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Ben Chananja · 1864-03-30 · 13 (30.3.1864) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
13 (30.3.1864)
Date
1864-03-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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257 258 danken hatte. Wahrlich der Mann, auf den diese Worte Anwendung finden, hat einen hohen Platz eingenommen und hatte ein schönes Los als Mensch und als Bürger; aber sie könnten vielleicht auf manch Andere Anwendung finden, wenn wir nicht dazu eine bestimmte Charakteristik der Persönlichkeit hinzufügen könnten. Trier war ein vollkommen humaner Geist, wie sein eigenes Leben es gezeigt hat: wie Vertrauen sein Anker gewesen, so sollte es auch in seiner Person liegen, im höchsten Grade es Andern einznflößen zu verstehen. Eristirt jemand, dessen Krankenlager er sich mit seiner Ruhe und seinem Vertrauen, gepaart mit seiner großen und tiefen Einsicht näherte, der nicht mit Dank, und Anerkennung des Trostes sich erinnerte, der dadurch sowol dem Kranke» wie dessen Umgebung gebracht wurde? Wer erinnert sich nicht seiner liebevollen und ermunternden Worte? Wer erinnert sich nicht, daß dieser Mann, dem nichts menschliches fremd gewesen, so oft die Seele geheilt hat, während er dem Körper Gesundheit brachte? Das war der Segen, den er überall mit sich brachte, daß er, der scharfsehende und einsichtsvolle Arzt, ein warmes und liebevolles Herz für die menschlichen Leiden hatte, die nur dadurch ihre Linderung und Hilfe finden können, daß sie verstanden werden, und daß er einen aufopfernden Sinn für die Noth hatte, die in so vielen Gestalten ihm entgegentrat. — So wandelte er unter uns/ ein hochbetrauter Staatsdiener, ein eifriger und beliebter Arzt, und ein Mitbürger, zu dem die Standes gen offen mit Recht mit der höchsten Achtung sowol für seine Tüchtigkeit als für seine Loyalität hinaufsahen, in Wahrheit ein Mann ohne Feinde — so wirkte er unter uns, bis vor einigen Tagen der Tod ihn unerwartet inmitten der Ausübung seines Beruses ereilte." Dieser wahrheitsgetreuen Charakteristik des' Dahiugeschiedenen will ich nur noch aus der vortrefflichen Gedächtnißrede, die Herr Oberrabbiner Dr. A. A. Wolff bei der Beerdigung gehalten, und die nun auch im Druck erschienen ist, die Bemerkung hinzufügen, daß Staatsrath Trier bis zu seinem Lebensende treu seinem väterlichen Glauben anhing und dies trotz so vieler Versuchungen, die ihm namentlich in seinen jünger» Jahren, wo noch so viel Vorurtheil und Intoleranz gegen seine Glaubensgenossen herrschte, sowol von Außen her, wie in seinem eigenen Inneren -«flüsterten, wie wenig es bedürfe, sich den Zutritt zu Ehre und Ansehen, zu Amt und Würden zu erleichtern. Was er jedoch damals nicht mit einem Treubrnch gegen seinen väterlichen Glauben erkaufen mochte, das hat er später, als die Nebel der Vorurtheile vor dem Lichte der Freiheit schwanden, in reichem Maße erlangt. Die (jeöräifdjeu Sta&iUonen in dem JUöef&omnieiifar ie$ Jjietonp11s. Kritisch beleuchtet von Dr. M. Nahmer, Rabb. in Thorn. (Fortsetzung. *) . 10. Ibid. v. 3 יצא עחק Die Vulgata übersetzt ״Recedant vetera“, ״Znrückweiche das Alte"; der Kommentator korrigirt nach dem hebräischen Terte ״exeant veterä" ״Heraus gehe daS Alte aus euerem Munde", und erklärt: Et 68t sensus;:.-Exeant humilia de ore vestro, de quo antea grandia et^superba exibant. ״Es mögen die alten, d. h. die prahlerischen׳ und übermüthigen Reden aus euerem Munde weichen, und bescheidenen und demüthigen Platz machen." Was der Kommentator so allgemeinhin erklärt, das spezialisirt der Midrasch Samuel e.,5 z. St. durch folgende Beispiele: האין) יצא עתק מפיכם:. . .. דבריכם סותרים את דבריכם מה דאת אמר ויעחק משם ההדר.) הסה שאמר וגם את ישראל לא אשלח .הוא הפח. שאמר אנכי אשלח *אתכם ואת טסבם, הסה שאמר מי י״י וכר הוא הפה. שאמר .ה הצדיק וכד Der Zusammenhang von ״ עתקStolz" und ״ עתיקalt" wird hier durch die . Ableitung von der Grundbedeutung des Verbums ״ עתקfortrücken" (hiervon ״vorgerückt in Jahren", und ״fortgerückt, d. h.'lose, ungebunden, frech, übermüthig sein") völlig klar. (cfr. Fürst'ö Wörterbuch s. v. עתק.) Im Jalknt z. St., der diesen Midrasch etwas gekürzt bringt, fehlen die oben eingeklammerten sehr wesentlichen Worte, wodurch der ganze Gedanke die sprachliche Anlehnung und somit seine eregetische Bedeutung verliert. 11. Ibid. v. 4. קשת גבורים התים. Hat der Midrasch den vorhergehenden Satz, wie wir gesehen haben, mit Beispielen ans der biblisch-ägyptischen Geschichte belegt, so bezieht unser Kommentator nun den vorliegenden Vers auf die Aegypter, ״ihr Bogen ist es, der hierunter den zerschmetterten verstanden wird. Arcus Aegyptorum i. 6. fortitudo et potentia superata est, et ״infirmi“ scilicet israelitae confortati sunt." Der Kommentator kennt auch die andere Erklärung des Midrasch, die diesen Vers in Hinblick ans den folgenden ans den Kinderreichthum der Penina und die Kinderlosigkeit der Channa bezieht; er fügt hinzu : Aliter, Arcus i. 6. superbia et fortitudo Phenennae, quae in filiis gloriabatur , superata est, et Anna, quae ob Sterilitäten! infirma erat, accincta est robore filiomm. Dieses ״aliter“ entspricht vollständig dem bekannten midraschischen דבר אהד. 12. ibid. v. 5 ער עקרה ילדה שבעה übersetzt die Vnlgata: vonee sterilis peperit plurimos“ ״bis die Unfrucht- ') S. Nr. 7. S. 131.

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