Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 8 (24.2.1864)
- Date
- 1864-02-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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148 147 der einen oder andern der bezeichneten Gepflogenheiten entschieden worden wäre. Mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung. Wien, 4. Februar 1864. Die Vertreter der ist. KnltuSgemeinde. Josef Werth eimer. Königs Wärter w. p. Kein Verdienste seine ]frone! Von L. P. in Pest. Daß man dem Wunsche eines jeden anständigen Jsraeliten ״nach seinem Absterben seiner bei der üblichen Tobtenstier an den hohen Festtagen im Gotteshause zu gedenken", gerne willfährt, falls er in seinem Testamente hiefür eine namhafte Stiftung gegründet, ist wol erklärlich; denn es ist nicht gerade die Individualität, die diese Berücksichtignng erzeugt, sondern zumeist der materielle Ertrag solcher Stiftungen, der zur Unterstützung der jeweiligen gemeinnützigen Institute dient. .Wie verfahren wir aber mit den Namen jener verewigten Männer, denen nicht irdische Glücksgüter, sondern bie höheren Geistesgaben in Wissenschaft und Gelehrsamkeit zu Theil geworden, und die bei einem frommen und sittlichen Lebenswandel, angespornt durch ihren Eifer zur Erhebung des Judenthums beizutragen, mit ihren geistigen Kräften so überaus gemeinnützig und wolthätig in der Jndenheit gewirkt haben? Leider! Ihre Namen werden bei einer solchen feierlichen Gelegenheit nicht genannt. Als im Jahre 1832 der neue Kultus in Pest eingeführt wurde, hat der damalige jüdische Gemeindevorstand festgesetzt, daß Maimonides, Moses Mendelssohn und Israel Jacobson in das öffentliche Gebet für die Hingeschieden eingeschaltet werden; an dieser Bestimmung wurde beinahe 28 Jahre festgehalten. Welche neue Umstände oder Beweggründe — fragen wir nun — sind denn eingetreten oder aufgetaucht, daß man bei dem Gottesdienste im neuen Kultustempel davon abgegangen ist, und das Andenken dieser Männer so leichthin ignorirt? . Fürwahr! Es sprechen sehr wichtige Gründe dafür, daß, wir auch fortan das Andenken dieser Männer in der früheren Weise verherrlichen, und für ihr Seelenheil beten sollen. n). Haben wir vor Allen den hochherzigen und humanen Grundsatz unserer Weisen zu befolgen: ״Wer seinen Nebenmenschen öffentlich beschämt , hat keinen Antheil an der zukünftigen Welt." (Sanl). 107, a.) Wenn nun diese Vorschrift auf Lebende Anwendung findet, so muß muß sie noch mehr gegen die Tobten beachtet wepden, zu deren Verehrung uns schon die Pietät für unsere Altvordern drängt. Wie konnte man nun, nachdem man so lange dem Andenken dieser großen, verdienstvollen, unsterblichen Männer gebührende Erinnerung gewidmet, auf einmal Umgang davon nehmen? Wie konnte man solchen Koriphäen eine solche Schmach (בזיון) zufügen? b) Stehen die drei erwähnten Männer in ursächlicher Beziehung zu dem neuen jüdischen Gottesdienste, und tragen eigentlich durch ihre Manifestationen zu dem Gepräge desselben bei: Maimonides durch seine' großartigen Werke ans dem Gebiete der Gesetzeskunde und der Neligionsfilosofie und seine bewundernswürdige Freisinnigkeit; Mendelssohn durch seinen Epoche machenden Einfluß auf die Kultur der Juden; denn er hat das rein deutsche Idiom bei den Juden eingebürgert, wodurch der Predigt und dem deutschen Gesänge die Bahn gebrochen wurde. — Jakobson als Gründer und Stifter des neuen Kultus, der es sogar über sich nahm, selbst im Gotteshaufe zu predigen , als im Anfänge unseres Jahrhunderts sehr wenige Männer regelrecht das Wort Gottes zu verkünden im Stande waren. 0) Ist der Gebrauch, das Andenken des Maimonides und Mendelssohn an den jüdischen Festtagen im Gotteshanse zu feiern, schon ein sehr alter, der in Prag schon seit längerer Zeit eingeführt ist. (s. Reichs Beth El Heft 3 pag. 7.) Mit dem innigen Wunsche, daß alle jüdische Gemeinden, die den neuen Kultus eingcführt, diesen drei vorzüglichen Männern in solcher Weise den Tribut ihrer Dankbarkeit für. ihre großen Verdienste zollen mögen, verbinden wir auch den Wunsch, daß die Betreffenden — die uns übrigens ganz nnbekannt sind,— welche diesen früher eingeführten Gebrauch bei dem großen neuen.Tempel aufgehoben haben, uns ihre Nachsicht schenken mögen; indem wir blos der guten Sache halber die Feder ergriffen, und dabei die einzige Absicht hatten die Beweggründe des in! Jahre 1832 bestandenen Gemeinde- Vorstandes der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. p h i s i 0 g 11 0 nt i i. Von Leo Pol d Dukes. In einem Gutachten des R. S cherira Gaon ') lesen wir die die Worte , ולכן היו מוסרין הבמים אהד להכירו חככת פנים וטדרי שרטוטין שמקצתן ,»מותן - ״ בסדר פסוק זוז ספר תולדות ארם ־ורDaher haben die Weisen einer dem andern die Phisiognomik und Ordnung der Linien überliefert, wovon manches in dem Bibelverse (1.. M. 5,1) angedentet ist." Manche könnten diese^Worte vielleicht als eine dem Gaon eigenthümliche Superstition betrachten. Dem ist aber nicht so. Wenn es wirklich eine ist ־— worüber wir