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Ben Chananja · 1864-04-27 · 17 (27.4.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
17 (27.4.1864)
Date
1864-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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351 352 Mischen Gemeinde nichts dafür zahlen, weil wir eö anderwärtö ersehen wollen. Und der Schweriner wird sich auch noch bedenken, ob und waö er für seinen Grnnd von den Supplikanten annehmen soll. Es vergingen aber kaum 20 Jahre und die Gemeinde sah sich abermals veranlaßt, um ein Stück Acker zur Vergrößerung des Friedhofes bittlich bei dem Grafen Ludwig Batlhyany einzukommen. Die Gemeinde verspricht für diese und noch andere Gnadenbezeugnngen ״allen nur erdenklichen Eifer und die möglichste Treue zur Beförderung des herrschaftlich,.-« Nutzens auznwenden." Hierauf wurde von Seite der Herrschaft der Marktrichter und Balimeister, zur, Besichtigung der Lage ermittirt, welche das besagte Stück auf 15 fl. schätzten. Im Jahre 1768 befand sich die Gemeinde wieder in die Nothwendigkeit verseht, ihren Friedhof zu vergrößern und kauften zn diesem Behufs Privatcigenthum an; da jedoch zu diesem Einkaufe die Eittwilligung der Herrschaft nothwendig war, so wandte sie sich mit ihrem Bittgesuch an den Grafen Joses Batthyany, damaligen Erzbischof von Kalocsa. In diesem Bittgesuche beruft sich die Gemeinde, daß solches stets von seinen Vorgängern und besonders von seinem Vater, dem Palatin, ohne Hinderniß und Zurückhaltung geschehen. Die Antwort des EzbischofeS lautet: Die Erweiterung des Fried- Hofes wurde dem Inspektor kommitirt und die bestimmte Tare soll in der Folge ron 12 auf 6 Dukaten herabgesetzt werden. Was das für eine.Tare sei, ist ans dem Schriftstücke nicht klar zu ersehen. Nun hatte die Gemeinde 60 Jahxe Ruhe , bis aberrngls der Friedhof zn klein wurde und im Jahre 1827 ein ,neues Stück Feld angeschafft werden mußte. Dasselbe, 835 .LJnadratklafter groß, wurde dem Brndervereiue (p'T!) um den Kaufschilling von 1000 fl. von Seite der Herrschaft zugelassen, unter dem nämlichen Rechte, welches der Bruderverein im alten Friedhofe gehabt, und unter der ansdrückfliehen Bedingniß, daß der Verein bei dem Todtenfalle eines derGemeinde, aber nicht ihm einverleibten Mitgliedes nicht,mehr .als das Doppelte des Betrages verlangen kann, den man hei einem Vereinsniitgliede verlangt. Solltejedoch eine Erhöhung der bisherigen Taren vonnvthen werden, so kann dieses nur mit Zuziehung deS Rabbiners geschehen." Der Grund von dieser so oftmaligen Vergrößerung des Friedhofes ist darin zn finden, weil in der ganzen Umgebung bis nach Sz. Egerßeg kein anderer jüdischer Friedhof vorhanden gewesen und alle Ver- ,storbenen der jüdischen Bewohner dieser Gegend hieher gebracht werden mußten; bloö in einem Dorfe (Kota) unweit!von Steinamanger soll ein solcher, von dem aber nur ganz Arme Gebrauch machten, eristirt haben. Nun bilden alle diese einzeln angeschäfften Stücke ein Ganzes und sind von einer großen Ringmauer umgeben. Schmerzlich wird das Gemütt) bei der Ueberschau so vieler Generationen , die hier ruhig nebeneinander ihren ewigen Schlaf ausschlummern, in allen seinen.Fasern ergriffen. Wie liegen sie da gedrängt und schichtenweiö Freund und Feind, Reich und. Arm, Hoch und Niedrig , vermischt unter ,und durcheinander. Hie uyd da ragt zuweiten das Denkmal eines Nabbinen, eines Neichen empor , oft auch als Laune des Schicksals der gut erhaltene Stein eines armen, im Lebe» gewiß nur wenig beachteten Namens. In Betreff des letzten Ankaufes hatte die Gemeinde noch einen Prozeß mit dem Markte zu bestehen und liefG.efahr, des angekanften Stück Feldes, das von den bäuerlichen Gründen wcggeuommen wurde, verlustig zu werden. Der Energie des Herrn Aron Pick, der bei dieser Gelegenheit seinen Einfluß bei der Herrschaft geltend zu machen suchte, ist es vorzüglich zn danken, wenn die Gemeinde im Besitze dieses für sie so wichtigen Erwerbes geblieben. Ueber die wichtigen Grabsteine, besonders der Nabbinen, von denen ich hier fünf anfgefnnden, und die alle im Laufe dieses Sommers renovirt sind worden, werden wir später bei der eigentlichen Geschichte der Gemeinde sprechen. Noch Habe ich zwei besondere Eigenthümllchkeiten deS Hiesigen Friedhofes mitzutheilen. So viele jüdische Friedhöfe ich noch gesehen, so sind da die Gräber parallel mit den Mauern gereiht And bilden gewöhnlich ein Viereck. Hier aber sind alle, mit Ausnahme eines einzigen nach Sonnenaufgang gerichtet, ' so daß das Haupt eines jeden Tobten nach Westen, die Füße hingegen nach Osten liegen. Warum? ist mir unbekannt. Die zweite Abweichung besteht darin, daß während anderswo der Grabstein, der zn Häupten.gestellt wird, mit der Aufschrift nach außen zu stehen kömmt , derselbe hier umgekehrt mit der Aufschrift nach innen, den Füßen, also ebenfalls nach Sonnenanfgang gewendet, aufgestellt wird. DieGrabsteine Hilden also hier nicht wie anderwärts eine gleichsanr wie mit Schildern behängte Fronte für den Vorübergehenden; um die Inschriften lesen zu können, nzpß man am Fuße des Grabes stehen. Der Friedhof liegt ganz am Ende des Ortes , in neuerer Zeit wurde bei einem ' Pran.de der gebauteHinggug ntedergebrannt und wußte neu.aufgebaut werden. Der Tempel. Die׳ zweite wichtigste Institution einer Gemeinde ist das Gotteshaus, was der Friedhof'für die Tobten, das ist der Tempel für die Lebenden, ihr gemeinschaftlicher Zufammenkunftöort, um .sich da im Geiste zum Allvater zu erheben. Der hiesige Tempel ist ein altehrwürdiger , in jeder Beziehnng Ehrfurcht gebietender und herzerhebender Bau. Vor seiner jüngst vorgenommenen Renovirung (1655) führte derselbe in einer Oeffnung der Wölbnug die Jahreszahl חעה —1718. Diese Jahreszahl scheint jedoch nicht auf den ursprüngltchen Ban, sondern auf eine etwas spät«! vorgenom-

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