Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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183 184 ׳ I. . . , : Waren unsere Gegner überhaupt berechtiget , uns ihre Ansichten und Meinungen in religiösen Fragen aufdringen zu wollen? Waren sie berechtiget, uns zuzurufen: Schaffet hinweg die fremden Götter aus Eurer Mitte? Befragen wir hierüber unsere alten und neuern Religionsbücher und Gesetzesquellen. Der Talmud (Sabb. 51 a) erzählt: Rabbi Jehuda Ha-Naßi hat in einer religiösen Frage, die ihm vorgelegt würde, sich , verbietend ausgesprochen; mittlerweile aber erfuhr er durch Rabbi Jischmael benJose, daß dessen Vater Rabbi Jose sich m. eben derselben Frage erlaubend entschieden habe; sogleich zog Rabenu ha- Kadosch sein abgegebenes Urtheil zurück, indem er zu seiner Enschuldigung hinzüfügte: da ein alter bewährter Fachmann hierüber einmal seine Meinung geäußert hat, fühle ich mich nicht mehr berechtigt, demselben zu widersprechen. Nachdrucklich sagte hierauf ein dritter unparteiischer, weil am Streite nicht betheiligter Lehrer: בא .וראה כמה מחבבין זה את זה seht doch , wie diese unsterblichen Geistesheroen sich gegenseitig achten und würdigen! Denn obgleich R. Jose, solange er am Leben war, zu den Füßen R. Jehudas saß, also sein Schüler war, enthielt letzterer sich dennoch - in religiösen. Fragen ein Urtheil abzugeben, nachdem R. Jose sich einmal darüber ausgesprochen Hatte. An einer andern Stelle (Sabb. 63 a) äußert sich der Talmud folgendermaß-«-.שני ת״ח הנוחין זה לזה בהלכה, ה״ק״ב״ה מקעיב להם Das Wirke» «nd Walten zweier' GeseheSlehrer die sich in der Lösung religiöser Fragen gegenseitig aller Rechtseingriffe enthalten, in der Urtheilsabgabe über religiöse Satzungen sich gegenseitig nicht beeinträchtigen, über die Grenzen ihres Wirkungskreises nicht hinausschreiten, erringt Gottes Wohlgefallen. Im selben Sinne' spricht sich R. Simon b. Lakisch aus:שנית״ח המקשיבין זה לזה בהלכה Die Worte zweier Gesetzeslehrer, die ihre Urtheilsspräche in zweifelhaften religiösen Fragen gegenseitig achten und gelten lassen, לקולם MM ה״לן״ב״ה erhört Gott der Herr, ש^אמר und darauf spielt auch der unsterbliche. Meistersänger mit den Worten an: £ד״זיושברת בגניב ז»״ז3. הברים מסשיבים לקולך השמיעני> daß 1« seinen Gemeinden blüht! wenn deine Gärtner, ihre Pflan- Zungen auf religiösen Gebiete schonen, nicht aber dieselben wechselweise verwüsten und zu Welkthum bringen, höre ich gnädig deine׳ Stimme; sie klingt mir dann'lieblich und angenehm. -־. In der That, meine Verehrten! leiteten solche Grundsätze unsere berühmtesten Talmudlehrer der alten Zeit, die Tannaiten und Amoräer, so wie die Geonim bei der Lösung zweifelhafter Rechts-oder religiöser Fragen. Abba Arekka und-Samuel, die großen talmudtschen Autoritäten, deren . Namen fast auf jedem Blatte unserer Talmuds prangen, weichen bezüglich unzähliger religiöser Fragen in ihren Ansichten und. Meinungen wesentlich von einander ab, so daß vieles in Nehardea, wo Samuel als religiöses Oberhaupt fungirte, erlaubt war, was in Surä, wo Abba Arekka als alleinige Autorität anerkannt war, verpönt und verboten war; und dennoch wollte letzterer, als er nach Nehardea kam, diesem Orte seine Ansichten keineswegs aufdrängen, und auf Grund erhebt es P'ri Chadasch ein allgemein anerkannte talmudische Autorität, zum unverbrüchlichen Ge> setze, wenn ein Schriftgelehrter in einen Ort kommt, wo einem' Andern über Satzungen und religiöse Bräuche ein Urtheil gesetzmäßig zusteht, darf er, selbst wenn er jenen an Wissen überträfe, seine Meinung nicht gewaltsamerweise geltend machen, und nicht, für unerlaubt erklären , was der Ortsvorsteher in Religionssachen erlaubt hat. Derselbe vielgepriesene Rabbi sagt es klar und unzweideutig: **) ״wenn eine jüdische Gemeinde einen Neligions- Vorsteher an ihrer Spitze hat, so darf nur sein Urtheil, ob es nun ׳bejahend oder verneinend laute, als allein giltig und maßgebend betrachtet werden." Wenn nun Fremde, Unberufene auf die Angelegenheiten einer fremden Gemeinde Einfluß zu nehmen, dieselbe in ihrer friedlichen geistigen Entwickelung zu hemmen, alle ihre Bestrebungen zur Verherrlichung Gottes und Israels zu verdächtigen und in den Staub zu treten, eine עדת ישורון für. einen Verein von Götzendienern auszuschreien, und-ihre Ansichten und Meinungen als die allein seligmachenden zu preisen wagen; dann istes Pflicht׳ und Schuldigkeit ׳jedes Einzelnen in Israel,- gegen solche Anmaßung mit Wortenwenigstens emzustehen, derlei Verdächtigunge'n und Beschuldigungen mit Entrüstung die Spitze: abzubrechen, denn UW ואם לא יגיד 11שא wenn man hierüber schweigend hinweggehen zu können meint,. so ladet man die Schuld auf seine eigenen. Schultern/ dann wird es der Schmähungen und Flüche kein Ende geben,׳Wann wird man zu den verwerflichsten Mitteln seine Zuflucht nehmen, um Leichtgläubige zu -überreden , daß auch in unseren Tagen חטא חטא ירושלים, ,על כן לנדה היתה Gemeinde in Israel sich aus dem Verbände des Judenthums, losgelöst, und darum den Fluch ewiger Verdammniß auf' sich geladen habe! . Meine Verehrten! Unsere alten Weisen erzählen, in ihrer bekannten sinnigen Weise: Als Israel sein erstes Lied am rothen Meere anstimmte ***). übten die Klänge dieses פ״ח״ד (Anhang zu Or. Ehajim) דיניי מנהגי איסור•©•• 327.8. u. 328 2. - / ׳ יי **) Das. - - . ' y - ■ ׳ ׳(*** Sota. 30. G. / /