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Ben Chananja · 1864-04-06 · 14 (6.4.1864) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
14 (6.4.1864)
Date
1864-04-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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277 278 neutiker geht., denn in den Fragmenten, die uns von ihren Uebersetzungen erhalten sind, ist durch Unachtsamkeit der Ausschreibe« aus den Herapelen des OrigeneS mit den Namen der Uebersetzer arg gewirthschaftet worden; oft geht ein Bruchstück unter dem Namen Aquilas und gehört dem Symmachos, und so vice versa, und die Kritik muß erst den Genius der Uebersetzung zu Rathe ziehen, ehe sie ihr entschiedenes Urtheil über das wahre Eigenthumsrecht fällt. Unser Zweck in dieser Arbeit ist, durch Hervorhebung nuancirter Beispiele, durch Vergleichung des Griechischen mit der Version des Jonathan und Onkelos und mit dem midrasch. Schristthume, Einiges zur Beleuchtung der angeführten Uebersetzungsdenkmäler beizutragen und aus denselben, zugleich Nutzen für die rabbinische Homiletik und die talmudische Philologie zu schöpfen. — Wenden wir uns also in diesem Theile unserer Arbeit vorzugsweise dem Aquila zu und berühren wir Symmachos nur nebenbei; eine eingehendere Besprechung des Symmachos und Theodotion verspüren wir uns für den andern Theil unseres Elaborats. Fange» wir mit der Tendenz an, die Aquila bei seiner Verstou geleitet hat. Man hat ihm eine polemische Absicht gegen das Christenthum imputiren wollen; 4) als Beleg dafür soll dienen, daß er (Jes. 7, 13) statt der 7taQ<hvoS ber.LXX “vsavig״ setzt; bedenkt man aber die Durchgängigkeit, mit der Aquila dieser Uebersetzung selbst an ganz unverfänglichen Stellen treu bleibt, wie Ps. 46, 1. עלמות vsavioTtjrmv und Ps. 9, 1, wo er על מות zusammenzieht und mit vstmorrjtoz 70v viov übersetzt, dann wird es klar, daß er einzig und allein aus etymologischen Rücksichten für עלמת ein femininum setzt, dessen masculinum für עלם anwendbar ist. Daß sich aber die christliche Polemik bei Aquila mehr zu bedanken, als sich über ihn zu beklagen hat, soll aus folgendem nicht uninteressanten Beispiele hervorgehen. Zu Daniel 3, 25. ״Und die Gestalt des Viertengleichet einem ״ "בר אלהין״lautet das Scholion: ״ot aXXoi SQTflvsvtcu ״viov ösmvu Bigrjxnciv, aixvXag dt) t/viov \9-eov 7s 91J1ÜV v iQnyveia ״ayysXov" ■&sovXsye1 — ״Hieraus ist nun ersichtlich, daß an dieser Stelle Aquila ״Gottes Sohn" hatte, während die LXX mit ״Engel Gottes" übersetzte; heute lesen wir in der LXX ״viov foov", was offenbar dem Aquila gehört. — Zu welchem Zwecke wurde da die Emendation vorgenommen? etwa um die LXX dem Urterte näher zu zu bringen? Dagegen spricht eine große Zahl von Stellen in der LXX. die eher der ausbessernden Hand bedurft hätten. Doch um beim Aehnlichen zu bleibe», weisen wir nur auf Tob. 1, 6. hin. Zu בני האלהים hütet es ebenso im Scholion: daß die Xomoi (worunter A. Sy mm. und Theod. zu verstehen sind) ״oi vloi tov &60v" hatten, in der Septuaginta aber sind die ״ayysXot r. &.u unalterirt geblieben, weil mit den ״Söhnen" nichts gewonnen war; und wenn uns noch ein Zweifel bliebe über die Absicht der früher erwähnten Emendation, so müßte ihn die kräftige Gegenwehr der jüdischen Auffassung gänzlich zerstreuen; es erklärt sich nämlich aus der UeberfetzungSgeschichte dieses )בר אלתי die Midrasch - Glosse °) dazu: לבר ^להי׳ ר׳ סנחס כשם ר׳ חאובן אמר: באיחה שעת ירר מיכאל המל^ןך וסטרו על פיו׳ *"*"ל אי רשע ליחה סרוהח״בר אית ליה? "חוור ויתיב מליך! הור ויתיב C"!מלי׳,ענה נבוכדנצר וכוי ברי׳ אין כתיב כאן,אלא: רשלה מלאכי Aus dem angeführten Beispiele ergibt sich also, daß Aquila selbst da mit gewissenhafter Treue dem hebräischen Worte folgt, wo er in Gefahr geräth, durch seine Aengftlichkeit den Gegnern Waffen gegen sich in die Hände zu liefern, unter allen Umständen bleibt sein Leitstern die Etymologie. So war es auch nicht die Absicht unseres Aquila, bei dem ersten Worte seiner Uebersetzung Gen. 1,1. בראשית ״iv xeyaXiö'i“ irgend einer gegnerischen Auffassung die Spitze abzubrechen; denn er gibt auch Gen. 49, 3 ראשית אוני mit xecfalctiov, (אונו gibt Aquila mit Xvm\q Symmachos mit o&wtjg fiovy es entspricht das der Namens Rabbi gebrachtenד) Uebersetzung שירי חילי שירו׳ צערי — Die Absicht Aquilas mit seinem ״svxvcpaXidi" ist blos auf den Unterschied zwischen ראשית, welches er als den ersten Theil eines gegliederten Ganzen betrachtet, und קרבם, welches ihm kqxV) . ble Priorität in der Zeit ist, aufmerksam zu machen. Daß ihm solche feine Distinktionen nicht entgehen, und daß er sich hessrebt, sie -in seiner Uebersetzung zur Anschauung zu bringen, beweiset H. L. 2!, 1. im Midr. Rabb. z. St. sagt R. Judan: N’H לא היא הבצלרת ולא שושנה אלא כל ז־מן שהיא קטנה קורא איתח חבצלת הגדילה קורא אותה שושנה" — für das av&og der LXX gibt Aquila xakvxacrig m\b Jes. 35, 1. כחבצלת wozu Hieron. z. St. die Bemerkung beifügt: quamnos tumentem rosam et; necdam foliis dilatatis possumus dicere.“ — Ich glaube das Wort von zweifelhafter Leseart סלקוסתא oder חלקוסתא (Sabbath 50, b.), welches Sachs sich nicht erklären kann, sei in קלקוסתא zu rektifiziren, es ist die x«E«<7ts des Aquila, die halbaufgeblühte Rosenknospe, die behufs voller Entfaltuug in ein mit Erde gefülltes Gefäß gesteckt ward. Einen weiteren Beweis für das feine Sprachgefühl Aquilas liefert die Grenzlinie, welche zu ziehen er bestrebt ist zwischen dem aramäischen und hebräischen Jdion: während er, wie wir gesehen haben, Dan. 3, 25. das aramäische בר ohne Bedenken mit drox übersetzt, gibt er Ps. 2, 12 נשקו בר durch xuraqu^aars ex'tixrog von dem hebr. ברר elegere. Diese Uebersetzung des Aquila finde ich in den Fragmenten des Drusius und in den Annot. deö Grotius z. St., sie haben sie aus Rieron. apol. contr. ßuffinum9) geschöpft, und ich halte sie für echt, da sie Aquila auch Ps. 65,13 (wo Symmachos Mit rpoqvr/-׳übersetzt) konsequent beibehält; ich weiß mir also nicht zu erklären, warum Herr

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