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Ben Chananja · 1864-03-02 · 9 (2.3.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
9 (2.3.1864)
Date
1864-03-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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m brachte?er zurück!von!der Sünde, denn die Lippen des Priesters sollen bewahren,die Missenfchaft, und -das RcligionSgesetz suche mau aus .seinem Munde — er sei ein Engel Gottes!" Und das war der Verstorbene; im Rüche der Engel finde er seinen Lohn. Inland. —:HZest,!88. Februar. Am!23.. b. M. wurde für Dr. Sachs die Lranerfeierlichkeit abgehalten. Dr. Meisel hielt eine sehr gelungene Rede,, Pie einen tiefen Eindruck machte. Friedmann trug die vcn ihm selbst kom.ponirten Gesangstücke auf eine wahrhaft meisterhafte Weise vor.'Beim El Male Nachamim blieb kein Auge thränmleer. Ä.Pest,!26. Februar. Der WohlthätigkcitS-Verein ״Coucordia" hat!soeben -einen Ausweis über seine Gebarung -vom 1. Jänner bis!zum 31. Dezember v. I. .und über seinen Vermögensstand veröffentlicht. Größter AnSgabSposten: 115.7 fl. an Apothekerrechnungen bis 1. Juli v. I. An Aerzte, Medikamente, Tarator, Vereins-Aktuar und Vereinsdiencr -wurden '1480 fl. gezahlt. Kraiikenuiiterstützungen 522-fl. Vereins-!vermögen: Ä629!fl. .25 kr. Vereins-Vorstand: Posner.,- S. Deutsch, P, -S. Wertheimer, I. Tausig, B. Steiner. ,? Pest,, 26. Februar. Der Vmstand der Miskolczer Gemeinde hat, statt der inneren Kraft seiner progressiven, zeitgemäßen Bestrebungen zu vertrauen, die Vermittlung des hiesigen Oberrabbiners Dr. Meisöl bei dem Statthaltereirathe gegen die Fanatiker in Szikßö'und St.'Peter angcrusen. Dr. M., der die Verhältnisse!,loch immer!nicht kennt, ,hat sich,! verleitet von den ihm von Miskolcz ans gemachten Komplimenten, Hinreißen lassen, -dem Statthaltereirathe ein Gesuch, zu unterbreiten. Er wurde, aber, wie leicht vorauszusehen war, zurückgewiesen, indem ihm bedeutet wurde, daß er sich als Pestcr Rabbiner nicht in die Angelegen- Helten anderer Gemeinden zu mischen habe. In den Gemeinden des - Distriktes jenseits der 'Donar, hat es, wie״!'ich aus mehreren Briefen ersehe/weinlicheS Aussehen gemacht, daß die dortigen Gemeinden bei der bevorstehenden Konferenz nicht vertreten sein werden (TotiS im Komorner Komitate gehört aber zu diesem Distrikte, und von dort ist ein Ver-- tranenSmaun berufen. Red.) Besonders kann man eS in Groß-Kanizsa nicht verschmerzen, daß Fasset, der wegen seiner Verdienste um das Schulwesen von 'Sr. Majestät Ausgezeichnete, präterirt wurde. Ll. Arad, im Februar. In unserer Stadt, wo die ersten Blüten des aufgellärtern Zeitgeistes fchon vor vielen Jahren aufgebrochen und bereits herrlich,duftende Früchte getragen, was an vielenOrten unseres geliebten Vaterlandes!noch bis-heute ein kium äösistvrium geblieben, verdient der HumanitätSstnn unserer Gcsammtbevölkerung die meiste Belobung und Anerkennung. Die hier bestehende Suppenanstalt läßt in Anerkennnng, daß -die Judenschaft an der Creirung derselben auch bedeutenden Antheil genommen, 10 ׳Perc. der Gesammteinkünste dem isr. HumanitätS-Verein zu« kommen. Letzterer Verein entwickelt in diesem Jahre besonders lobens-!werthe Thätigkeit. Dieser Verein-vertheilt allwöchentlich an eine bedeutende Anzahl von -jüdischen Armen Brot, Holz und Geld und hat sich dies bis inklusive!der Osterfeiertage,zur Aufgabe gemacht. Diesem Ver-!ein fließen auch!von unseren christlichen Brüdern gar bedeutende Spenden zu. So z. B. ließ!unser geehrter Stadthauptmann den fünften Theil des nicht unbedeutenden Reinertrages eines im Fasching zumBestender Nothleidenden abgehaltenen Balles dem Humanitätspräses zukommen. Herr.Treumann, Direktor des Karlrheaters in Wien, sendete unser» Armen 100 fl. :mit dem Verlangen, den dritten Theil derselben, dem isr. HumanitätS-Verein zu übergeben, nnd so könnten wir noch viele lobenswerthe Thatsache» derartiger Natur vorführen , wollen uns aber kurz fassen und nur noch eines anführen. Unsere isr. Schuljugend hat zu Gunsten deö ״jö felebarätok 62r6äs"-׳Vereineü, der zur Versorgung und Erziehung armer Kinder sich gebildet, eine Sammlung veranstaltet, 172 dessen Erträgniß nahe au 56 fl. an betreffender Stelle bereits abgegeden-wurde. N. MiSkolez, 23. Februar. Leider kam es in unserer Mitte wieder zu eiuem skandalösen Auftritte. Einige Mitglieder unserer Chevra Kadischa wollten nämlich unserm wäckern Kantor Katschmaroff verhinder». am vergangenen 7. Adar das übliche ״El Male Nachamim" zu rezitiren. Die Ruhestörer wurden aus der Liste der VerernSmitglieder gestrichen. Der Szikßper Hillel, von dem man in hiesiger Gegend sagt: mp ׳הלל היה soll sich entschlossen haben, mildere Saiten anzuschlagen. Seine letzte Marktpredigt mindestens war minder stürmisch, als ihre Vorgängerinnen. Miskolcz, 7. Februar. Herr Redakteur! Gestatten Sie mir. Ihnen einige Thatsachen mitzutheilen, welche geeignet sind, auf die Justiz und öffentlichen Zustände unserer Stadt ein Helles Licht zu wersen, und daher auch in weitern Kreisen Interesse zu erregen. Im Herbste des Jahres 1861 wurde von der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde eine Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Bei der durch den neugewählten Vorstand vorgenommen Kaffarevision stellte sich in der Tempelbaukassa ein Abgang von 6000 fl. heraus. Als der abgetretene Vorsteher über dieses Defizit befragt wurde, erklärte sich vor der Revisionskommission der Gemeindenotär der Veruntreuung schuldig. Spätere Erklärungen jedoch, noch mehr aber der Umstand, daß der Gemeindenotäc zur Kassa keinen Zutritt haben konnte, erhärteten cs zur Genüge, daß diese Selbstanklage betreffs der einen Hälfte des Defizits eine falsche war. Ihre Wirkung aber konnte keine andere gewesen, sein, als den zur Rechenschaft gezogenen Vorsteher vor der Anklage zu bewahren. Der Gemeindenotär wurde nun verhaftet, der Ersatz der einen Hälfte des Defizits im Betrage von 3000 fl. aber dem Kassier des Tempelbauausschusses zur Last gelegt, weil dieser nach dem Wortlaute des behördlichen Bescheides ״zwar ein Mann von makellosen Charakter, doch über die Ablieferung des geuaiinlen Betrages keine Quittungen, sondern bloß mehrfache Zeugenaussagen beibringen konnte." Daß ein solches Verhältniß überhaupt möglich geworden, erklärt sich aus der kollegialen Weise, wie in Ermanglung einer schriftlichen Instruktion für den Kassier die Geldgebarung geführt wurde. Zu deren Charakterisirung erwähnen wir bloß, daß der Gemeindevorsteher dem Kassier Anweisungen zur Ablieferung von großen Summen an den Baumeister übermittelte, während er selbst , in-Abwesenheit des Kassiers in Gemeinschaft mit zwei ׳anderen Vorstandsmitgliedern, welche die Kaffaschlüssel verwahrten, die nothigen Summen in Form von Sparkäffabücheln aus der Kaffe hob, diese zu Geld machte, das Geld auch selbst dem Baumeister übergab, -und den Kassier bloß zur Komplettirnng der jeweilig erforderlichen Summe mittelst der bei diesem!eingelaufenen kleine Beträge in Anspruch »ahm. Nichtsdestoweniger wurde, wie erwähnt, der Kassier für das benannte Defizit verantwortlich gemacht und das Vermögen desselben mit Beschlag bslegt. Die hohe k. ungarische Statthalterei 'ließ zwar die Beschlagnahme in Kraft, wollte jedoch dieselbe als vorläufige Si- -cherstellung zu Gunsten des beschädigten,öffentlichen FondeS betrachtet wisse», und ordnete an, daß durch den Gemeindevorstand gegen alle Personen, welche an der Verwaltung der Gelder, es sei in welcher Art immer, Theil genommen haben, eine ordentiche Untersuchung ein« geleitet werde. Obwol nun der weitaus größte Theil der israelitische» Bevölkerung für die Ehrenhaftigkeit des Kassiers einstands auch mehre Hauseigenthümer für ihn Bürgschaft leisten wollten, wurde dennoch von der k. Komitatsbehörde zur Feilbietung des dem Kassier gehörigen Waarenlagers im Lizitationöwege geschritten, während dasselbe der angezogenen Statthalterei-Entscheidung gemäß doch -nur behufs vorläufiger Sicherstellung in Beschlag zu nehme» ,war. Die Vornahme der gleichfalls von der k. Statthalterei angeordneten Untersuchung -ward -von der

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