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Ben Chananja · 1864-04-20 · 16 (20.4.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
16 (20.4.1864)
Date
1864-04-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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329 330 nigin von Großbrittanien, um für meine Glaubensgenossen in England, meinem Geburtsland, als auch für alle in allen übrigen Theilen der Welt wohnenden, Eure Majestät anzuflehen, daß Eure Majestät fortfahren mögen, meinen Glaubcngenossen in den Ländern Ew. Majestät Ihre Gnade und Gunst angedeihen zu lassen. Möge es Ew. Majestät auch gefallen, die bestimmten Befehle ergehen zu lassen, daß die Juden und Christen in den Ländern Ew. Majestät vollkommen geschützt sein mögen. daß Niemand ihnen in irgend einer Weise beschwerlich fallen möge, daß Niemand ihre Ruhe und Sicherheit stören dürfe, und daß dieselben die gleichen Rechte wie die übrigen Unterthanen in den Ländern Ew. Majestät genießen mögen, auch die Rechte, wie die Christen in den Hafenstädten. Solche Rechte wurden durch meine Vermittlung zugestauden von Seiner Majestät dem verstorbenen Sultan Abdul Medjid in seinem mir in Konstantinopel gegedenen Ferman (datirt vom 12. Ramzan 1156) und im Mai vorigen Jahres bestätigt von Seiner Majestät dem jetzt regierenden Sultan Abdul A ziz. Möge eö mir erlaubt sein, Ew. Majestät meinen tiefsten Dank auszudrückcn'für die gnädige und gastfreundliche Aufnahme, mit Welcher Ew. Majestät mich ׳beehrt haben, und zugleich meine besten Wünsche darzubringen für Ew. Majestät« Gesundheit und Glück, soa-ie auch für das Blühen des Reiches Ew. Majestät." Unmittelbar darauf ließ der Sultan folgendes Reskript ergehen ף — (das Lesen dieses Dokuments wurde mit Zeichen des Beifalls empfangen.) Der Redner bemerkte unter anderm, daß Sir Moses Montefiore selbst sagte: ״Dieses Dokument, welches die künftige Wohlfahrt von einer halben Million Menschen sichert, wird in der ganzen Welt von allen Freunden der Humanität und Zivilisation mit der größten Genuglhuuug begrüßt werden (hört, hört.) Ich will noch hinzufügen, Mylord! daß es nirgends mit mehr Genugthnung aufgenomnien werden wird, als hier in der Mitte dieser großen und mächtigen Korporation (hört, hört.) Die Geschichte liefert kaum ein Seitenstück zu einem Manne, der beinahe 80 Jahre alt, allen'Gefahren und Schwierigkeiten Trotz bietet, in der heiligen Sache der Humanität (Beifall.) Ich bedauere nur, daß eine so gewichtige Sache einen so schwachen Fürsprecher haben soll (nein, nein.) Ich habe seit 17 Jahren die Ehre, mit dem Rathe in Verbiiiduiig zu stehen. Im Laufe der Zeit habe ich der Reihe nach alle Glaubensgesellschaftcn unterstützt, ich schäme mich heute nicht für meine eigene zu sprechen. (Beifall.) Ich hoffe, der Rath wird mit meinem Vorschlag übcrcinstimmcn. Derselbe hat die höchsten Ehren erzeugt Prinzen des königlichen Hauses, Helden, die ihr Blut fürs Vaterland verspritzten, Staatsmännern, welche durch Weisheit und Energie unter Gottes Vorsehung dem Lande Uebcrfluß gegeben haben. Er hat dies Männern der Wissenschaft gcthan, Patrioten, unter welchen Niemand größer war, als der in Rede stehende. — Ich bitte den Rath, diesen guten und wohlwollenden Mann» Sir MoseS Montefiore, dieser Zahl anzureihcn. Bedenkt, er ist Euer Stadtgcnosse, er ist das Muster eines echten Engländers (Beifall.) Ich hoffe, der Rath will mit meinem Vorschläge übereinstimmen (hört, hört), denn eö wird dieses abermals beweisen, daß dieses Land bie Heimat, und diese mächtige Stadt die Wiege der religiösen und bürgerlichen Freiheit ist. Es will die Tyrannei der Des- Polen mäßigen und denjenigen, welche unter ihrer Herrschaft leben, Hoffnung verleihen. Eö wird den Respekt und Beifall aller guten Menschen für sich gewinnen, sowie auch die tiefe und unaussprechliche Dankbarkeit des Unterdrückten. Es würde auch zur Vermehrung der Ehre und des Glücks dieses allgemein bekauiinte» WohlihäterS beitragen, welcher nun sehr weit in Jahren vorgerückt. Es würde ferner Trost für seine Glaubensgenossen sein, welche in manchen Ländern niedergetreten und gebrochenen Geistes sind." (Der werthe Alderman kehrte zu seinem Sitz znrück unter den lautesten Beifall.) Zwei oder drei Mitglieder erhoben sich, um den Vortrag des Alderman Phillips zu unterstützen, ließew aber das Wort an den Deputirten Glliot, welcher sich erhob und sagte, daß er seinem Freunde Alderman Phillips versprochen habe, dessen Vorschlag zu unterstützen, und daß er dieses mit Vergnügen thue (hört, hört), weil Sir Moses Montefiore gar zu wohl-bekannt ist. Der Redner machte auch die Anspielung, daß während das Haupt der christlichen Kirche die Bitte des Sir MoseS Montefiore nicht gewährte, der mohamedanische Sultan von Marokko durch das vorerwähnte Edikt die Bitten desselben in glänzender Weise gewährt. Herr Alderman Phillips sprach abermals seine persönliche Bewunderung aus, welche er für Sir MoseS Montefiore fühlr. Die Resolution wurde dem Rathe vorgelegt und mit Akklamation angenommen. Alderman Phillips trug dann an, daß Sir Moses Montefiore eingeladen werden möge, öffentlich in dieser Halle das Zeichen des Dankes zu empfangen, welcher Antrag a u ch g e n e h m i g t w u r d e, s) VI. Ans dem Regierungsbezirke Trier, 4. April. Als Druckfehler in dem Berichte V sind zu berichtigen Zeile 27 von unten ״Biedermann" statt Landmann und Zeile 8 von unten ״fest" statt fast. Wie in einem der früher!! Artikel schon angegeben, herrscht im Regierungsbezirke g. l. keine große Armuth unter den Israeliten. Auch figurirt in den Gemeinden-Budgets deshalb keine Rubrik für Armenunterstützung, wie denn überhaupt nach unser!! gesetzlichen Bestimmungen diese nicht nach Konfcffionen geschieht, sondern die Kommune verpflichtet ist, alle Armen zu niiterstützen, und so werden denn auch die armen israelitischen Kranken in die städtischen Hospitäler und die Verwahrlosten in das Land arme!!Hans zu Trier anfgenommen. Von ersterem wird jedoch nur sehr selten Gebrauch gemacht, von letzterem häufiger, und finden die Verwahrlosten die beste und humanste Behandlung. Herr Oberrabbiner Kahn versieht im Landarmenhause, sowie in den Strafanstalte» zu Trier, die Seelsorge über die jüdischen Deternirten schon länger als 20 Jahre. Ungeachtet dieses, im Vergleiche zu anderen Gegenden günstigen Verhältnisses bestehen doch in den meisten selbst kleineren Gemeindcn des Regierungsbezirkes WohlthätigkeitSvereine verschiedener Art, von welchen mehrere auch noch den schönen Zweck der Belehrung der Mitglieder burch Vorlesen und Erklären religiöser Bücher und jüdischer Zeitschriften verbinden. So sind vorzüglich in den Gemeinden Tholey, S a a r l o u i S, S a a r w a l l i n g e!1, Neu!1 kirchen, Illingen, Schweich, Wawarn, Trier rc. derartige verschiedene WohlthätigkeitS- und BclehrungSvereine. In Trier bestehen folgende: a) Männcr-Vereine: 1) הברת גמילות הסד oder הברא קדישא zur Bestattung der Todten. welcher Verein in neuester Zeit wieder an Mitgliedern bedeutend zngcnommen hat. Beiläufig bemrrke ich, daß in Trier und Saarlonis Leichenwagen sind, sowie auch, daß die Leichenbegäiigiiiffe in diesen, wie fast in allen Gemeinden des Bezirkes, mit Anstand und Ordnung stattfinden. 2) □חברת ביקור חולי zur Unterstützung armer Kranker. 3) הברת ברק הבית zum Beisteuern für Hausmiethe. 4 und 5) Zwei Vereine zur Vertheilung von Brennmaterial im Winter. 6) Ein Synagogenchor-Verein, aus aktiven und nichk aktiven Mitgliedern bestehend, zur Unterhaltung und Förderung des Chorgesangeö im Gottesdienste. 7) Noch ein schwacher Nebcrrest von ש0 הברה. s) Wir werden nicht ermangeln, den Bericht der hiesigen Zeitungen darüber, in diesen Blättern zur Zeit zu geben. *) Wir haben dasselbe bereits S. 221 gegeben.

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