Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 5 (3.2.1864)
- Date
- 1864-02-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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, . ■, -tr:■ .־ ■■ ■ . Beilage zum ״Ben Chananja" Nr. S. erzählt. Es heißt auch, daß er קפיצת האר^ן soll gehabt haben — ein Wunder, dessen seit den Patriarchen — niemand gewürdigt wurde. R. Hai Gaon in seiner Antwort spricht im Allgemeinen von der Sache, ohne sich tiefer darauf einzulassen. Er glaubt nicht, daß R. Natronai tt>irfUcö קפיצת הארי׳ז soll gehabt haben, viele der Leser werden mit R. Hai übereinstimmen. Daß im Talmud von קפיצת הארץ die Rede ist, ist bekannt. Einige Patriarchen — nach der talmudischen Sage — wurden dieses Wunders gewürdigt. WaS aber vielleicht weniger bekannt ist, ist, daß diese Sache selbst auf manchen Seiten vorkommt, wo man eS nicht sucht, ohne den Ausdruck קפיצת ך.ארץ• TacituS erzählt, ") daß VeSpasian, als er den Serapis- Tempel in Aegypten besuchte von BasilideS angesprochen wurde, welcher damals 80 Meilen von dem Tempel entfernt gewesen ist. VeS- Pasian war außerordentlich bewegt über diese merkwürdige Erscheinnng. ES erinnert dieses an קפיצת הארץ, und TaeituS hätte gewiß diesen Ausdruck gebraucht, hätte er davon gewußt. Zwar kann dieses Wort nichts erklären, ist ja vie Sache, die es bezeichnet, selbst unerklärlichtes darf das Wort aber, da es nun einmal vorhanden ist, als ein ausgeprägter Gattungsbegriff gebraucht werden. Es war ,die Ansicht der Talmudisten, daß der Sched (שד) eigentlich nichts erschaffen kann, nur von der Ferne kann er Dinge in wunderbarer Weise bringen. Es war dieses auch die Ansichtcher Kirchenväter. Bei den Herenprozessen war dieses ein leitender Gedanke. Das קפיצת הדרך ist hier — zwar namenlos -- auch in diesen Dingen enthalten. Die folgenden Worte (S. 56) find in mancher Beziehung intereffant. Von den Wunderkräften und Amuletten (קפדנות) sprechend, welche gewisse Leute besessen Haben sollen, fährt der Verfasser des Briefes fort mit den Worten: ״Dieses Alles ist in Sora (סלרא) geschehen, den diese sdie Bewohner derselben) sind nahe zu Babylon und zu dem Hause Nebuchadnezars, wir aber sind entfernt davon." Man könnte glauben, daß eine solche Stelle, die eine so bestimmte Thatsache — oder Ansicht — enthält, nur an Ort und Stelle oder •in der nächsten Nachbarschaft kann geschrieben worden sein. Der ganze Brief ist übrigens kein filosofisches Element in sich und hält sich im Allgemeinen innerhalb der Grenzen eines nüchternen Verstandes. Der Verfasser desselben weiß von dem bekannten-Sprüchlein פתי יאמין לכל דבר den gehörigen Gebrauch zu machen. Ob Hai Gaon den Brief wörtlich geschrieben hat, wissen wir nicht, aber der Möglichkeit desselben steht nichts im Wege. Zum Schluffe mag noch bemerkt sein, daß dieser Brief an einen Schüler des R. Jakob den Nissim gerichtet ist. Es ist wol derselbe, an welchen R. Scherira seinen berühmten Brief (אגרתד שלירא) einst gerichtet hat. 14) Eine andere Schrift des Gaon betitelt ע^ענין הישועה ist gedruckt. '6) Es enthält dieselbe, genau genommen, nur talmndische Stellen und einige spätere Sagen. Manche der talmudischen find auch in arabische Werke übergegangen. '«) - Manche der ältern talmudischen Stellen find einer liefern Dentung fähig. Von den später» läßt sich dieses nicht behaupten, sie •find mehr Gebilde der Fantasie und deshalb interessant. Alle diese Sagen find übrigens in trüben Zeiten entstanden, wo der Jude außer den Leiden, die der ganzen Menschheit beschieden sind, noch besondere als Jude zu tragen hatte, nnd wo natürlich das Gemüth des Trostes bedurfte. Sie haben einst in diesen Zeiten ihren Zweck erfüllt. In Ländern, wo solche Zustände noch heute bestehen, können sie auch heute noch diesen Zweck mit Nutzen erfüllen. Von diesem Gesichtspunkte find sie im-Allgemeinen zu betrachten. ES ist in diesem Merkchen des R. Hai nichts, welches seinem Ruhme schaden könnte, aber auch nichts, welches ihn vermehren könnte. Viel wichtiger, als die bis jetzt betrachteten Sachen find die vielen Gutachten, welche von R. Hai zerstreut sind, und wovon sehr viele ein großes literarisches Interesse gewähren. Einigen derselben wollen wir zur Zeit eine Betrachtung widmen. linnerk un g e n. ') In dem vorliegenden Buche S. 170.. 2) Der Redner §. 34. . 3) Vergl. unser Nachal Kedumim S. 54. Zugleich dürfen die Worte Martials (B. X. 28) angeführt werden: ״Es ist zweimal leben, daß man seines vergangenen Lebens sich erinnern kann." Bergl. auch Frankels Zeitschrift 1859 S. 273. ף Unter andern in Frankels Zeitschrift 1862 Januarheft. D'H er b lot Art. F a r a b i. °) Daß auch er getadelt wurde, haben wir im Nachal Kedumim S. 25 bereits angemerkt. ') Die Phrase im Vorworte seines. סר המפתח□, verräth arabische Filosofie. Bergl. auch Scharastani S. 49. שהלא עצמו הכם ואין חכמתו רבד אהד. 2) D'Herblor Art. Ezzadanlla. Derselbe starb 977. Hai Gaon mar damals 8—9 Jahre alt. (Eine ähnliche geographische Spezialität findet man weiter unten Note 15.) °) Jbn Challiean II. S. 267. Ob die Juden dieses Buch damals wirklich gelesen haben,, kann man heute freilich nicht mehr bestimmen. '") Abgedruckt im □טעם [קני Frankfu rt 1854 S. 54. ff. ־ ") Pforte 8. Cap. 2 finden sich die Worte ולהטים שבעלת ול השבעות ודברים ואותות וחותמות• Bergl..auch .D'Herbiot Art. Saleathat. '*) Wenn wir.nicht irren imבית חמררש von Jellinek abgedruckt. 13) Geschichtsbücher B. IV. §. 22. ״) Bergl.. Aruch Art. כנף'bie Worte האי מכניף ליה וגו• 1s) Die Worte lauten ובישיבת:סורא היר־דברים אלו כלם כי הם קרובים,למדינת בבל ובית נבוכ.דנצר ואנו רחוקים משם (vergl. auch oben Note 8.) , Wir haben die Ueberschrift dieses Briefes irgendwo im Literaturblatt des Orients aus einer Pariser. Handschrift gegeben. Aus einer andern hat sie auch Munk in seiner Notiz über 3 o n a ben Ganach gegeben, die Worte finden sich auch' im Literatnrblatte des Orients 1849 S. 790. ר׳ Auch im טעם זקנים (S. 59 ff.) Wol identisch mit der Vaticauischen Handsch. von uns bereits oben v. I. (889 Note 6 erwähnt. '3)D'H er blot Art. Derib. bar Elia.