Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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169 170 Kontroverse stattgesunben hat. Don Jsak tritt in diesem Merkchen für Mtümonides gegen Chaskai KreskaS und Josef Aldo in die Schranken, und sucht hie und da den Sinn der Maimonidischen Lehre in ein klares Licht zu stellen. Niemals ist es aber einem Literaturhistoriker in den Sinn gekommen, Abravanels Schrift als einen Kommentar der dreizehn Glau- , bensartikel zu bezeichnen. Ungefähr dasselbr gilt von David Vitals Abhandlung Michtham le-David*), welche unter den Auspizien des berühmten Grammatikers EliaS Levita 1516 in Venedig gedruckt wurde. Der Verfasser findet die 13 Glaubensartikel in der ersten Sektion des Schema, in dem Gebete Channa's und noch an andern Stellen angedeutet. Er spricht die Vermuthung aus, daß die 13 Glaubensartikel dem MaimomdeS auf traditionellem Wege überkommen sein mögen, worauf stch R. Mose Sofer, wäre es ihm bekannt gewesen, sicherlich berufen hätte (CH. Sof. Jore Dea Ende.) Den 10. Glaubensartikel faßt auch er, wie Abravanel, der Wahrheit gemäß als die Lehre von der Vorsehung auf, und führt denselben merkwürdiger Weise als fünften Artikel an. Als Kommentator der Maimonidischen Artikel kann aber auch Vital nicht gelten! Beim Unterrichte in der Religion ״wird auch auf Kommentar, Talmud, Midrasch und Agava Rücksicht genommen." Auf wessen Kommentar? Die Zahl der Bibelkommentare ist ja ungeheuer groß! Ferner : ist die Haggada, auf die Rücksicht genommen wird, kein Midrasch? Im ersten Jahre.wird die Glaubenslehre vorgetragen. Warum aber der Lektionskatalog aus den Spezialitäten der Glaubenslehre nur die Eigenschaften Gottes hervorhebt, und die übrigen mit Stillschweigen übergeht, ist nicht* leicht zu erklären. Im zweiten Jahrgange wird gelehrt: ״Die Pflichtenlehre mit Benützung des Talmnd und der Eregeten, als: 1c. הובות הלבבות מורה. נכוכים כוזרי Den schlecht gewählten Ausdruck ״Eregeten" wollen wir dem Kataloge Nachsehen; die angeführten Werke haben jedenfalls auch exegetischen Inhalt. Erheblicher wäre schon, zu erfahren, in welches Verhältniß Kuzari und More zur populären Pflichtenlehre gebracht werden. Manche Leser des Lektionskatalogeö werden vielleicht dem Gedanken Raum, geben, daß das mosaische Ceremonialgesetz in der Pester jüdischen Präparandie nach der rationalistischen Weise des Maimonidischen More erläutert wird, was leicht Anstoß geben könnte. In dieser Rücksicht ist aber die Präparandie wirklich unschuldig, da es wol ׳nur Gedankenlosigkeit ist, welche von der Benützung des More und Kuzari beim Vortrage der Pflichtenlehre spricht, *) Dr. Jellinek glaubt irrthumlich, daß das Büchlein von de» 10 Geboten handelt (L. B. 7, 199), und Dr. Steinschneider bezeichne! eS irrthumlich als ein Gedicht über die 13 Glaubensartikel (Cat. Bodl. 690). Sin Gedicht dieses Inhaltes kommt allerdings auch darin vor. und sich soweit vergißt, die Pester'Präparandiften den Pentateuch sogar mit dem Targnm Onkelos studiren zu lassen!! Mit einem solchen Lektionsplane trat die Präparandie vor die jüdischen Gemeinden in Ungarn, dieselben zu neuen Geldbeiträgen auffordernd. Wir erlaubten uns damals mit aller Schonung anzudeuten, daß man. an die Gemeinden nicht nur dann denken sollte, wenn man Beiträge von ihnen fordert. Da der Herr Einsender jener Aufforderung von der Gemeinde-Autonomie sprach, gestattete sich der Redakteur des ״B. CH." im wolverstandenen Interesse derWräparandie auch hierüber einige Bemerkungen. In Folge dessen mußte derselbe am 13. Jäner l. I. als Angeklagter vor dem Militärgerichte zu Szegedin stehen. Der Prozeß ist׳ in diesem Augenblicke noch im Zuge; die Freunde ״Ben Chananjas" mögen seinem Ausgange mit demselben Gleichmuthe entgegensehen, mit welchem ihm der Angeklagte entgegensteht. Uebrigens werden die unleugbaren, wesentlichen Mängel der Pester jüdischen Präparandie durch etwaige , einem einzelnen Redakteur bereitete Unannehmlichkeiten nicht beseitiget. Die Beseitigung dieser Mängel wird aber vollständig gelingen, sobald die Präparandie nach den Forderungen der Zeit und den Bedürfnissen der jüdisch-ungarischen Gemeinden mit gründlicher Sachkenntniß reorganisirt, der dreijährige Kursus eingeführt, die Aufnahmsprüfung der Zöglinge auf eine zweckmäßige Weise geregelt ist, und die Einrichtung getroffen wird, daß die künftigen Religionslehrer stch als solche einer besondern Prüfung zu unterziehen haben. Ko rresponden). ' Ausland. Thorn,im Februar. Auch in unserer Gemeinde wurde das Gedächtnißdes frühverstorbenen Dr. Sachs würdig durch eine Predigt unseres Rabbiners gefeiert , in welcher die Bedeutung des Verstorbenen für daö konservative Judenthum hcrvorgehoben und gezeigt wurde., wie er dastand gleich einem Leuchtthurme, rings umbranst von den mitunter hoch gehenden Flntheu der Zeit, der den Irrenden den Weg zeigte, und den Schwankenden einen Anhalt bot, wie er ein bedeutender Gelehrter, einer der glänzendstem Kanzelredner, aber mehr als Alles dieses ein Charakter war. Schön wurden ans ihn die Worte des Davidischen Klageliedes angewandt: ״ הצבי ישראל על במוחך הללZierde Israels, wie wardst Du aus dem Höhepunkt deiner Wirksamkeit uns entrissen!" Auf dem Höhepunkt — weil in dem neuerbauten'großartigen Tempel zu Berlin sich seine Reduerkraft erst im vollen Glanze zeigen sollte. Er gehörte zu den wenigen Kämpfern für das Judenthnm, die keinen Zoll breit von dem geheiligten Boden desselben aufzugeben gewillt sind, die es decken mit jenem Schilde, von dem eS herßt בל משוח בשמן bajj es nicht mit Oel geglättet war," Feind jeder Heuchelei, fern jeder Schmeichelei. Er erreichte ungefähr, so schloß der Redner, wie selten einer, das Ideal des modernen Rabbinerthums, wie es vorgezeichnet ist in den verklärenden Worten des letzten der Propheten: Die Lehre der Wahrheit war in seinem Sinne, kein Makel auf seinen Lippen, in Geradheit und Rechtlichkeit wandelte er vor mir, und Biele