung des Religionsunterrichtes in der jüdischen Volksschule. — Katcchisationsbeispiele und Aufgaben zur katcchciischen Entwicklung einzelner Sähe der NeligionS- und Sittenlehre. Homiletik. §. Allgemeine Grundsätze und Theorie. — Geschichte der jüdischen Kanzelrcde. — Aeliere Literatur. — Wesen und nolhwendige Eigenschaften der jüdischen Predigt. — Die Benützung der midraschischen Ngada in der Predigt. — Praktische Anleitung und UebungSaukgabcn zum Anösühren von Predigtskizzcn, zum Auffiuden passender Terte zu gegebenen Thematen und zur selbstständigen Meditation und Disposition. ■§. Außerdem sollen! die reiferen Kandidaten im Vortrage an Sabbathen und Festen in geeigneter Abwechslung in der Synagoge der Anstalt predigen. ' Hieraus erhellet zur Genüge, daß nicht bloS Katechetik und Ho- Miletik, sondern auch Pädagogik und Didaktik sammt den einschlägigen Fächern in ausgedehntestem Maße berücksichtigt wurden; auch darf nicht übersehen werden, daß mit dem Institute eine besondere Synagoge verbitnden wird, wo den Eleve» die beste Gelegenheit geboten wird, sich im mündlichen Vorträge, in Erhörten re. hinlänglich zu üben. Ist eö ja eine geschichtliche Thatsache, daß seit der Zeit, wo die dumpfen Synagogen sich in würdige Tempel erbaulicher Gotleöverehrung um gestallet haben, gerade die Kanzelberedfamkeit sich zir einer bewunderriswürdigen Höhe gehoben und daß!selbst jene Gemeinden, welche keine Reform des Kultus zulassen, sich in dieser Beziehung dem Zeitbedürf- Nisse gefügt und ausgezeichnete Redner gewonnen haben. Szegedkn, 10. April. Herr Karl Popper, Beamter der ersten ungarischen allgemeinen Assekuranz-Gesellschaft, spendete der hiesigen israelitischen Hauptschule einen großen Atlas der Naturgeschichte, wofür ihm hiermit der.herzlichste Dank ausgesprochen wird. Löw. Szegedin, 24. April. . Gestern verlas der Rabbiner die hebr. Antwort, worin Sir MofeS Montefiore der Gemeinde für-die ihm gesendete Adresse und für seine Wahl znm Ehrenmitgliede der hiesigen Chevra Kadischa dankt, und der Gemeinde den Erfolg seiner marolka- Nischen Reise mitthcilt. Das hierauf folgende Gebet für den edlen Baroncl begleitete die gaiize Gemeinde mit einem rinstimmigeu Amen. J. B. (Stjttla, 15. April. Am 12. und 13: dieses fanden in der zweiklassigen Knaben- und Mädchenschule zu Bükäs die Prüfungen statt, zu welch!en nicht nur die Honoratioren und Behörden der Stadt geladen wurden, sondern auch der Rabbiner Back aus Gynla und der rühmlich bekannte S. Kraus aus Körös.Ladäny. Die Prüfung fiel sehr glänzend ans, und sind die Kräfte, die an dieser mit großen Opfern ins Leben gerufenen Schule wirken, in der That dazu angetban, nm allen billigen Erwartungen zu entsvrechen: — Daß es trotzdem beim Hebräischen , wie leider in den meisten unserer Volksschulen, happerte, daran war hier, wie anderswo, die gewissermaßen nöthige Akkomodation der Lehrer für die Wünsche der betreffenden Väter, die durchaus das Viel, wenn auch ohne Gründlichkeit wollen! trotzdem leider die Ungründlichkeit gerade hier am nachtheiligste» ist. Die Gemeinde zählt 300. Seelen und 105 schulfähige und schulbesuchende Kinder. , Vorzügliche Verdienste um diese Gemeinde erwarb und erwirbt sich fortwährend deren Vorsteher Herr M. Heiduska, der mit so vieler Energie, so musterhafter Mnnifizcuz und mit so vielem guten Willen für alles Gute und Zweckmäßige ausgerüstet — zu Werke geht, daß dieser kleinen Gemeinde für die Zukunft nur das günstigste Prognostikon zu stellen ist. So erwähne ich unter Anderm, daß derselbe aus eigenen Mit« teln vor bcm Friedhofe ein Zidnk Ha-Din-Häuschen erbauen ließ, ferner ließ er das rituelle Franenbad nett-Herstellen, so schließlich befreite er die Gemeinde von der Botmäßigkeit des Csabaer NabbinateS und versorgte sie mit einem selbstständigen schlichten Rabbiner. Besonders lobenSwerth ist eö, daß die Honoratioren des Orteö mit dem Stuhlrichtcr. der überhaupt alles Gute und Nützliche in der Gemeinde sördern Hilst, durch volle zwei Tage dem Verlaufe der Prüfung anwohnten und sich sodann bereit erklärten, auch ihre Kinder in diese Schule zu schicken!! . Trotzdem aber gibt selbst diese gutbestellte Schule Anlaß zum Kampfe und ist die Veranlassung hierzu ein aus der Schule entlassener früherer Lehrer . . . doch wild die Angelegenheit in Kürze beigclegt und der Friede hergestellt sein, waö im Interesse der guten Sache nur zu wünschen ist:'-—. Bemerkt,verdient schließlich zu werden, daß sämqitliche Protokolle der Gemeinde .ausschließlich inungarischcr Sprache geführt werden. — Wohlthuend war es endlich für unö zu sehen, daß das Bild MontcfioreS im Prüfungs-, d. i. im Gemeindesaale anfgehängt war und verfügte besagter Vorsteher-ferner, daß allsabbathlich für denselben im GolteShause ein Gebet verrichtet werde. — Auch eine Schulsahne besitzt die jüdische .Schuljugend. ES verdient ferner in weiten Kreisen bekannt zu werden, daß der obenerwähnte Kraus der christlichen Gemeinde -KöröS-Ladüny die bedeutende Summe von 4000 fl. ö. W. als Darlehen ohne alle Zücken für die Dauer von 3 Jahren zur Verfügung.stellte, ferner 500 Kübel reine Frucht bis Ende Juni dieses Jahres — schließlich schenkte er zur Vertheilung L0 Kübel Weizen, sowie sein Schwager zu diesem Behufe 10 Kübel schenkte. — Daß die KvmitatSbehörde sowohl als auch besagte Ortsbehörde ihm Dank angedeihen ließ, ist wohl selbstverständlich — daß aber ihm zu Ehren ein neuer Hans Sachs ein Lobgedich! geschrieben, welches die ״Vrisäroapi uj8dg״ schon des Kuriosums halber zu veröffentlichen gedenkt, mag hiermit gedacht, sein. E. Prag, 17. April. Gestern bereitete Herr Oberrabbiner Nappoport durch die in der Meiselsynagoge abgehaltene Derascha den aus allen Synagogen dort Versammelten eine sehr angenehme Stunde. Der Stoff derselben war ein sehr interessanter und reichhaltiger, es ward nämlich über die Bedeutung und die.verschiedenen Namen der Feiertage, über die verschiedene Reihenfolge derselben in den Sidrot n. m. dgl. gesprochen. Der ehrwürdige Redner bot. den Zuhörern durch Schärfe deS-GeisteS, Neuheit der Gedanken, Wahrheit.des. Gesagten und Interpretirung des Schwierigen reichen Ersatz für eine Predigt. Die Freunde

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