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Ben Chananja · 1864-04-06 · 14 (6.4.1864) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
14 (6.4.1864)
Date
1864-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 14, siebenter Fuhrgaag. Zkden Mittwoch erscheint ein Prättttmerationspreks^ Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. 80 kr., Viertels. % fl. öst. W. Einzelne Nummern AL kr. Man aboniiirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungendes Zn- und Auslandes. m Öptanaip. TJTocOetißfatt für jüdische Theotogie. Herausgeber und Redakteur: Obercabbincr zu Szegedin. ' Inserate find and.Redaktion in Szegediu oder an Hrn, ssranz׳Mg!ter in ^eijljig zu senden. Die Lspaltige Prtitzeile wird mit 10 Nkc.----2 Sgr. berechnet. ttcdaklion: 3 Kronen-Gasse, Politzer'sche» Inhalt. Zur Geschichte der Schriftauslegung. Aqnila. Von Dr. Hübsch. — Korrespondenz. Ausland. Paris (Albert Cohns und GoldschmidS Munisizenz. Rothschild. Kapit. Meyer.) Inland. Wien (Adresse an Sulzer.) Ofen (Kons.) Pest (Steinhardt und Meifel.) Pest (Konferenzszenen.) Prag (Landtagsverhandlung.) Prag (Sippurim.) — Kurze literarische Nachrichten. Zoels Trauerreden. KobackS Trauerrede. Kahns Predigt bei der Cinweihung eines Waisenhauses. — Literarischer Kolbo. Schuldschein aus Armenien. Von Neubauer.— Inse rate. 3»fyalt der Beilagen - Adresse an Montcfiore. Vom Herausgeber. — Zweite Anlage. Predigt von ZKarpelleS. — Dritte Beilage Die Synode zu Nyiregyhäza und die Konferenz in Ofen. Zur Geschichte der Sdjriftansfegang.. Von Dr. Adolf Hübsch, Rabb »er und Prediger in Prag. Auf die zweite Tempelzerstörung folgt in der jüdischen Geschichte ein Jahrhundert , das dem Forscher einen eigenthümlichen Anblick bietet, und den tiefen Eindruck auf das Gemüth nicht verfehlen kann : so düster sich nämlich die Zeit für die politischen Aussichten der Juden gestaltet, so Unglücklich diese sind in ihren Kämpfen gegen die Fremdherrschaft, welche die Sklavenkette immer enger schlingt um den Leib der Ueberwundenen; so sehr jeder Widerstand mit eiserner Faust niedergehalten, die letzte Kraft des Volkes gebrochen und zur Ohnmacht herabgepreßt wird — ebenso sehr hebt sich zur selben Zeit mit wunderbarer Schwungkraft das geistige Leben dieses Volkes, cs klärt und befestigt sich sein religiöses Bewußtsein; den Gruppen von Gelehrten, die in׳ diesem Jahrhundert blühen, dankt die halachische Schriftauslegung die Grundlegung zu ihrem Schriftthume; unter Römerzwang und politischem Drucke entfaltet sich die Blüthen- ׳zeit, die klassische Periode der Halacha; aus dem Schutte der in Trümmer gegangenen staatlichen Selbstständigkeit erhebt sich das Siegesdenkmal des Wischen Geistes: die Mischna! — Und nicht nur die Halacha ist es, die in dieser schwülen Atmosphäre der Zeitumstände zu herrlicher Blüthe gedeiht, auch die exegetische Hermeneutik der Bibel wird um diese Zeit aus dem stehenden ftagnirenden Wasser zum frischrieselnden lebendigen Quell; über die dem Bedürfnisse nicht mehr genügende alerandrinische Uebersetzung rollet der säubernde Strom neuer griechischer Uebersetzungen hin, und auf dem breiten Rücken dieses Stromes sieht man bald die leichten Fahrzeuge der verjüngten midraschischen Schriftnuslegung im vollen Winde des Sprachwitzes lustig dahinstreichen! — Akiba, der Proselytenabkömmling, ist der Hauptträger der Halacha in diesem Jahrhundert, und Aquila, der Proselyt aus dem Pontus, ist der Begründer einer neuen Hermeneutik, die den Genius der heiligen Sprache auf den Thron des hellenischen Idioms erhebt! —Aqnila kämpft gegen die Mängel der älteren Uebersetzung an und sucht ihre Gebrechen zu heilen; seine unmittelbaren Nachfolger Theodotion. und Symmachos treten als Vermittler auf zwischen ihm und der Septuaginta: Theodotion behält das brauchbare aus der alerandriuischen Uebersetzung bei, wo diese uubrauchar oder lückenhaft, hilft ihm Aquila ausund erst in Fällen, wo ihm beide unzulänglich scheinen, wird er selbstständig; Symachos hingegen verhält sich umgekehrt zu Aquila, wie Aquila zur Septuaginta:. Aquila hat nämlich die Bande der hebräischen Etymologie.und der grammatikalischen Formen, welche in der alerandrinischen Uebersetzung zu lose flalterten, enger zusammengezogen und in dieselben hat er seine Uebersetzung so fest als möglich eingeschnürt; ja er thut das in einem solchen Grade, daß sich Symmachos bewogen fühlte, diese Bande in so weit zu lockern, als nothwendig war, um der gepreßten Eregesis Raum zur Bewegung und Luft zum freieren Athmen zu verschaffen; dabei pflegt Symachvs in seiner Uebersetzung, so viel ihm möglich, die Reinheit der Sprache, in die er überträgt, während sie bei AquilaLie willenlose Sklavin ist, die sich jeder Laune ihrer Gebieterin gehorsam fügen muß! Symmachos veranstaltet eine zweite Ausgabe seiner Uebersetzung, weil er in der ersten noch nicht alle Hebraismen überwunden hat, und er erntet den Ruhm, der Lieblingsübersetzer der Griechen zu sein;') auch Aquila geht an eine Rezension seiner Arbeit, aber aus dem entgegengesetzten Grunde, weil er sich nämlich in der ersten dem Utterte noch nicht fest genug angeschloffen zu haben glaubt. Dies gelingt ihm so sehr , daß die. zweite Ausgabe seiner Uebersetzung xKxctKQißeiuv 2) genannt wird, und Aquila erntet den Ruhm, der Lieblingsübersetzer der Rabbinen zu werden! — Es ist dieses letztere Moment nothwendig Hervorzuheben, wenn man an die Besprechung des Einen oder Andern dieser : Herme-

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