Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 7 (17.2.1864)
- Date
- 1864-02-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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131 182 Schiff, auf dem er fuhr, anzufahren genöthigt, und er nebst andern mitgeschleppt wurde. Da man aber bei dem armen! Flüchtling kein Geld sah, hat man ihm seinen großen Bart mit einer Strohfackel abgebrannt .und ihn laufen lassen. Er hielt sich dann zu Deutz bei Köln auf, und ging erst nach Holland, als sein Bart wiederum gewachsen war. 1714 kam er wieder von Holland nach Frankfurt zurück. Hier starb er den 28. März 1723. Die Schriftstellerei dieses, von Azulai allzuhoch gesetzten Kabbalisten, gehört sowol in das Gebiet der edirten Werke, als in das der von ihm selbst verfaßten Schriften. So das oben erwähnte Sefer Ha-Gilgulim; der Kommentar des David Kimchi auf die Psalmen, Frankfurt 1712; das Sefer Chaßidim, bei Keiner 1713; ebenso der Midrasch Schemuel von Samuel de Oseida, in demselben Jahre, und endlich Chitlucko de-Rabbanim, '8. l.miba. Auch schrieb er einige Vorreden zu hebräischen Werken von christlichen Gelehrten verfaßt oder edirt. Wir nennen unter Anderm die Vorrede zur Biblia hebraica von Eisenmenger 1694 in 8, wegen der Lobeserhebung des berüchtigten Professors von Heidelberg: המלומד ברת תורתנו הקדושה .נתנה לבני עמנו למורשה ,'הכם מופלג באומות' יודיע לבני אדם עלילותיו ופעולותיו בקרב הא״רש ארשת שפתים יושק ,בהשיבו דברים נכונים למבין בכתב לשון ארצות של בני קרס ה״ה האדון יוחנן ^נדריאס אייזנמענגר מהיידלבורג: לא יסור שבת" ו ומשענתו מיד,ורד,'ומחוקק מבין רגליו עד כי יבא הגהה מתייקת שלו על מכונו ורגלו אשר אליו יקהת עמים ואליו גויס יררושו: Seine eigenen Werke sind folgende: Tob Noi, Erklärungen und Anmerkungen zu Jakob Wells Schechita de- Vedika, aus den verschiedenen dahin gehörigen Schriften geschöpft. Frankfurt am Main 1702, in 4°. Mi g dal Dav i-d, über das erste Buch Moses und das Buch Esther, mit dem Obigen 1702 in Quart gedruckt. — Erklärung des bekannten RäthselS von Aden Esra, abgedruckt in der bereits genannten Ausgabe des Midrasch Schemuel. (Werden fortgesetzt.) Die hebräischen Tmditioneir m üein Mefliommeiilat des ZieromMS. Kritisch beleuchtet von Dr. M. Rahmer, Rabb. in Thorn. (Fortsetzung. *) 5. , . Ibid. ». 4. מנות. Dieses Wort übersetzt die Vulgata richtig mit ״partes“ ״Theile". Hierzu erklärt der lateinische Kommentator: 8ae6 partes ״vestes“ intelliguntur, ^uae in iisdM tribus festivitatibus juxtamorem i 11 ius gentis ^HyribM et liberis et famulis tribuebantur. Es seien hier- Nr. 1 unter Kleidungsstücke zu verstehen, welche die Israeliten nach jüdischem Branche an den genannten drei Festen den Frauen, Kindern und der Dienerschaft auszutheilen pflegten. Was zu dieser Erklärung׳ Veranlassung gegeben, und in welcher Quelle sich hierfür eine Andeutung findet, ist ׳uns unbekannt;*) wir kennen weder ein Gebot noch einen Brauch der alten Hebräer, an den drei Wallfahrtsfesten gerade ״Kleidungsstücke" als Geschenke an ihre Angehörige vertheilen. Der Midrasch Samuel z. St. erklärt: מהו מנות? הולקין, was wahrscheinlich nur ein Citat aus dem Targnm ist, welches dieses Wort ebenfalls durch ״ הולקיןpartes“ wiedergiebt. Sollte unser Kommentator vielleicht gar ans diesem Worte seine ganze Erklärung entnommen haben? חלוק bedeutet allerdings im Aramäischen ״ein Kleidungsstück" und ist in dieser Bedeutung im Midrasch nicht ungewöhnlich. So wird es gleich im Midrasch Samuel zum folgenden Verse gelegentlich der höhnischen Bemerkungen, die der Channa seitens der Penina gemacht werden, gebracht: °,ובנית לברין־ ״ -רבה סודר ,ולתניינא הלוקHast du für deinen ältesten Sohn schon ein Tuch, für den jüngeren ein Röckchen (oder Hemdchen) gekauft?" Ist diese Vermuthuug gerechtfertigt, dann müßte für הולקין im Targum sowol, wie im Midrasch הלוקין gelesen werden. Daß diese Leseart הולקין bereits eine Verdächtigung erfahren hat, geht aus dem Kommentar zum Midrasch Samuel (ע^ן יוסף) hervor, in ׳welchem einer Leseart הולקיים Erwähnung geschieht. 6. Ibid. ü. 5 מנה׳ אחת אפים. Das schwierige אפים wird in der Vulgata mit ״Tristis“ ״betrübt", übersetzt, wozu der Kommentator die kurze Notiz macht: ״In Hebraeö ita legitur ״düplicem“ (86. partem.) Nach dem Hebräischen müsse übersetzt werden ״ein doppelter (Antheil)." Diesen beiden Uebersetzungen liegen jüdischetraditionelle Auffassungen zu Grunde. Der Midrasch Samuel nämlich führt z. St. folgende Erklärung an: מנה אהת אפים .בכפלים בסבר פנים.פיות ״Er gab ihr einen doppelten Antheil mit freundlichem Gesichte." Es ist klar, daß in diesen Worten des Midrasch zwei verschiedene Erklärungen deS אפים in eine zusammengeflossen sind, und daß zwischen בכפלים nnd בסבר פנים יפות ein Punkt zu setzen oder zu denken ist.**) Die eine Erklärung, die das אפים durch בכפלים wiedergiebt, faßt es als Dualform, der Wiederholungöpartikel ״ "אף״auch", und hält es *) Wir ersuchen die freundlichen Leser deS ״B. CH.", denen viel« leicht mancher von uns als ״unbekannt" bezeichnete haggadische Ansspruch bekannt sein sollte, um gefällige Angabe der Quelle in diesem Blatte, da bei dem Mangel eines JndereS zu sämmtlichen Midraschim manche lange gesuchte Haggada oft dnrch Zufall gefunden wird. '**) Tine ähnliche Midraschstelle, in welcher, wie hier, zwei einander ausschließcude Ansichten eng verbunden nebeneinander stehen, siehe in unseren ״hebräischen Traditionen" Th. I. p. 48, Nr. 36; פסקה שם מקום.