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Ben Chananja · 1864-02-10 · 6 (10.2.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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119 120 2. שש wird gewöhnlich als weißer Marmor oder als Byssns, die feine weiße ägyptische Leinwand nnd die Zeuge aus derselben, erklärt. Als Grundbedeutung wird angenommen: weiße, glänzende Farbe (s. Gesenius und Fürst.) Es scheint aber verwandt mit dem Hebräischen?ז und dem chaldäischen זוז,, welches Glanz, Hervorragen bedeutet. Daher 1) הזוזים. M. 14, 5) die Hervorragenden, (s. Fürsts Wörterbuch 8. h. v.) Dadurch wird es uns erklärlich, daß der jerus. Targum 2) לשם. B. M. 28, 10׳), welches die Septuaginta XtyvQiov übersetzt, und welches letztere nach Pli- »ius und Theophrast ein dem Karfunkel ähnlicher Stein ist, der in feuervollem Glanze spielt, mit זוזים übersetzt, wol wegen des besondern Glanzes desselben. In diesem Falle der Verwandtschaft von שש mit זיז ist nun die Grundbedeutung des erster» nicht sowol das Weiße, als das Glänzende der Farbe. 3. Bedeutet nun שש Glanz, und das Suffir ך eine adjektivische Form, so wird eine Stadt oder ein Reich mit dem Namen ששך heißen: die Stadt oder das Reich des Glanzes. Und wie man z. B. ״das goldene Rom" oder die ״ewige Stadt" sagt, so konnte wol die Weltstadt בבל die glänzende,״ glanzvolle Stadt, heißen. Wie Irak das ehrenvolle, kann wol *)שש das glanzvolle Reich heißen. Ganz passend ist daher, daß der Profet, da wo er (wie Kap. 51, 41) Babel als החלת כל ׳הארץ darstellt, es Poetisch mit ששך bezeichnet. Ebenso 25, 26. wo der König Babels als Welteroberer erscheint, und alle von ihm verschluugenen Reiche aufgezählt werden, heißt es alsdann ומל(־ שש(-וכוי. Vielleicht auch, daß dieses hier keinen 81atus constructus, sondern ששך das Adjektiv zu מלך bildet: der glanzvolle König. Möglicherweise auch sollte in prägnanter Weise beides gedacht werden. Lo r respond enz. Ausland. London, 1. Februar. Den Aktenstücken über die philantropische Reise von Sir Moseö Montefiore, welche wir in diesen Blättern (Nr. 3 S. 56) gegeben haben, mag sich auch der folgende Brief anschließen , welcher soebenin den hiesigen Zeitungen erscheint. Es freut mich, Ihnen melden zu können, daß das Komitö der Depntirten der englischen Juden einen offiziellen Berich! von Sir MosesMonfefiore Br t. erhalten hat, welcher anzeigt, daß die in Saffi eingekerkerten Inden am 6. d. M. befreit wurden. Es ist vielen Ihrer Leser wohl bekannt, daß durch die Vermittlung von Sir Moses Montefiore unterstützt von der englischen Regierung in Verbindung mit manchen europäischen Mächten, so wie auch Amerika'S, die in Tangier unter TodeSurtheil eingekerkerten Juden bereits am 13. Dezember befreit wurden. So ist nun, Gott sei Dank, die Mission von Sir MoseS Montefiore's mit dem vollkommensten Erfolge gekrönt worden. Um die Gelegenheit ganz zu benütze», hatSir MoseS Montefiore eine Reise nach Marokko angetreten, in der Hoffnung, eine Audienz beim Kaiser daselbst zu haben, strebend, von demselben daS Versprechen zu erhalten, daß solche traurige Ereignisse sich nicht mehr wiederholen mögen. Da viele Ihrer Leser an dieser Mission Interesse nehmen, so hoffe ich, Sie wollen diesen Brief in Ihr Blatt einrücken lassen. Ich verbleibe rc. rc. rc. I. M. M ont e fi o re, London, 28. Jänner 1864. zeitweil. Präsident. L. Paris, 4. Februar. Die Theilnahme für die Alliance universelle nimmt von Tag zu Tag auf die erfreulichste Weise zu. Bei« jeder Sitzung werden neue Beitrittserklärungen angemeldet. Der Verein verdient ׳aber auch im vollen Maße die Theilnahme aller gebildeten Inden des Erdenrundes. Die Sitzungsberichte der letzten drei Monate des vorigen Jahres find soeben versendet worden. Aus denselben geht hervor, daß die Alliance den rumänischen Juden sehr wesentliche Dienste, geleistet hat. Auch wurde dem Vertreter des Fürsten Cousa in Paris, Herrn Alerandri, der Auftrag ertheilt, sich in Betreff wichtiger Fragen mit der Alliance in Verbindung zu setzen. In Marokko hat die Alliance ebenfalls mitgewirkt; , in andern Ländern, wie in Serbien, hat sie ehrenwerthe Versuche gemacht, die Lage der Juden zu verbessern. Wichtiger als alles dies, ist aber das Streben der Alliance, in Asien und Afrika jüdische Schulen zu gründen oder doch zu unterstützen. Herr Cohn in Tetuan erhielt als Direktor der dortigen jüdischeu Schule 200 Fr. Die dortige Schule erhält für dieses Jahr eine Subvention vou 500 Fr. Der Schule in DamaSk wurde auf drei Jahre dre jährliche Subvention von 1000 Fr. bewilligt. Möge dem herrlichen Vereine die reichste Unterstützung werden, damit es demselben möglich lei, keine wahrhaft große Aufgabe zu lösen. Inland. — Wien, 3. Februar. Bekanntlich verlangte das ehemalige Kultusministerium im Jahre 1856 von der hiesigen israelitischen Gemeinde, daß sie zwei jüdische Volksschulen errichte. (Eine in der Stadt, die andere in der Leopoldstadt.) Der Befehl wurde üderdieS so ungnädig ertheilt, daß man sofort aus demselben entnehmen konnte, die Behörde beabsichtige nicht lediglich im Interesse der Juden zu handeln. Die Gemeinde, die konkordatlichen Konsequenzen dieses Schrittes fürchtend und besorgend, man könnte der jüdischen Jugend den Besuch christlicher Schnlen überhaupt verbieten, petitionirte beim Kaiser um Aufhebung des angeführten Befehles. In jüngster Zeit erfolgte endlich die Entscheidung über Vortrag des Staatsministeriums und zwar zu Gunsten der Gemeinde. ' — Wien, 2. Februar. Rabbiner und Geldwechsler haben sich also vereiniget und fordern Hand in Hand das orthodore Jüdenthum heraus, zu bezeugen, daß Mannheimer, Horowitz, Rappoport, Z. Frankel falsches Zeuguiß wider Juden und Judenthum abgelegt haben. — Wir gehören nicht zu denjenigen, die den Kampf scheuen und verwerfen denselben nicht im Vorhinein. Gewisse fciedenSselige Seelen. die stets rufen: ״Friede, Friede" täuschen nur sich und andere. Gestatten Sie mir jedoch, ein Wort über die Art und Weise des Kampfes, wie ihn Herr Rabbiner Dr. Hildesheim führt. Würde Herr Dr. Hildes heim in einer Zeitung, in einer Brochüre oder in einem Buche gegen die obengenannten Herren aufgetreten sein, und hätte er noch so scharfe Waffen gebraucht, so. würden wir ihm diesen Vorgang nicht übel nehmen. Wer in die Oeffentlichkeit tritt, muß sich das Urtheil der Oeffentlichkeit gefallen lassen. Herr Dr. Hildesheim hat selbst die Süßigkeiten des UrtheilS zur Zeit, als er sich vom Herrn Sluhlrichier die Onhodorie bescheinigen ließ, gekostet. Er will nun auch sein Mülhchen an Andern kühlen, die freilich nicht den Fluch der Lacher-

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