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Ben Chananja · 1864-03-02 · 9 (2.3.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
9 (2.3.1864)
Date
1864-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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167 168 des zu Fuß zu Rabbi Josef ben Me?r in Lucena und bat diesen Mann um Unterricht. Rabbi Me?r hielt MaimonideS für einen verlassenen armen Knaben, und gab sich um seine (dessen) Erziehung und Bildung viel Mühe." Wie kommt es, daß MaimonideS, der zu R. Josef reist, nicht von diesem, sondern von dessen Vater erzogen wird? Dieses Problem ist gewiß nicht leicht zu lösen. Glücklicherweise braucht die Lösung nicht versucht zu werden, da an der ganzen Geschichte kein wahres Wort ist. MaimonideS ist weder zu R. Josef gereist, noch wurde er von R. Mel'r erzogen. Er war ein Kind von ungefähr sechs Jahren, als Ersterer das Zeitliche segnete. Der Verfasser des vorliegenden Lesestückes weiß nicht einmal/ daß das Maimonidische Sefer Ha-Mizwotss eine Einleitung zum Mischne Thora bildet, und daß die ״acht Kapitel" und die 13 Glaubensartikel im Mischna- Kommentare enthalten sind (84)!! Der Hoffnung, daß die Musterhauptschulen bedeutende literarische Aufgaben lösen werden, hat mithin, bis zur Stunde wenigstens, die Wirklichkeit nicht entsprochen. Solchergestalt tritt man diesen an sich trefflichen Anstalten sicherlich nicht nahe, wenn man denselben nur eine lokale Bedeutsamkeit vindizirt. In dieser Beziehung verdienen aber die Erhaltungskosten derselben mit in Erwägung gezogen zn werden. Um jedem Mißverständnisse vorzubeugen, sei hier die Bemerkung vorangeschickt, daß es keinem Billigdenkenden in den Sinn kommen kann, die wolerwprbenen Rechte der an den Musterhauptschulen angestellten Lehrer schmälern zu wollen. Die Rechte dieser Schulmänner müßten bei jedem Arrangement gewahrt bleibenwelches die Zukunft^ etwa in Betreff der Musterschulen herbeiführen sollte, über die wir uns folgende Andeutungen gestatten: Des verhältnißmäßig schwächsten Schulbesuches erfreut sich unter den Musterschulen die Schule zu Sätor-Alja- Ujhely, wo von 800 schulfähigen Kindern nur 200 die Schule besuchen. Der Majorität der großen, aber vom Chaßidäerthume stark infizirten Ujhelyer Gemeinde leuchtet also die Wohllhätigkeit eines methodischen, sich der Sprachreinheit befleißenden Unterrichtes noch nicht ein. Es ist daher eine Forderung glaubensbrüderlicher Liebe, daß in dieser Gemeinde, wo die Erhaltung einer öffentlichen Schule trotz der Kästenbaum'schen Stiftung mit vielen Schwierigkeiten ver- Kunden wäre , der Schnlfond nachhelfe, um für ein geordnetes Schulwesen Propaganda zu machen. Durch den Fortbestand der Schule muß der Widerstand des ChaßidäismuS endlich gebrochen werden. Auch in Märmaros-Sziget, in Mäd, Liska, Szikßs, St. Peter und ähnlichen Gemeinden dürften — mindestens für einen gewissen Zeitraum — Schulen aus dem Schulfonde zu unterhalten sein, um in den zurückgebliebenen Gegenden einem dem Bedürfnisse der Gegenwart entsprechenden Unterrichte Bahn zu brechen. Anders verhält es. sich mit den Musterschulen in gebildeten Gemeinden. Andere mögen berechnen, ob die Zinsen der von der Pester .Gemeinde zum Schulfonde eingezahlten Quote hlnreicheu, die Kosten zu decken, welche die Pester Musterhauptschule in Anspruch nimmt. Allein zugegeben, das dies der Fall m, wird man doch schwerlich einen vernünftigen Grund daftr finden, weshalb der einen Gemeinde die Zinsen der von isr eingezahlten Quote zu-, und der andern ab gesprochen we^- den. Dies wird in vielen Gemeinden schmerzlich empfunden Am schmerzlichsten vielleicht in der Szeged in er Gemeinde die viel, sehr viel gezahlt hat, und der die Zinsen der vo^ ihr eingezahlten Quote noch willkommener sein müßten, al^ ihrer ohne Vergleich größer» und reichern Pester Schwestergemeinde. Die Gemeinden zu Pest, Temesvar und Fünfkirchen dürften sich in nicht gar ferner Zukunft veranlaßt fühlen, freiwillig mit einem die künftige Erhaltung der Muster-! Hauptschulen betreffenden, von der Gerechtigkeit und Billig-! keit diktirren Vorschlag hervorzutreten.! Die einzige aus dem Schulfonde dotirte Anstalt, welche! nicht lokale, sondern allgemeine Bedeutsamkeit hat, ist! III. die jüdische Präparandie 1 in Pest, welche am 24 Oktober 1859 eröffnet wurde, nach- I dem am 4. Oktober unter dem Vorsitze des Herrn Schulrathes Barton eine Konferenz äbgehalten worden war, an welcher sich der Herr Schulendirektor Kriegler, der Pester! Gemeindevorstand und der Lehrkörper der Musterschule be- | theiligt hatten. Gegenstand der Konferenz war: Herbeischaffung der Lokalitäten, der Utensilien, der Lehrmittel und die Eröffnungsfeier. Von wem wurde der Lehrplan für die Präparandie entworfen? Wer wurde dabei zn Rathe gezogen? Wem ist es zuzuschreiben, daß man sich in einer bilinguistischen Lehrerbildungsanstalt, in welcher überdies das Hebräische auf eine umfassende Weise gelehrt werden soll, mit einem zweijährigen Kursus begnügte? Ueber alles dies wird vielleicht die Zukunft Aufklärung bringen. Hier können wir uns jedoch nicht versagen, einige charakteristische Spezialitäten zur Sprache zu bringen, welche der voriges Jahr gedruckte LektionSplan der Präparandie enthält. Wirerfahren aus diesem Lektionsplane, daß ״die dreizehn Glaubensartikel mit Benützung der Kommen tato reu" behandelt wurden. Welcher Kommentatoren? Offenbar derer, welche die dreizehn Maimonidischen Glaubensartikel kommentirt haben. Allein zu diesen ist, wie jeder Sachkener weiß, gar kein Kommentar vorhanden!! Die ausführlichste Monografie über die Maimonidischen Glaubensartikel ist das Rosch Amana von Don Jsak Abravane!, welches zuerst 1505 in Konstantinope! erschien, und über dessen Verhältniß zu Abraham BibagoS Derech Emuna ■ zwischen Carmoly, Tsarfaty und Luzzatto eine interessante

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