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Ben Chananja · 1864-02-24 · 8 (24.2.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
8 (24.2.1864)
Date
1864-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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149 kein Urtheil haben so haben ihn zwei Jahrtausende und mehr daran tragen geholfen. Die Araber waren überhaupt große Verehrer der Phisiognomik.^) JmSod ha-Sodoth, welches dem Artft vieles zugeschrieben wird, ist bereis ein Kapitel darüber. Man darf sich also nicht wundern, wenn der Gaon dieselbe zu denjenigen Wissenschaften zahlt, welche die Weisen nur unter sich überlieferten. Algazali^) stellt sie ebenfalls nnter die allgemeinen Wissenschaften. N. Scherira knüpft die Phisioguomik an manche Bibelstellen und erhöhet dadurch ihren Charakter. Es ist dies nur eine Privatansicht. Es ist uns dies nicht von anderer Seite her bekannt. Und dies ist vielleicht das Merkwürdigste der ganzen Sache. Manchen Lesern dürfte es vielleicht interessant sein, zu erfahren, daß die Phisiognomik zu allen Zeiten ihre Verehrer hatte, wie ans geschichtlichen Notizen und Umrissen derselben von LessingO) und Fülleborn5) zu ersehen ist. Daß sich im Sohar°) sehr interessante Sachen darüber finden, war beiden unbekannt. Es sind die dortigen Stellen jedenfalls der Betrachtung werth. Es darf nicht unbemerkt bleiben, daß sich in allen Sprüchwörtersammlungen manche Sprüchwörter über Phisiognomik finden.') Manche find auch im Talmud zerstreut. Alle gewahren Interesse, selbst wenn sie nlcht wahr sein sollten. Die Araber hatten noch andere verwandte Sachen, die sie als Theile der Phisiognomik betrachteten, z. B. das Zucken der Glieder, welches später bei den Juden unter dem Nainen רפפות bekannt wurdet) Die Geschichte einer Sache ist nicht die Sache selbst. Die ׳vorhergehenden Zeilen dürften vielleicht als Beleg dieser Behauptung dienen.J0) Anmerkungen: 1׳ In der Sammlung שערי תשובה Nr. 122. ף Vergl. Hagi Chalfa (Ed. Flügel I. S. 268. D'H crbtot Art. Fira ssat. 3) sßerfli. . .40 •2> מאזני צדק 13־ Lessittgs Colt ec taue eil,Art. Phisiognomie. 3) Fülleborn: Beiträge zur Geschichte der Filosofie. Heft 8. 8) In יתרו D- ES ist dort von 6 Ordnungen der Linien (שיתא סדרון רשרטיטין) bi? 9iebt. ר Einige derstlben hat Fülleborn (Beiträge Heft 8. S 102 f. f.) gesammelt gegeben. 8) Es mögen gelegentlich folgende Worte des Ichuda H alevi angeführt werden ~ והוא' ד ישעמאל ההיכ^וה 60 פנים ומעשה מרכבה.) 9) Vergl. Hagi Chalfa a. a. O. S. 198. ׳Salomo Par" cho n in einem hebräischen Lerikoit (Art. רוף) ist meines Wssens der erste, welcher das ספר רמפות erwähnt. Im Seser Chaßidim (Z.162) ist ein Auszug daraus qnonym gegeben. Vergl. auch Chwolsohn: die ihy Sa bäer li. S. 266 ff. Eine kleine Notiz über diese» Gegenstand haben wir bereits in diesen Blättern (1861 S. 292) gegeben. '״) Gelegentlich mag auch bemerkt sein, daß im Hauptstück 5 des!אורת ס״ר die Worte sind וההבטר.בכה^ ובסברוס׳ Vergl. D'Hcrblot Art. Nctaf. Es ist dieses nicht bei den Juden üblich gewesen, und eS grenzt an .מעשר Da בסבר HW in der Bibel vorkömmt (Ezech. 21, 26) so stehet man daraus, wie hoch sein Alter hinanfstcigt. Ko rresp onden). Ausland. Paris, 15. Februar. Die heute ausgegebene Nummer der ״Arch. ist." begleitet die Todesnachricht des Großrabbiners Marc in Bordeaux mit folgenden Worten: ״Marx hat nur das 59. Lebensjahr erreicht. 'Dieser vorzeitige Tod hat alle Einwohner Bordeaur'S, ohne Unterschied des Glaubens und Standes, in Trauer versetzt. Ritter der Ehrenlegion, nahm er seit einer langen Reihe von Jahren den hervorragenden Posten ein, auf welchem er dem ehrwürdigen -Andrade folgte; gewann er außer den allgemeinen Sympalhieen eine Hochschätzung und Verehrung, wovon man sich in unser» Gegenden kaum einen Begriff machen kann. Cr fühlte sich in seiner durch die öffentliche Meinung so gehobenen Stellung sehr glücklich, nnd wies daher die Kandidatur auf das Großrabbinat beim Centralkonsistorium zurück, als diese Stelle durch den Tod Cnnery's vakant geworden war." Das Leichenbegängniß des Frühvollcndetcn fand, wie in den meisten franz. Journalen gemeldet wird, Freitag am 5. Februar mit außerordentlicher Feierlichkeit statt. Auf Befehl deö Erzbischofs ertönte dabei das Geläute aller Glocke» Bordeaurs. Eine unabsehbare Menge ffolgte dem Sarge. Man bemerkte darunter sämmtliche Autoritäten der Stadt, den Gironde-Präfekten, den Platzkommandanten und alle Vereine für Wissenschaft und Kunst. Die berittene Munizipalgarde hatte Mühe, die Menschenmasse zurückzuhälteu, welche sich in dem Raume zwischen der Wohnung des Verblichenen und der Synagoge eingefunden hatte: 15 bis 20 tausend Menschen waren daselbst versammelt. Die Schnüre des Leichentuches hielten: der Gironde-Präfekt; Lalande, Mitglied des des Wohlthätigkeits-BnreauS; Alfred Leon, Konsistorialpräsident und Adjunkt des MaircS; GradiS, Präsident der Administration der Synagoge; de Wailly, Rektor der Akademie. Am Grabe sprachen: Alfred Leon , Lalande, Alfred Raba, Dr. Lamarque. Amsterdam, in? Februar. Der Hiesige Buchhänder Friedrich Müller hat soeben zwei Kataloge hebräischer und jüdischer Bücher versendet, welche von Freunden der jüdischen Literatur berücksichtiget zu werden verdienen.. Die Preise der schätzbaren, theilS seltenen Bücher sind billig angesetzt. Auch Handschriften finden sich in dem einen Katalöge verzeichnet. Die Kataloge können auch von Asher in Berlin, sowie von Köhler und Weigel in Leipzig bezogen werden. © Leipzig, im Februar. Der soeben bei Naumann erschieneue ״Beitrag zns beschichte jüdischer Tartüffe" wird in Oesterreich wol große Verbreitung finden. Der Verfasser schwächt aber den Eindruck seines Büchleins durch Erwähnung solcher Verhältnisse, die durchapS nicht zur Sache gehöre». Herr Jgn. Deutsch in Wien hat Ursache, sich hierüber zu beklagen.. W. München, 15. Februar. Wie ich voranssagte, wird der Tod des LandtagSabgeordneteu Dr. Aruheim im ganzen Lande won allen Parteien schwer beflagt. Es wurde sein Leichnam-»ach seiner Vaterstadt Bayreuth geführt, wo sein feierliches Leichenbegäligniß unter großer und allgemeiner Theilnahme statlfand. Das Regierungs-Präsivium mit den Beamten der k. Kreisregierung, ebenso das k. Bezirks- und daS k. Stadt- *

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