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Ben Chananja · 1864-04-06 · 14 (6.4.1864) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
14 (6.4.1864)
Date
1864-04-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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299 300 von Jung bis alt, von Mann bis Frau und Kind und dies an jedem Tag.") Drum weiche auch der Schlaf in dieser Kampfesnacht vom Auge des Menschen, dem Könige der Schöpfung, es wache das höhere Bewußtsein, das Gewissen, und sehe das Gedenkbuch vor Gott, dem Weltenherrn aufgeschlagen, worin Alles verzeichnet ist, was man im Leben Gutes oder Böses gethan, womit man sich gegen Gott versündigt und vergangen, und womit man ihm gedient, ihn verehrt und verherrlicht hat. O wendet Eure ganze Sorgfalt auf Eure Wege, bewachet und bezähmet Eure Triebe, daß sie nicht zu Leidenschaften werden, nicht in wilde Empörung gegen Gott übergehen, daß Ihr nicht anfangs die Sünde an dünnen, schwachen Fäden an Euch ziehet, die dann aber so stark wie Wagenseile werden , daß Ihr nicht anfangs die kleinste Sünde Euch erlaubt, damit Ihr dann nicht zu den großen gelangt /PP DD כי יד על denn wo eine solche Empöruug gegen Gott sich erhebt, da komm und siege mit Gott über den iunern Amalek von Geschlecht zu Geschlecht. IV. Es erfolgte aber auch ferner diese Einladung des Königs ans ihrer dem Judeuthume zugDhworenen Liebe und Selbstverläugnung, ja es sollte sie Haman dadurch nicht als Jüdin erkennen, ihre jüdische Abkunft nicht entdecken, er sollte ihr unter dem Siegel der Verschwiegenheit verwahrtes Gehcimniß, das, sie mit ihrer Volksrett^^Mer mit ihrem Tode besiegeln wollte, nicht dem KönigqD^Mder Zeit verrathen, wodurch er zwar den Mordbefehl für jetzt widerrufen und sagen könnte: ״Er habe nicht gewußt, daß die Königin eine Jüdin, so hätte er nicht sie und ihr Volk verderben wollen", dafür aber eine neue Anfeindung Israels ausführen könnte. O nehmet Euch das Leben dieser Königin zum Muster und Vorbilde im Kampfe des Lebens, von der unsere Weisen in ihrer Bildersprache sagen: שד־זירתדה עומדת מחיקו של אחשורש si° »<״■ »um genevftrome t« swר׳ וטובלת וישבת בחיקו של מרדכי ־ — durchtränkt und durchdrungen im Palaste des Königs wie in der Hütte Mordachais; o gleichet ihr in der Liebe und Aufopferung und Hingebung, denn es ist dies herrliche Bild erhebend für die Frommen, die ihren Stolz uud ihren Ruhm darein setzen, Inden zu sein, es ist aber beschämend und erniedrigend für die Feigen und Treulosen, die das Judenthum verläugnen, um ungestört als Nichtjuden leben zu können, die weder im Stillen noch in der Oeffentlichkeit dafür wirken, :ja ihm entgegen wirken; lernet von dieser Königin 13ותלבש אסתר מלכות זה ד״ר!ק) deren Leben eine Offenbarung und Sichtbarwerdung des heil. Geistes ") Ester ibid. n) Megilla. 13) Megilla ibid. der Liebe war, wahre Liebe zum Guten! thut das Gute nicht so, daß jeder es sehe, nicht ans Ehrgeiz, nicht aus Eigennutz, nicht aus Interesse, sondern anS Liebe zum Guten, denn es ist die Liebe mächtig wie der Tod, unüberwlndlich wie die Hölle, begeisternd wie die Himmelsflamme ,כי יד על כס יד der Allmacht der Liebe, die auf dem Throne Gottes, kämpfet gegen Heu innern Amalek von Geschlecht zu Geschlecht. V. Es sollte aber diese öffentliche Verehrung des Haman ganz besonders für Israel eine kräftige Aufforderung und Anregung znr Buße, Besserung und Bekehrung zu Gott sein; ja es sollte Israel sehen, daß es selbst von der Königin, der treuesten Tochter Israels, keine Hilfe, keine Rettung und keinen Beistand zu erwarten habe, es sollte Israel sehen, daß ,אסתר ירקרקת. היתד, Ester das @ru״ seiner Hoffnung nur gewesen, nun aber auch diese Hoffnung entschwunden ist; es sollte Israel sehen, daß: ״Wehe dem, der auf Menschen sich verläßt, er ist und ble.ibt verlassen. O das Bewußtsein Eurer menschlichen Schwäche und Ohnmacht und der Kürze der Lebensdauer erwecke auch Euch zur Besserung: o vertrauet nicht auf Menschen, nicht auf Macht und nicht auf Neichthum, denn diese trügen und täuscheu, sondern vertrauet auf Buße, Gebet und Wohlthätigkeit, die das böse Verhängniß abwenden; ö decket Euch mit dem Schilde der Buße und Besserung, umgürtet Euch mit dem Schwerte und der siegreichen Waffe des Gebetes; denn ist Gotteslob in ihrem Munde, sagt der Psalmist, so haben sie zweischneidige Schwerter in der Hand, o lernt von Moses Amalek besiegen! ״Als Moses die Hand erhob, da siegte Israel." Nicht die Hände MoseS haben Siegen und Unterliegen bewirkt, sondern wenn Israel hoffnungsvoll zu Gott aufblickte, da siegte es, wo nicht, so mußte es unterliegen. כי' יד עע כס יה wo die Moseshand nach dem Himmel, nach dem Throne Gottes hinweist, der Aufblick zu Gott Euch Muth gibt, da bekämpfet Ihr den Amalek von Geschlecht zu Geschlecht und besieget ihn. VI. , Es habe aber die Königin durch dieses Gastmal den Haman in letzter Zeit ganz in ihre Hand und Gewalt Haben wollen, ja sie habe dadurch nur dessen immerwährende An- Wesenheit in ihrer Nähe beabsichtigt, um ihn so ganz zu überwachen;, sie habe ihn mit Festgelagen beschäftigt, damit er keine Zeit und Gelegenheit habe, ihre Rettungsallstalten zu beobachten, und ihnen entgegen zu wirken. ידך בעורף אויביך deine Hand liege fest am Nacken deiner Feinde, das ist das große, verhängnißvolle Wort im Kampfe des Lebens, das der Herr schon dem ersten Menschen zurief: ״Wenn du dlch bessern willst, so mußt du dich erheben; o 16) Psalm, 149, 6.

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