Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 13 (30.3.1864)
- Date
- 1864-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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m!3. I x Sie6enter Jttfjrpi!]. * 5-egeSin, i>c» 30. Mrz 1861 Jeden:Mittwoch erscheint ein Bogen. prflnumeraUonsprergj: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. 50 kr., viertelj. L fl. ost. W. Einzelne Nummern 1B kr. Man obonnirt bei allen Postämtern u. Bnchhandlnngen des Znnnd Auslandes. k» (sluttulll.j!!. Mochenkkalt für jüdische Theokogke. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner zu Szegcdin. -Iirfcrate ׳ find and. Redaktion in Szegedin oder an Hrn. .srailj MWr in ilelstjig zN senden. Dis Lfpaliige Petilzeile wird mit 10. Nkr.' =± 2 Sgr. berechnet. Ktdaktion: 3 Kronen-Gaffe, Politzer'fcheS Inhalt. Dr. Trier in Kopenhagen. Nekrolog .von Dr. M. — Die hebr. Traditionen bei Hicronymns. Von Dr. Rahmer. — Kovrefpottdenz. Änsland. Trier (Religiöse Zustände.) Trier (Messias-Subskription.) München (Die erzbischöfliche Weigerung.) Frankfurt am Main (Tolcranz.) Inland. Wien (Horowiy Sendschreiben.) Wien (Rabbiner und Prediger) Wien (Konivcrt-Prozeß-Llteratnr.) Wien (Mnuifizenz des Erz- Herzog Albrccht.) Szegedin (Moutefiore.) Pest (Origlncller Prozeß.) Arad (Seminar. Montestore.) Ujhely (Stern.) TotiS (Schule.) FogaraS (Zn- - stände tu Siebenbürgen) Miskolz (Wühlerei des Fanatismus.) ’ Inhalt deu Beilage. Kurze literarische Nachn^keud^"^'^ Predigten. — Nappoports Bajazzo.Inserate. — Bemerkungen. Nr. 5ekMM Wer Trier. Kopenhagen, im Jänner.*) In den letzten Tagen des abgelaufenen Jahres verstarb hier in seinem 63. Jahre tin Mann, dessen Name in der jüdischen Geschichte unter den zahlreichen glanzvollen Nainen derjenigen unserer Glaubensgenossen ,-die sich auf dem Gebiete der Heilkunde ruhmvoll ausgezeichnet haben, einen Platz ersten Ranges verdient. Es ist dies der Etatsrarh, Professor, vr. 1n6ä. Seligmann Meyer Trier, Ritter des DannebrogordenS, DannebrogSmann und Ritter des schwedischen Vasaordenö, Direktor und Oberarzt des königlichen Friedrichs-Hospitals hier und Mitglied des hiesigen Sanitats- Kollegiums. Wenn schon diese Titel und Amtsstellungen einehrendes Zeugniß von der hohen Bedeutung und Würdigkeit dieses Mannes ablegen, so mag dieses Zeugniß noch durch nachstehende Charakteristik ergänzt werden, mit welcher die dänische ״Jllustrirte. Zeitung" (Jllustreret Tidende 1863 Nr. 222) das wolgetroffene Porträt des Verblichenen begleitete. ״Wer war dieser Mann? Ein Hochgestellter ans der Ehrenleiter? Einer der Mächtigen der menschlichen Gesellschast? Allerdings war er beides, aber dies war es doch nicht, was ihm. seine Bedeutung in einem weiten Kreise gegeben - nicht dies, weshalb so Viele ihn jetzt so schmerzlich vermissen nnd so :sehv beweinen. Er war ein Apostel der Hnmanitäl, er war Arzt.in.der wahrsten Bedeutung dieses Wortes. Woher kam er? Woher stammt er? fragte man so oft, um sich gleichsam dadurch eine Meinung vom Manne zu ' *) Durch Zufall verspätet. Red. bilden. Er stammte von dem von Gott erwählten Volke, das in Wahrheit mit Stolz auf die Reihen großer nnd edler Geister Hinweisen kann, womit es die Nationen der Welt gesegnet hat, — und er entsproßte aus einer Familie, in der persönliche Tüchtigkeit und Vertrauen ans eigene Kräfte ein väterliches Erbe war, das so viele Glieder derselben zw einem ehrenvollen Ziele führte^ Schon als Jüngling zog seine Begabun g und sein Fleiß die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, früh weihete er sich seinem schönen Berufe und schnell erwarb er sich die höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen. Da. sollte der junge Mann seine Wahl treffen, er sollte entscheiden, ob die Wissenschaft allein ihn in ihrem Dienste behalten, oder ob er sein Leben ihrer praktischen Ausübung weihen sollte, und der praktische Sinn, der ihn auch später nie auf seiner Bahn verließ, führte seine Wahl in diese letzte Richtung, obschon sie für den unvermögenden Familienvater sich nicht in dem lockendsten Lichte zeigen konnte. Daß er so gewählt, war ein Glück, denn waren auch in seinem früheren Leben Drangsale und Täuschungen auf seiner Bahn, die den Fuß hemmen mußten; so wußte er doch, daß sein redliches Streben mit der Zeit alle Hindernisse überwinden und Segen mit sich führen würde — und diese Hoffnung wurde nicht getäuscht. — Und so kam es denn, daß Trier in der praktischen Schule einer langen Erfahrung und bei einem stets offenen Blicke für die Fortschritte seiner Wissenschaft einer der vorzüglichsten Aerzte der Hauptstadt und des Land es geworden, dessen Rath nnd Beistand von Hohen und Niedrigen gesucht wurde, auf dessen Wort wahrend seiner Idjährigen Wirksamkeit als Oberarzt des Friedrich-Hospitals Tausende von Kranken mit Vertrauen nnd Dank gelauscht, dessen Leitung und Unterricht ein Segen gewesen für eine ganze Generation seiner jüngeren Standesgenvssen, dessen Rath selbst ältere Kollegen so oft mit Dank angenommen und dem der Staat für so viele wichtige und unbezahlbare Dienste zu