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Ben Chananja · 1864-04-27 · 17 (27.4.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
17 (27.4.1864)
Date
1864-04-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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857 358 Skizze der Verhandlungen unseren Lesern vorlegen zu können. Nm Beides erlauben wir uns den Herrn Oberrabbiner Steinhardt zu bitte». , , Red. Korrespondenz. Ausland. L. D. London, 14. April.*) In der London Tavern wurde gestern eine Versammlung abgehalten, um die Verdienste, welche sich Sir MoseS Montesiore durch seine jüngste Reise nach Marokko nm die Menschheit erworben hat, entsprechend anzuerkennen. Aldcrmann Salomons führte den Vorsitz in dieser Versammlung, in deren Mitte 'sich die einfliißreichsten Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde befanden (die sämmtlichcn Mitglieder der Familie Rothschild, Sir Francis Goldschmid) die Herren Prof. Whäly und Sylvester u. a. m., sowie auch viele Mitglieder des Parlaments, Vanquie rs, Gelehrte und bedeutende Männer aller Art. Briefliche Eutschuldigungen wurden von manchen Mitgliedern des Parlaments nnd andern bcdentenden Männern vorgelescu, welche durch zufällige Ursachen verhindert waren, anwesend ׳zu sein. Bei der Eröffnung der Versammlung sagte der Präsident/ es freue ihn sehr, in einer solchen Versammlung, deren Zweck eö bloü ׳ist, einem so guten und edlen Manne Ehre zu erweisen, den Vorsitz zu führen. Sir Änrhony de Rothschild trug vor: ״daß Sir Moses Montesiore sich durch seine jüngste Reise nach Marokko große Verdienste um die Menschheit erworben hat, und daß Sir MoseS zu den vielen früher bereits erworbenen Ansprüchen auf die Dankbarkeit und die Bewunderung'sowol seiner GlaubenSgenossen, als auf die der gebildeten Gesammtheil überhaupt durch diese Reise einen neuen Anspruch hinzugesügt hat." Da er in so naher Verwandtschaft zu Sir MoseS Montesiore siehe, so gewährt es ihm um so mehr Vergnügen, diese Resolution vorzuschlageu. Herr W. W. Gladstone unterstützte diese Resolution. Sir Francis Go ldsch Mid trug vor: eine Adresse, die soeben ausgesprochenen Gefühle ansdrückend, möge von dieser Versammlung an Sir Moses Montesiore überreicht werden (hört, hört.) ES möchte die Versammlung auch einen vergleichenden Blick werfen auf das, was heute von Sir MoseS Montesiore ausgeführt wurde, und was vor etwa 200 Jahren in einem etwas ähnlichen Falle geschah. Ec deutete auf die beachtenSwerthe Jntcreession hin, welche im 17. Jahrhunderte von Oliver Cromwell unternommen wurde für die in P iemont verfolgten Protestanten. Milton, der lateinische Sekretär von Cromwell, schrieb.au den damaligen Herzog von Savoyen unter andern die Worte: ״Verkettet mit den entfernten Brüdern, nicht allein durch das allgemeine Ebenbild der Menschheit, sondern auch durch das gemeinsame Band der Religion." Mil ton fuhr dann fort: ״was immer auf Rechnung ihrer Religion zu ihrer Beunruhigung verordnet wurde, soll widerrufen werden, damit ihrer Unterdrückung eine Ende gemacht werde. Eine so große Menge unserer unschuldigen Brüder darf nicht aus Mangel an Hilfe und Unterstützung zu Grunde gehen. Sie mögen eine volle Pardon erhalten und solche Privilegien und Gnadenerweisungcn, welche einen klaren Beweis geben sollen von Respekt gegen seine Person und seine Vermittlung."! In Cromwells Brief war aber ein anderer Punkt. Während derselbe zwar ״respektvoll" war, so war doch nebenher bemerkt, daß , wenn die Punkte der Jntercession nicht gewährt werden sollten, so könnte ״möglicherweise auch zu andern Maßregeln gegriffen werden. (Lächeln.)" GS ist eine schlagende Charakteristik der heutigen Zeit, daß *)'Auch die nachfolgenden Zeilen sind dem ״Dassly Telegraph" vom'11. April entnommen. Wir behalten uns vor, später ei- ״nige allgemeine Bemerkungen zu machen. in Unterstützung der Bitten von Sir Moses Montesiore nicht die geringsie Andeutung von dem Gebrauche gewaltsamer Maßregel» gemacht wurde. Zugleich wolle er auf einen Ausspruch des Kanzlers des öffentlichen Schatzes die Aufmerksamkeit lenken: ״Ich gebe zu — sagte derselbe — daß moral Support zwischen einem Laude und dem andern eine nicht unbeträchtliche moderne Idee ist. ES ist aber eine der Ideen, welcher man den größten Preis und den größten Werth zuschreiben darf. Moral Support ist eine wirkliche Macht in Europa." Ec (Sir F. Goldschmid) denke, der Kanzler, dessen Bruder die Versammlung das Vergnügen hat, in ihrer Mitte zu scheu, könnte jetzt sagen nicht nur in Europa ist ,es eine wirkliche Macht, sondern auch in Afrika. Der Kanzler hat ferner ausgesprochen: ״Die ächte öffentliche Meinung — nicht die eines einzelnen Landes — ist eine wirkliche Macht in Euro PL und ist als wahres Zeichen der vorwärts rückenden Zivilisation und des wirklichen Progresses — nicht des eingebildeten schwärmerischen יzu betrachten. Hat man die Linie überschritten, wo außer Schwert gegen Schwert kein anderer Einfluß möglich ist, so ist man dort angelangt, wo menschliche Gemüthcr gegenseitig auf einander, wirken, ohne äußere Macht zu gebrauchen, und wo ein höheres Prinzip gefühlt und anerkannt wird. Dieses ist, wie ich glaube, die eigentliche Meinung des Ausdruckes moral Support (Beifall.)" Er denke, daß in der Mission Sir MoseS Montesiore genügsame Evidenz von moral Support ist. Es hat diese Mission noch etwas, anderes AuszcichuendcS, nämlich, daß diese Mission von einem Manne unternommen wurde, welcher nicht diplomatisch^ ist, und vielleicht hat dieses gerade am meisten zum Erfolge der Mission beigctragen. Denn weil er kein Diplomat war, konnte er seine ganze Zeit diesem Gegenstände allein widmen. Herr Attwood unterstützte diese Resolution. (Sch l u ß folgt.) — Breslau, im April. Herr De. Samnelsohn hak vor einigen Tagen seinen Jahresbericht über die Religionsunterrichts-Anstalt der hiesigen Synagogengemcinde herausgegeben. Eine Abhandlung geht diesmal dem Berichte nicht voran. An der Schule wirken drei Lehrer: Samnelsvhn, Ascher, Michaelis. Bor der Prüfung, 20. März, trug lein Schüler ein vom Lehrer Ascher verfaßtes hebräisches Gedicht vor. Thorrr, im April. Der soeben erschienene erste Bericht über die jüdische Gemeindeschule zu Thorn von Rabbiner Dr. Rahme r verdient wirklich von allen Lehrern und Schttlfrennden mit Aufmerksamkeit gelesen zu werden. Eigenthümlich ist hier die Einrichtung, daß wohl die Mädchen konfirmirt werden, nicht aber die Knaben, indem letztere schon bei ihrer Bar Mizwa den Lobspruch über die Thora gesprochen haben. Inland. X. Wien , 15. April. Die Messias-Angelegenheit ist noch immer nicht ,erledigt. Viele Nabbincn widerrufe» ihre Unterschrift, und beschuldigen Hildesheimer der Witlkürlichkeit. Unter den ung. Nabbiueu hat!sich-chesonderS Herr Löw aus Njhely hervorgethan. Die Herren >vüthen wirklich gegen das Seminar. Sie wurden bei hoch und höchstgestellten Personen sehr ehrenvoll ausgenommen, ohne daß ihnen jedoch Hoffnung auf Erfolg ihrer Mission gemacht wurde. Allen Ernstes spricht man hier davon , .daß in nächster Zukunft eine Zählung der hiesigen Jndenschaft vorgenommen werden wird, wobei die Zahl der Orthodoxen und die Zahl der Reformisten genau angegeben werden sost. Ich würde dieses Gerüchtes nicht erwähnen, wenn es sich nicht seit einigen Wochen konstant erhalten hätte. D. -Ofen, 18. April. Mit nicht, geringem Befremden las ich in Nummer 15 des ״B..CH!" die ,Aufschlüsse", welche!dieBester,S-Korrespondenz S. 3l8 über die. ״eigentliche" Tendenz des Vertrauensent- Wurfes für das zu-gründende Rabbiner-Seminar und über die Genesis

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