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Ben Chananja · 1864-04-27 · 17 (27.4.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
17 (27.4.1864)
Date
1864-04-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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353 354 mene Ausbesserung oder Ausmalung hinzuweisen. Laut einer mir vorliegenden Quittung auö Wien muß derselbe schon früher errichtet worden sein. Besagte Quittung lautet: Quittung über fünfhundert Gulden, welche wir von Herrn N. Wertheimber kais. und königl. Faktor umb die zu Rechnitz wohnhaften Juden allda haben Synagog so uns bisher zinsbar gewesen, nun aber durch so erlegte Summe der 500 fl. von aller Dieustbarkeit befreiet, richtig׳ empfangen haben, welches bezeiget unsere eigene Fertigung. So beschehen in Wien den 27, April 1702. Die Unterschrift, die schwer zu lesen, ist aller Wahrscheinlichkeit nach vom Grafen Adam Battyäny. In der That soll der hiesige Tempel von dem zu Anfang des 18. Jahrhunderts als Wohlthäter seiner Glaubensgenossen und als Mäcen der jüdischen Literatur so hochgeprie'seneu Samson Wertheimer aus Wien erbaut worden sein, wie dies auch aus einer in der Wölbung angebrachten Aufschrift hervorgeht, und wie ich glaube, auch auf dessen Grabsteine auf dem jüdischen Friedhofe zu Wien bezeichnet steht.*) Herr Samson Wertheimer hat sich in der That nicht blos in der hiesigen, sondern in noch vielen anderen ungarischen Gemeinden durch die Errichtung, oder doch wegen geleisteter Beihilfe zur Aufführung von Tempeln ein ewiges Denkmal errichtet und wird auch dadurch hinlänglich jenes für einen kaiserlichen Faktor überschwängliche Epitheton (אב״ ר המרעה ובשאר ארצות) gerechtfertigt. Uebrigens char Herr Wertheimer auch ein großer Kenner deö Talmud, wie dies aus seinen rabbinischen Gutachten (מהרם א״ש ר,״מ NO *O) hervorgeht und soll er in der That Titular-Rabbiner von Eisenstadt gewesen sein In einem 40 Jahre später (1742) an den hiesigen Vorstand gerichteten Schreiben, worin die Herrn Samuel und Wolf**) Wertheimer, wahrscheinlich Söhne des obigen, einen gewissen Esriel Pratawin aus Rechnitz, der eine Tochter zu verheiraten hatte, an die hiesige Gemeinde zur Unterstützung anempfehlen, heißt es wie folgt: Besagter Pratawin machte uns zwar den Antrag, ihm durch den Tempelsitz, den unser Vater הג?און V'fcN?אבינו המנוח המפורסם זצ״ל in Ihrer Synagoge besaß, Hilfe zu Verschaffen. Doch erinnern wir uns, (א^ ארכרנא מילתא) daß ohnedies Ihre Gemeinde als eine Schuldnerin unserm Vater verblieben; daher folgt anbei eine Assignation von 150 fl., was Sie besagtem Pratawin zu obigem Zwecke ausfolgen und dies als Abstattung auf besagte Schuld notiren wollen. Zugleich, wird,das Ansuchen gestellt, einen Protokollanözug über obigen unserm Vater angehörigen Tempelsitz uns einzusenden. Aus diesem Schreiben ist zn entnehmen, daß Herr Wertheimer den Tempel zwar auf seine Kosten erbauen ließ/ *) S. Frankels Inschriften S. 57 ff. ״*) Aus dessen LehrlianS wurde 1737 die interessante Frage an R. Meir in Gisenstadt gestellt, ob man eine Thorarvlle ansloscn darf (מקרסאש ח״ג שאלה מג). aber doch einen Theil der Kosten nur als Darlehen hergegeben hat. Den Platz und die Nebengebäude im Tempelhofe erkaufte die Gemeinde, wie aus einem herrschaftlichen Dokumente vom Jahre 1727 hervorgeht, um den Kaufschilling von 600 fl. Als mündliche Sage wurde mir noch erzählt, daß die Gemeinde früher ein Privat-Betzimmer hatte, welches Lokal noch jetzt gezeigt wird. Als sie die Synagoge auf dem der hiesigen katholischen Kirche unweit gelegenen Hügel erbauen wollte, wurde deshalb von Seite der Geistlichkeit-Einsprache bei der Grundherrschaft eingelegt. Es ist, so, lautete der erhobene Protest, der christlichen Kirche unwürdig, daß die frommen Beter in ihrer Andacht durch das heillose Schreien der Juden gestört werden. Wie diese gegen den Tempelban erhobene Schwierigkeit beseitigt und welche Wege eingeschlagen worden sind, daß man doch die Nachbarschaft gestattete, ist mir unbekannt, wahrscheinlich haben die von Herrn Wertheimer erlegten 500 fl. nebst der Ablösung von der Nobotsteuer auf dem Tempelgrnnde auch die Beseitigung dieses Hindernisses zum Zwecke gehabt. Herr Samson Wertheimer stand überhaupt bei den gräflichen Familien v. Eßterhözi und Batthyäny in großem Ansehen und benützte er auch seinen bei denselben vielgeltenden Einfluß zum Wohte seiner Glaubensgenossen bei jeder sich darbietenden Gelegenheit, sowohl hier als in Eisenstadt. Wie bald darauf (1720) der Tempel durch kirchenschänderische Hand beschädigt und die Fenster durch Steinwürfe zertrümmert, ferner welche Strafen von Seite der Gräfin Eleonora den Thätern verordnet worden siud, haben wir bereits bei Gelegenheit des zu gleicher Zeit ebenfalls beschädigten Friedhofes erwähnt. Späterhin kam nichts mehr dergleichen vor, wie überhaupt die hiesigen christlichen Einwohner in friedlicher Eintracht mir ihren jübischen Mitbürgern lebten,'ja-selbst in den verhängnißvollen Zeiten des Jahres 1848—1849, wo der Vandalismus in der nächsten Nachbargemeiude (Steinamanger) Tempel und Heiligthümer bei Hellem Tage zerstörte, herrschte vollkommenste Eintracht unter den verschiedenen Konfessionen des Hiesigen Ortes. - (Fortsetzung folgt.) Drei Erklärungen. . I. ' ■ Wiewol die im ״Ben Chananja" erschieneneil Mittheilungen über die in Angelegenheit des Rabbinerseminarö und der Schuleninspektion in Ofen abgchaltenen Konferenzen großentheils ganz u NW a hr durchgchends aber «»richtig sind, halte ich es doch nicht für angemessen, mich in eine umständliche Berichtigung derselben einznlaffen. Insofern jedoch diese Mitthcilungen auch über den , im Aufträge der h. kön. u»g> Statthaltcrei ansgearbeiteteu Organisations-Entwurf und Lehrplan für das zu errichtende Seminar falsche Angaben enthalten und dabei in einem Tone gehalten sind, als würden sie wirklich auf einer genauen Kcnntniß der bezüglichen Elaborate beruhen -- sehe

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