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Ben Chananja · 1864-03-02 · 9 (2.3.1864) · page 3

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Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
9 (2.3.1864)
Date
1864-03-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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165 Bet der großen Anzahl der kleinen Gemeinden; beiden bedeutenden Opfern, welche dieselbe für Erhaltung des Kaltus zu bringen haben; und bei dem Umstande, daß die kleineren Gemeinden, namentlich in Dörfern^ durch Uebersiedlungen oft Mitglieder verlieren, selten aber gewinnen, dürfte, ei angezeigt sein, ihnen die Erhaltung ihrer — übrigens mit Ser Strenge zn überwachenden — Schulen zu erleichtern. 1s das katholische Schulwesen regelnde 8M6wa schola^ m elerueDtarium findet es zulässig, ja empfiehlt es,- daß rer Jugendunterricht dort, wo keine Schule errichtet werden stnn, von dem Geistlichen erstellt werde (§§. 14. 20.) Sollte es kleineren jüdischen Gemeinden nicht zu gestatten sein, die Zugend von ihrem Kultnsbeamten unterrichten zu lassen? II. Die Musterhauptschulen verdienen nicht minder einer unbefangenen Betrachtung unterzogen zu werden. Die Genesis dieser Lehranstalten ist folgende: Die Vertrauenskommission von 1851 machte den׳ Vorschlag, daß in jedem der damalige» fünf Regierungsdistrikte Ungarns eine VörbereitüngSschüle errichtet werde, aus welcher die Zöglinge in das/zu gründende Seminar treten sollend Die Kommissionging von dev richtigen Vorausetzung aus,׳ daß keine! einzige ׳ jüdische Gemeinde in- Ungarneine Anstalt - besitzt , in. welcher z. B. die Maturität für das Breslauer Seminar erreicht werden könnte. Auchübersteigt es die Kräfte einer, einzelnen Gemeinde, eine solche Anstalt ins Leben zu rufen: Hier sollte alsoder Schulfond aushelfen. Dieser Vorschlag wurde bei Seite gelegt; andie Stelle der Vorbereitungsschulen traten die Musterhauptschulen. - Diese׳ lassen einen doppeltem'Standpunkt der Betrachtung zu: den׳' didaktischen und den׳ finanziellen. In Ungarn׳ war vor der Eröffnung der jüdischen׳ MNsterhauptschulen -weder bei Katholiken, noch bei Protestänten der Name Musterhauptschule üblich. Dagegen sagt §. 24 derösterreichischen politischen Schnlverfassung: ״N ormal- oder Mnsterhauptfchülen stüd in den Hauptstädten die bisherigen Nörmalschulen, die den übrigen zum Muster dienen׳- sollen." Ferner §. 270: ״Der vorzüglichste Trivial- Lehrer: in jedem Distrikte erhält! den ehrenvollen Nameueines Muster-Lehrers, und dessen Schule wird zur Auszeich- I nnng/eine, M ust e r sch ul e genannt." Es liegt nnn auf der Handdaß die aus dem Schulfoude unterhaltenen jüdischen Musterhauptschulen in Ungarn dem angeführten 824 ׳ ihre Benennung, verdanken. Der §. 270. konnte auf dieselben keine׳ Anwendung / finden, da ihnen״ ja die Auszeichnung, Musterschulen genannt zu ׳ werden, zu Theil ward, bevor. sie sich - durch ,musterhafte Leistungen Hervorthun konnten.״ Also ׳' nicht, durch.-ihre Leistungen/ die noch nicht vorhanden׳ waten,׳-- 168 fondern׳ durch die ihnen gegebene Einrichtustg sollten die jüd. Musterhauptschulen׳ den übrigen' jüd. Volksschulen' zum Muster und' Norbilde dienin. Hat NU'n der bisherige Erfolg' dieser Erwartung'. eutfpwMü?' Ich' gläübe nicht/ daß׳ stiele Sachke'Nner geneigt sein werdenauf diese Frägis eine bejahende Antwort zu geben. Abgesehen vöN den langen Ferien/ die selbst den gebildeteren Gemeinden eben Nicht Nachahmungswürdig! erscheinen', hat sich auch' die auf die' Lehrg'egettstände bezügliche Einrichtung den Bedürfnissen' der jüdisches' Gemeinden gegenüber'als mangelhaft bewiesen , Me'aus der' befondern Vergütung) welche' iw Pest uttd Fün'fkirchen M. ein Plus an-hebt'. Unterrichte'entrichtet wird'öder würde, sattsam Hervorgeht. Bis zur Stunde dürften sich die bezuglichert' Schulen kaum rühmen können, t>ie! Mission der- Müsstrha'ftigkeit erfüllt-zu habem Die astdiesen Schulest wirkenden Lehrer sind anerkaNntevMäßen tüchtige^ und' strebsame SchNl- Männer, und es sei fern von uns , ihre Verdienste uw-die Jugendbildung in Abrede' zu stellen. Ebenso wenig Werdest aber diese Herren-in Abrede zu stellen vermögen',- daß׳ ihre- Schulen nur/ äußerst selten' von' Lehrern oder SchülleiWru besucht werden können, und dass, falls dies geschieht/' die Besuche viel zu flüchtig gemacht werden, als' daß' sie auf den Besuchenden,in pädagogischer und didaktischer Beziehung irgend einen bleibenden- Eindruck-znrücklassen solltest Als die Musterhauptschulen gegründet wurden, hörst man öfters -die Hoffnung aussprechen,' daß' die an denselben' wirkenden!Lehrer die jüdische Schulliteratur auf eine zweckmäßige Weife bereichern - werden. Das größte -literarische Er-' zeügniss, welches einer Musterhauptschule seinen׳ Ursprungs verdankt/- ist nun das ״Lesebuchfürdie" vierte Klasse der' israelitischen Hauptschulen' im- Käiserthüme' Oesterreich"' (8;• 421)״,. welches im k. k. Schulbüche'rve'rlagö erschien. Wir wollen uns über dieses Lesebuch im Ganzen eines-jeden Urtheils enthaltest da Plan - und Anlage - des selben' schwerlich von den Verfassern abhängig waren. Dagegen'-muffen wir einige׳' ast sich nicht eben erhebliche' Spezialitätenberührenweil diese!- ben für die Erledigung Und Leitung jüdischer- Schulängele-־ genheiten charakteristisch sind. Det' Verfasser-- des y3tl's Lese-" stückes kann ein fthr geschickter Volksschullehrer seist, wenst' er auch behauptet, daß R. Jehuda der Heilige ein Sohn׳' R. Gamaliel's war (S. 71). Hätte aber ein Kundiger däS Lesebuch geprüft, so würde er Gamaliel gestrichen und S i-' mon dafür gesetzt haben. Daß R. Jehuda Ha-Levi in Je-' rusalem von dem Rosse eines Arabers zertreten würdet hätte/ da die Fabelhaftigkeit dieser Sage längst anerkannt ist, den- Kindern nicht erzählt werden sollen. (S. 77.) Dist Sagevon - der VerMälung Aben EsraS mit R. Jehuda ha - Levis " Töchter hätte ebenso wegbleiben - können, wie' die Notiz, daß - Ersterer dadurch von Nahrungssorgen befreit wurde (S. 79). S/. 81 wird erzählt: ״Einige Tage darauf reiste Maimoni-

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