Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 10 (9.3.1864)
- Date
- 1864-03-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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schwülstig. Wortspiele, biblische oder talmudische Redensarten und gereimte Sätze kommen zu oft vor in dieser Schrift, welche die einfache maimonidische Welse nachzuahmen vorgibt. Das Büchlein besteht aus eilf langen Kapiteln. Nichts ist darin vernachlässigt: die einem Pfandherrn oder seinem Stellverrreter unumgänglichen, jedoch komisch übertriebenen Eigenschäften, die einem Pfandhause günstige Lage und dessen innere Einrichtung, die Art und Weise, wie die Pfänder zu prüfen sind, um von dem Erborger nicht geprellt zu werden, und die Schätzung des Wertheö derselben , wie viel man darauf borgen dürfe; die erforderliche Vorsicht, um nicht der Gefahr einer Feuersbrunst, eines Diebstahls oder! eines Einbrnches ansgesetzt zu sein, und die Pfänder überhaupt vor jedem möglichen Unfälle zu sichern; die Zahl und die Beschaffenheit der Pfandbücher, nebst den ins Kleinlichste gehenden Regeln der Buchführung; die Berechnung der Zinsen und alle bet der Zurückforderung der Kapitalien zu beobach- .Lenden Regeln; die tägliche Rechnungslegung des Buchführers und überhaupt alle vor dem Schluß der Tagesgeschäfte vorzunehmenden Operationen, — Alles dies ist mit einer ernsten und ängstlichen Genauigkeit angegeben und legislatorisch vorgeschrieben. Jm'eilften Kapitel eifert der Verfaffer gegen die Betrügereien sowol einzelner Pfandinhaber zum Nachlheile ihrer nichtjüdischen Kunden, wie auch einzelner Geschäftsführer zum Schaden ihrer Prinzipale. Er zählt da mit einer stannenswerthen, die größte Sachkenntniß verrathenden Genauigkeit alle Kniffe und Schliche auf, welche, wie er in Erfahrung gebracht, unredliche Leute bei derartigen Geschäften sich zu erlauben pflegten. Der Verfasser ist zwar nicht der Meinung,- daß der Darleiher auch nur aus den kleinsten Theil der Zinsen verzichte, viel weniger ohne Pfand und zinsfrei leihe; im Gegentheil hält er den Ver- Pfänder verpflichtet, jeden ihm geleisteten Dienst zu bezahlen, und gesteht er dem Darleiher .daS Recht zu, von seinem Geschäfte den möglich größten Nutzen zu ziehen; allein er entzieht ihm ganz und gar das Necht> seine Klienten zu übervortheilen. So der Verfasser. Wir aber Müssen uns. bei unserer größten Indignation noch darüber, wundern , daß durch den damaligen Druck das Gefühl der Redlichkeit nicht׳, ganz, erstickt wurde , und nicht noch schlimmere Repressalien erzeugt worden sind. Uebrigenö'fel es der Zweck deS Verfassers, seine Leser zu unterhalten, oder zu belehren, — wir erblicken in diesem Buche ein seltsames ׳.Stück Sittengeschichte , und zugleich ein trauriges Zeichen. der Zeit in dem Umstande, daß man derlei klägliche Zustände:.benützen konnte, :um ein Publikum zu unterhalten. 'מעריב הליל ׳פורים ום׳ חבקוק הנביא על ׳שגינות לקרוא׳.2 ■ בו בעת רצון בימי הפורים Hv המהלוקורח ומלחמות שרבו במו• רבו כין בית כראי ובין בית בארי Das מעריב enthalt die gewöhnlichen Stücke vor jedem Segenssprnche' für die Festabende. Das größere aus zehn Versen bestehend, beginnt: ליל שכורים ,יאמרו איש א? רעהו זכרו יום סוריכם הו** בליל הג סורים die ersten und letzten Worte wiederholen sich in jedem Verse. Für däS נביא לסורים siehe Steinschneiders Katalog Nr. 3721. 3. מס׳ שכורי' מגלח. סתרי׳ והיא משנה וגמרא לקרוא. כו בעת רצון בימי הפורים Vorangeht geht das geistreiche, dem Gabirol zngeschriebene, gegen einen geizigen Wirth gerichtete Gedichtchen. Die מם' שכורים besteht in einem Eremplare aus sieben Kapiteln, deren Titel denjenigen der zwei ähnlichen vou H. Steinschneider (Katalog 3721 und 6068)׳ unter dem Namen 'מגי סתרי und פורים angeführten talmudischen Parodien so genau entsprechen, daß die Handschrift, wöräüS mein Eremplar entlehnt wurde, augenscheinlich vor deren willkürlicher Zusammensetzung entstand. 3n dem herkömmlichen Abschied (הרק עלן׳) ist zwar die Anzahl sämmtlicher Kapitel auf *t angegeben, als ob es sich um ein einziges Werk handelte; aber es ׳kann nur ein Zusatz des Abschreibers gewesen sein, den die. darauf folgenden Worte: אשרך מסכת סורים שנכנסת בסכלת ויצאת בזהב auf die ersten Worte des 4. resp. 1. Kapitels באתת בארך משמיעין על הסכלים anspielend, sogleich Söge« strafen. Unter den zwei, so gewaltsam vereinigten Schriften,besteht gar kein ZusammenHang. Ich beschränke -mich auf die Bemerkungen, daß die zweite, alsderen Verfasser sich ein Kalonymos ausdrücklich angibt, von der ersten an Stoff und Styl, an Zdeengang und Manier sich scharf unterscheidet; daß der Disput von ganz anderen Personen darin geführt wird; daß sie keine Notiz von ס׳ הבקוק nimmt, dein die erste, die wahrscheinlich von demselben Verfasser herrührt, das erste Kapitel widmet, indem sie es ׳sowol halachisch, als agadisch auölegt, und auch in den folgenden erwäl-nk. Obwol sie der ersten in der Nachahmung des talmudischen StylS und der. talmudischen Beweisführung und Methode sichtlich nachsteht; indem sie nicht selten , ihre Aufgabe vergeffend, sich in reinem biblisch Hebräischen ausdrückt und sich zu viele Abschweifungen erlaubt, ist sie doch wohlgefälliger, unterhaltender und darum auch interessanter, weil sie den Schleier der alten Sitten eines Theiles der italienischeu Judenheit etwas lüftet. Merkwürdig ist es, daß der Verfasset sich bei seinen Lesern für diese Parodie rechtfettigen zü müssen glaubte, obgleich daraus nicht erhellt, daß sie Äergerniß erregt hatte. 2) Der Kopist, hat auch mit dem Büchlein -זכרון:פורים des David Raphael den Abraham Polido, das er nach der Liv'orneser AuSgabe vom Jahre באמתך abgeschtikben, seine burleske .Sammlung bereichern wollen, und ist meines Erachtens dem Polido die Autorschaft des Stückes מבוכה נמוכה wie Ändere meinen 0) .abzusprechem