Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 8 (24.2.1864)
- Date
- 1864-02-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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151 152 nub Landgericht, die beiden Gemeindekollegien der oberfränkischen Kreis- Hauptstadt, viele Offiziere, die in der Stadt flch befindlichen Mitglieder der Kammer der Abgeordneten, wie überhaupt zahlreiche Personen aus allen Ständen hatten dem Leichenbegängniß mit sichtlicher Theilnahme beigewohnt, zu welchem aus der Stadt Hof, — der Stadt nämlich, in der zwar kein einziger Jsraelite wohnt, die aber dem ungeachtet den Dr. Arnheim während der ganzen Zeit seiner parlamentarischen Laufbahn ununterbrochen als ihren Deputirten wählte, und ihn erst vor einem halben Jahre zu ihrem Deputirten ernannte— eine aus 18 Personen bestehende Deputation, an deren Spitze sich Herr Bürgermeister und LandtagSabgeordneter Münch befand, und ebenso eine Deputation der'Stadt Münchberg eigens eine Deputation sich eingefunden hatte. Der Liederkranz, von Bayreuth trug eine ergreifenden Grabgesang vor,, und Herr Rab- Liner Dr. Fürst hielt die Leichenrede. Diese hat er im Druck erscheinen lassen. III. Aus dem Regierungsbezirke Trier, im Februar. Der RegierungS- und Konsistoriat-Bezirk besteht aus folgenden 13 Kreisen: 1) Stadtkreis Trier. 2) Landkreis Trier, 3) Saarburg, 4) M erczig, 5) Saarlouis, 6) Saarbrücken, 7) Ottweiler, 8) St. Wendel, 9) Bern,Kassel, 10) Wittlich, 11), 12) und 13) Billburg, Prüm und Daun, in welchen drei letzten nur wenige Israeliten sind. Die israelitische Scelcnzahl beträgt über 5000. Die größer« Gemeinden sind: Trier circa 100 Familien, SaarlouiS circa 50 Familien, Illingen, Ottweiler, Wittlich, Schweich und Offen ba ch a. Glan. In den Stadien sind die meisten derselben Kaufleute, auf dem Lande betreiben sie größtentheils Wein- Handel --.׳jedoch wird ein großer Theil der Jugend für andere nnd edlere Erwerbzweige erzogen, wofür 'die Eltern große Opfer bringen, da sie ihre Kinder in die Städte thun müssen. Ackerbau betreiben fast alle etwas wohlhabendere Israeliten auf dem Lände, jedoch selten ausschließlich, ohne noch ein anderes Geschäft, Selbstständige Handwerks- Meister gibt es auch, besonders viele Gärber und sind, in Trier allein 4 nicht unbedeutende Gärbereien, die selbstständig betrieben werden. —Auch mehrere größere nnd kleinere Cigarrenfabriken werden im Regierungsbezirke von Israeliten unterhalten. — Auch florirt das Weingeschäft unter denselben, wozu der gute Mosel- und Saarwein, der im hiesigen Bezirke die besten Lager hat, hinreichend Gelegenheit darbictet. Die BermögcnSverhältniffe der Israeliten des Bezirkes sind durchschnittlich gut, wenn auch im Allgemeinen kein großer Neichthum vorherrschend ist. dagegen aber auch keine Armuth, so daß die Armen ohne große Opfer von den einzelnen Gemeinden erhalten werden. Eine Rubrik für ״Armen- Unterstützung in dem Gemeinbebudget" kennt man hier nicht, weil die nur wenigen Armen von Privaten und Privatvereinen genügend unterstützt werden. — Mit den Christen leben die Israeliten in friedlicher Eintracht, und ist durchaus keine Intoleranz von Seiten der letzter» vorhanden, wie denn auch die Regierung und andere Behörden und Beamten sich stets sehr wolwollend und human der Israeliten annahmen, und das Gesetz auch keine Ausschließung mehr sanktionirt, mit Ausnahme derjenigen, die das jetzige reaktionäre System noch gegen die Verfassung gewaltsam aufrecht erhält, wogegen aber die Kammern und das Volk mit aller Kraft auftretcn. Im nächsten Berichte über die religiöse Richtung in Schulen und Synagogen. Inland. — Wien, 19. Februar. Herr Philipp Schey und dessen Neffe Herr Friedrich Schey. sind von Sr. Majestät in den Ritterstand des österreichischen Kaiserstaates erhoben worden. Die Freude an dieser, Erhebung ist um so allgemeiner, als sich beide genannte Herren durch ihre Biederkeit und ihre großartige Wohlthätigkeit einer wolverdienten Popularität erfreuen. □ Wien. 21. Februar. Der hiesige ״Verein zur Beförderung der Handwerker unter den inländischen Israeliten" hat soeben seinen 21. Jahresbericht veröffentlicht. Die Vorsteher dieses Vereines, die allwöchentlich Sitzungen halten, fahren mit unermüdetem Eifer fort, ihre nicht genug zu rühmende Aufgabe zu lösen. Im vorigen Jahre, wurden 39 Lehrlinge zu Gehnlsen freigesprochen. 13 ans Ungarn, 10 aus Böhmen, 8 aus Mähren. 5 aus Oesterreich, 2 aus Schlesien, 1 aus Galizien. Unter den Freigesprochencn befindet sich ein Schmied und ein Kupferschmied, beide aus Ungarn. Am Schluffe des Jahres verblieben 146 Zöglinge bei 21 Gewerben. Die Jahresbeiträge beliefen sich ayf 3176 fl. Kapitalsbeiträge: 100 fl-, Legate und Schenkungen: 499 si. 30 kr., Betbausspenden: 331 fl. Ausgabe des abgelaufenen Jahres 6520 fl. 69 kr. Ans der Stiftung des edlen Hermann Tedeöko sind bisher 27 ehemalge VcreinSzöglinge, welche sich in Wien etablirten, unterstützt worden. Aus der v. Wertheimstein'schen Stiftung sind, im vorigen Jahre 6 Gesellen mit je 25 fl. beschenkt worden. Gesammtzahl der Gefesten, die aus dem Vereine hervorgegangrn: 415. Heil dem Vereine Und seinem Vorstande! Letzterer besteht ans den Herren Brandeis Zaques; Breuer Leop.; Landauer Sigm.; Landesmann Ad.; Mannheivier I. N.; Mauthner Joh.; Spiro. Jgn.; Springer Mar; Dr. JaqueS Heinr.; Wertheimer Jos., Wertheinistein Leop. Ritter v.; Vereinsarzt: Dr. Reis. Pest, 19. Februar. In Ihrem geschätzten Blatte ״B. CH." Nr. 1 d. I. wird unser Herr Oberrabbiner Dr. Meisel in einer Korrespondenz aus Pest vom 25. Dezember 1863 bezüglich eines Zeugen- Verhörs, zur Constatirung der Identität eines in der Donau bei Neu- Pest aufgefundcnen Leichnams mit einem in Waag-Neustadtl ins Wasser Gesprungenen dahin beschuldiget, diese Veriflkation allein, ohne Zuziehung der Rabbinats-Assessoren ausgenommen zu haben. — Dies ist jedoch grundfalsch; der Korrespondent hat Sie mit Lügen berichtet. Herr Emanuel Neumann, Nosch-beth-din aus Waag-Neustadtl brachte von dem dortigen Oberrabbiner ein Schreiben mit der Bitte desselben, wegen eines in Waag-Neustadtl Ertrunkenen, Namens Hatschek, ein Zeugenverhöo zu veranlassen. Dieser ist nämlich in demselben Jahre in Neustadt! in die Waag gesprungen, blieb aber an einem Floßnagel hängen , wurde in Neu-Pest aus der Donau gezogen, und von zwei daselbst Ansässigen erkannt. In Abwesenheit des R. Assessors Brill wurde benannter Roschbeth-din zum dritten Beisitzer genommen, die Aussage der befagtenZeugen wurde in gesetzlicher Form niedergeschriebcn, und das betreffende Dokument von dem vollständigen Beth-din, nämlich vom Herrn Oberrabbiner, von mir und dem Neustadtler Rosch-beth-din unterfertigt. — Zum Schutze der Wahrheit und Gerechtigkeit bitte ich demnach Euer- Ehrwürden, die erwähnte Beschuldigung gegen nnsern Herrn Oberra'bbiner in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes gefälligst zw widerrufen. Mit Hochachtung ergebener Jehuda Wahrmann. y Pest, 15. Februar. Soeben ist erschienen: ״Ausschußbericht und Vortrag des Direktors, verlesen in der am 27. Dez. v. I. abgehaltenen Generalversammlung des Vereines für Beförderung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Israeliten in Ungarn zu Pest." (8. 22.) Vom 1. Mai 1862 bis zum 1. Mai 1863 betrugen die Einnahmen 4079 fl. 39 kr., die Ausgaben 4012 fl. 65 kr. In dem eben erwähnten Zeiträume sind 97 Lehrlinge in Versorgung und unter Ob- Hut des Vereins gestanden; 20 wurden als Gesellen freigesprochen. Die Neberwachung des Besuches der Sonntags- und Zeichenschule haben die Herren M. R. Fuchs und Dr. D. Schwab übernommen. In Betreff der Förderung des Ackerbaues hat der Ausschuß beschlossen, jährlich 10 Zöglinge bei Landwirthen unterzubringen. Als Jahresbeitrag zu Bekleiduugskosten find für jeden Zögling 20 fl. bestimmt. Zugleich sind jähr-!ich für jede»'Zögling 50 fl. in die Sparkasse zu legen. 4 Zöglinge sind bereits untergebracht. Legate erhielt der Verein von Zadir, Karl Ullmann, S. Wieländer, Mos. Montesiore. Dr. Hirschler wurde zum Ebrenmitgliede gewählt. Der verdienstvolle Direktor, Herr Jakob Kern,