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Ben Chananja · 1864-02-10 · 6 (10.2.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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123 124 stand nicht zu seinen Gunsten thätig gewesen. Jetzt legt er dafür seine Dankbarkeit an den Tag! Man zweifelt hier, daß sich ihm in Ungarn »iele. Rabbinen anschließen werden. Pest, 3. Februar. Der als Lehrer und Schrtftstekler vielfach verdiente Ignaz Reich hat soeben versendet: ״Einladung zur Pränumeration auf die zweite Auflage des I. und die erste und zweite Lieferung des II. Bandes ״Beth-El", Ehrentempel verdienter ungarischer Israeliten. Der Verfasser hat von mehreren Gemeinden, wie von Pest, Ofen, Altofen» Arad, TemeSvar, Baja, Lengyeltüti Zuschriften erhalten, in denen seinen patriotisch-biografischen Bestrebungen die wolverdiente Anerkennung zu Theil wird. Möge sein Streben auch die erforderliche Unterstützung finden! OK. Pest, 7. Feber. Gestern wurde Daniel Treuer, der gebildete, treue, unverdrossen thätige Jugcndlebrer zu Grabe geleitet. Ec gehörte zu den ersten Lehrern def hiesigen Gemeindeschulenachdem dieselbe neu organistrt worden war. Seit 1649 war er Inhaber einer Mädchenerziehungsanstalt. Nahe an 36 Jahre hat er als Lehrer und Erzieher gewirkt. Ec starb im 64. Lebensjahre und hinterließ unversorgte Waisen. Sein Andenken sei gesegnet! Pest, Anfang Februar. Der unerwartete Tod des Dr. Michael 'Sachs hat auf Alle, die den Verewigten kannten, einen schmerzlichen Eindruck gemacht. Der Hingeschiedene war durch einen seltenen Verein trefflicher Eigenschaften eine Zierde des JudenthnmS. Mit dem lautersten Interesse für die Wahrheit, der wärmsten Begeisterung für unfern Glauben und einem unermüdlichen Fleiße und Forschungseifer verband fich bei Sachs ein scharfer, durch langjährige philosophische Studien gereifter Verstand, eine unbestechliche Rechtlichkeit, ein gesunder Geschmack und die Gabe einer unvergleichlichen, hinreißenden und ideenreichen Beredsamkeit. Nie werden wir den mächtigen Eindruck jener Rede vergessen, die er (am Schebnothfeste 1846) in Gegenwart Sir Moscö Montefiore'S hielt, als dieser fich nach Petersburg begab, um den Zar, von seinen Gewaltschritten gegen die Juden abznbringen. Wer das Glück hatte, den edtln Mqnn aus persönlichem Umgänge näher kennen zu lernen, dem mußte diese energische Charakterstärke, dieser hohe siktliche Ernst, und wieder diese Humanität, daö sanft und zart organisirte Gemnth, dasselbe gleichmäßig dem Wahren und Guten;«gewandte Interesse, diese echte und wahre Begeisterung für die Idee der fortschreitenden Veredelung der gesammten Menschheit unwillkürlich Hochachtung einflößen Wenn Männer wie Humboldt, Schclling und Varnhagen v. Ense ihm in ihre, von den hervorragendsten Geistern der preußischen Metropole besuchten Kreise zogen, so verschmähte er es dennoch nicht mit den Jüngern deö Talmud in dessen tiefe Schachten einzudringen und so manchen Schatz, wie die ״Beiträge zur Sprache unv Alterthumsforschung"' beweisen, an den Tag zu fördern. Ueber die ״religiöse Poesie der Juden in Spanien" welche kurz nach seiner Ankunft in Berlin erschien, äußerte der Verfasser des Kosmos: (II. 119) daö sind edle Nachklänge der alt-hebrätschen Poesie voll Kraft und Größe. Die ״Stimmen vom Euphrat und Jordan" sowie die Nebertragnng der Psalmen und Festgebete offenbaren jene plastische Formvollendung, jene anschauliche Lebendigkeit und jenes harmonische Ebenmaß, wie wir es so sehr an Rückert bewundern. So ist denn wieder einer jener Männer von -dannen gezogen, die!m innersten Kern ihres Bewußtseins durch und durch Israeliten waren; *in echter Priester des ״lebendigen Gottes״ von dem des Propheten Wort gilt: (Mtlcachi 2, 6) 71,תורת אמת היתה בפיר Möge sein Geist den Abglanz des Allmächtigen im höheren Jenseits erschauen! H e.r m a n n B r i l l. — Pest, 6. Febr. Soeben komme ich ans dem Saale des Izraelüa Magyar Egylet, noch voll des erhebenden Eindrucks, den die heute daselbst stattgefundene Vorlesung -auf das gewählte und zahlreiche Auditorium gemacht. Der allgemein verehrte Dr. Hirschler, der erste Okulist des Landes und einer der begabtesten der Monarchie, hielt einen populär-wissenschaftlichen Vortrag über Augengläser, den er am 20. d. fortzusetzen gedenkt. Der Vortragende begann, mit der Be« mcrkung, daß die Verbreitung'und der Gebrauch der Augengläser auch ein Gradmesser der, Bildung und vernünftiger GesnndheitSgrundsätze!sei Ec beleuchtete die gegen Brillen, namentlich bei der schönern Hälfte unserer Gesellschaft herrschenden Vorurtheile und Begriffsverwirrungen, ging dann über auf die Geschichte dieser Erfindung , wobei der Herr Vortragende eine genaue Knintniß dieser Verhältnisse bei den Griechen, Römern u. s. w. bis auf die neuere Zeit verrieth. Nun gelangen wir an die schwierigste Parthie des Vortrags, die aber vom Herrn Dr. H. mit seltener Gewandtheit dargestellt wurde. Es galt nämlich die Physik des Sehens einer Hörerschaft mundgerecht zu machen, der man ans Artigkeit genauere anatomische oder optische Kenntnisse nicht zumuthen darf. Herr Dr. H. erklärte mit Zuhilfenahme von Zeichnnngen, optischen Apparaten und einem frisch präparirten Kaninchenange die Theorie des Sehens in so lehrreicher, anziehender, ja geistreicher Weise, daß sowohl Sachkenner als Laien davon auf das angenehmste überrascht waren. Wer nur einigermaßen die Schwierigkeit kennt,. dem heutigen Stand- Punkt ver Wissenschaft entsprechend ein so reiches Material innerhalb anderthalb Stunden — so lange dauerte der Vortrag — erfolgreich zu bewältigen, wird gerne in daö rauschende Üljen einstimmen, von dem der Schlußsatz der Vorlesung übcrtönt wurde. Im verflossenen Monate wurden ebenfalls zwei. Vorträge abgehalten. Ich war verhindert darüber zu berichten, und trage gerne das Versäumte nach. Am 9. Jäncr las Herr Dr. Adolf ^.gai über das Leben des Kindes in psychologisch-pädagogischer Hinsicht. Mit naturwüchsigem, hie und da vielleicht etwas realistischem Huuior besprach Herr Ä. die Schicksale der Kindesseele unter den Händen der gcmietheten Pflegerinen, er berührte das Elternhaus, die Schule, den Spielplatz, die fernere Körperentwicklung, manche erziehliche Mißbräuche u. s. w. Gestützt auf Belege von Göthe, Jean Paul, .Di-sterweg u. «. bewegte sich dieser Vortrag in einer so vollendeten, kernigen Sprache, daß man sogleich den gewiegten Ungar. Literaten daran erkannte. — Am 23. Jänner las,Herr Adolf Fenyvessy über Stenographie. Derselbe bewährt sich schon seit Jahren nicht nur theoretisch äls Lehrer dieses Faches, sondern auch — zuletzt auf dem jüngsten siebenbürg. Landtag — praktisch als anerkannter Fachmann. Der Vortrag war ein gelungener zu' nennen. Die historischen Rückblicke mit Bezugnahme auf hebr. Schnellschrift, eigentlich Abkürzungömcthode, die Darstellung der verschiedenen heutigen Systeme der Stenographie bei den civilisirten Völkern n. s. w. fesselten die Zuhörerschaft auf belehrende undangenehme Weise. Wir können unfern Bericht für heute nicht schließen, ohne zu bemerken, daß die Vorträge im Egylet die Aufmerksamkeit der gebildeten jüd. Kreise immer mehr ans sich lenken. Während der erstp Abend etwa 6—8 Damen, wie die ersten Veilchen, aus ihrem bescheidenen Kreise hcrvorlockte, prangen jetzt die Bl,uuen SaronS dntzendweise in den Reihen der Zuhörerschaft. Aerzte, Advokaten, Schuldirektoren, akad. Bürger, gebildete Kaufleute bilden den Kern deö Auditoriums, daß den geräumigen Saal zum Erdrücken füllt. — Szegedilt, 7. Februar. , Herr Simon Eisen städter läßt vom heutigen Tage an durch drei aufeinander folgende Monate an 30 Christen und 50 Juden alltäglich Brod vertheilen. Die Herren Lichtenberger und Weiß haben den Nothleidenden des Csongrüder KomitateS 100'Metzen Korn gespendet. Au der von dem städtischen Frauenverein gegründeten Suppenanstalt werden auch die jüdischen Armm bedacht werden. Die Beaufsichtigung hat der jüdische Fraucnverein übernommen. Die Bereitung der Suppe wird im jüdischen Spitale geschehen. Der neue Vorstand״.der nunmehr-in voller Thätigkeit ist, besteht aus folgenden Mitgliedern. Vorsitzer: Dr. Singer; Sektionsvorsteher

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