Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 8 (24.2.1864)
- Date
- 1864-02-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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163 154 hielt eine geist- und schwungvolle Rede, deren Schluß dem Alsölder Handwerkerverein gewidmet ist. Mögen die beiden Vereine segenreich gedeihen! ' — Pest, 21. Februar. Gestern Abend schloß HerrDr. Hirschler seine Vorträge über Augengläser vor einem zahlreichen und gewählten Auditorium beiderlei Geschlechts. Nach einer kurzen Nekapitulation erklärte er demonstrativ die physiologischen Bedingungen des sernsichtigen und kurzsichtigen Auges mit gleichzeitiger Angabe der dagegen anzuwendendcn optischen Hilfsmittel. Sehr lehrreich waren die aus den verschiedenen GewcrbSklaffen geschöpften praktischen Bemerkungen, sowie die Fingerzeige , manches gefährliche Augenübel schon im Keime zu erkennen und zu bemeistern. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Hörer und Hörerinnen der Benrtheilung und Keunzeichnung verschiedener Brillen, die meisten erfuhren zum ersten Male, was es mit den periskopischen. zylindrischen und prismatischen Augengläsern für Bewandtniß habe. Es wurde die Schädlichkeit der MonocleS (Zwicker) und der ZeitungSgläscr, sowie die nöthige Beschaffenheit der Schutzbrillen, der Brillengestelle, der Zentrirung der Gläser 11. s. w. berührt. Der Vortragende führte in anziehender, volksthümlicher und Lurch systematische Darlegung seine Zuhörerschaft im Krvstallpalaste der heutigen Wissenschaft umher, wobei jedes anwesende Mitglied seinen inneren GefichtSkreiS erweiterte, und zuletzt den Vorleser mit wiederholten stürmischeu BeifallSbezeugungen belohnte. — Dem Vernehmen nach findet der nächste Vortrag am 5. März statt, wobei Herr Dr. Rüzsay, Präses des Vereins, über das Wasser und die projcktirte hiesige Wasserleitung sprechen wird. G Ofen, 20. Februar. Der hohe kön. ungarische Statt- Haltereirath hat unter dem 15. Dezember v. I., Z. 91,628, den dirigirenden Oberlehrer. Herrn Philipp Kraus zu Großwardein ״für seinen außerordentlichen Flriß, ausdauernden Eifer und seine unter schwierigen Verhältnissen erwiesene Festigkeit im Interesse der Schule" ein Belobungsdekret zustellen lassen. ' Großwardein, 18. Februar. Gestern begleiteten wir Herrn Leopold Haaß zu seiner letzten Ruhestätte. Er war einer der verdienstvollsten Lehrer unserer Hauptschule, an der. er seit 1857 ununterbrochen wirkte, und sich durch Fleiß, Eifer und Geschicklichkeit die allgemeine Anerkennung erwarb. Unermüdlich im Bestreben sein nicht unbedeutendes Wissen zu vermehren und in der Schule zu verwerthen, war er friedliebend, treu und aufopferungöfähig gegen Kollegen, standhaft und aus« dauernd auch in den mißlichsten Perioden, welche die hiesige Hauptschule duschzumachen hatte. Das Leichenbegängniß war zahlreich besucht, nicht nur die gesammte Schuljugend mit dem Lehrkörper, sondern auch Alles, was zur Intelligenz zählt, war anwesend. Um jo entrüsteter war aber Alles, daß der Ortsrabbiner — da der Verblichene' auch im Talmnd wol bewandert war — nicht erschienen, und noch größere Jndig- Nation rief eS hervor, als der verdienstvolle Oberlehrer .Herr Philipp Krauö am offenen Sarge den Verdiensten des Dahingeschiedenen Gerechtigkeit widerfahren-lassen wollte, und dies durch ein Verbot des ersten Vorstehers unterbleiben mußte. Erstaunt über eine solche Eigenmächtigkeit hielt die Gesamnubegleitung bei der Synagoge an, und wollte das Versäumte nachholen, aber es blieb beim ersten Verbot. Wir fragen nun, hat der Vorsteher das Recht, irgend etwas zu verbieten, was Tags vorher von den Vorstehern der Chevra Kadischa im Einvernehmen mit dem Rabbinate gebilligt wurde, ja was Usus und Kollegialität gebietet? Gewiß nicht! Und dieser Vorstand legt sich mit großer Vorliebe das Prädikat ״orthodox" bei. Unsere Alten halten ganz andere Ansichten von כבוד המת. besonders wenn der Betreffende in und durch semen heiligen Beruf gestorben. •) — Ober sollte der Vorsteher *) Der Dahingegangeue «ar kaum 35 Zähre, und starb an einer Lungeukrankhett. die etwas scharfe Sprache des Herrn K. gefürchtet haben? Fürchtete er, hören zu müssen, welchen Leiden und Drangsalen die armen Lehrer unserer Hauptschule während der letzten dreijährigen Paschawirthschaft ausgesetzt waren? oder daran gemahnt zu werden, wie er seit Jahren den armen Lehrern den schwer verdienten Groschen vorenthält? oder daran, wie er eineO Lehrer ohrfeigte. binden und an NOO רב!/ ins Gefängniß werfen ließ? Wahrlich! Herr K. besitzt zu viel Pietät, um bei solcher Gelegenheit der Schmutzereien eines solchen Menschen zu erwähnen.- Noch am Grabe beschlossen die Herren Lehrer und die Schuljugend,aus eigenen Mitteln dem Manne ein würdiges Monument zu Schließlich wosten wir cs auösprechen, daß die Gemeinde gewiß ihren Verpflichtungen gegen die trauernde Witwe nachzukommen nicht unterlassen wird. — ...... a ...... d. J. B. Szegedin. Am 21. d. M. Abends hielt der Präses des hiesigen Jugend-LesevcreinS, Herr Dr. Redlich, einen Vortrag über die Augen und deren Pflege in ungarischer Sprache. Das zahlreich versammelte Auditorium folgte mir großer Spannung dem beinahe eine Stunde dauernden Vortrage, welcher durch die exzellente Vortragsweise des Herrn Doktors .und auch dadurch erhöht wurde, daß er die in medizinischeu Kreisen üblichen Kunstausdrücke auch ins Deutsche übersetzte. Um dem Auditorium das Auge vollkommen deutlich zu erklären, hatte der Herr Doktor auch einige Thier-Augen mitgebracht, welche die auf eine Tafel gezeichneten Umrisse des Auges anschaulicher machten. Der Herr Präses war so gütig, die baldige Fortsetzung seiner gestrigen Vorlesung anzuzeigen. Mit anhaltendem und verdienten Blgsn'ü schloß der geehrte Vortragende, und werden derartige wissenschaftliche Vorträge gewiß einen wolthüenden Eindruck auf den Verein machen, auf dessen Fahne die Devise mit erhabenen Lettern: ״Bildung und Verbreitung edler Sitten" steht. B. Steinamanger:, 7. Februar. Der Rabbiner Morgenstern aus Marzaly hielt am vergangenen Samstage in der hiesigen Synagoge eine nach Inhalt und Form gleich ausgezeichnete Gastpredigt. Unsere Gemeinde fühlt sich dem geehrten Redner für den ihr bereiteten Seelengenuß dankbar verpflichtet. — , im Februar. Die hiesige Gemeinde hat Mo n tetefiore zum Ehrenmitgliede der Gemeinde und der Chevra Kadischa gewählt. 6-. Gr. Kanizfa, 15. Februar. Sonntag, am 7. Adar, hat die Chevra Kadischa ihr Gründungsfest gefeiert. Nach der um 12x/% Uhr abgehaltenen Mincha-Andacht wurde ein vor 18 Jahren von Löw . zur Ehre der Chevra verfaßtes hebräisches Lied gesungen. Hierauf hielt Oberrabbiner Fasse! die Festpredigt. Beim Bankette waren 40e Gäste anwesend und es fehlte nicht an geistreichen und animirten Toasten, unter welchen Jos. Löwy'S gelehrter und witziger Toast auf Montefiore besonders hervorragte. Einige tausend Gulden wurden zu Gunsten der Chevra gespendet. 8. Kula, im Februar. Zu dem unverwelkichen Kranze der ' Wolthätigkeit im heurigen Nothjahre Seitens unserer Kultusgemeinden, der sich aus den Journalberichtcn zusammenflechten läßt, kann auch die hiesige Gemeinde ein liebliches Sträußchen bieten. Seit dem Herbste werden einige Witwen ׳mit einem regelmäßigen Wochengehalte versehen; aus der Kaffe des von mir vor drei Jahren gegründeten ״Vereines zur Bekleidung armer Schulkinder המ״ע wurden Heuer 60 fl. verwendet; . zu der vom hiesigen Casino eingeleiteten und im Betrage von 243 fl' 20 kr. ö. W. sich ergebenden Subskription für die hierortigen Nothlei« denden trugen die jüdischen Mitglieder desselben 112 fl. ö. W. bei; wie auch eine vor vierzehn Tagen vom hiesigen KultuSvorstande ange regte Spendensammlung für die hiesigen jüd. Armen 120 fl. ö. W. in barem Gelde zum Ankauf von Mehl und 4 Klafter Eichenholz in natura