Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 5 (3.2.1864)
- Date
- 1864-02-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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95 96 Sabb. 53, 1 Schlagw. שמואל, wo man die Talmuderklärung von וץ nicht gegenwärtig hatte, das ursprüngliche ריכא ungeändert ließ. Ebenso findet es sich im Aruch. Da bewährt^sich wol die Regel: א׳( לשבש הכמרים, wie sie Raschi (Ernb. 97. 2, Schlagw.הכי) und Tossaphot (Nasir. 29, 1. Schlagw. הכי) aufstellen. In der obenerwähnten Stelle Sabb. 53, 1, wird *ארמן vom Toffaphoth durch ארי, von Raschi durch ריכא erklärt, womit die Ansichten von Gesenius und Bohlen repräsentirt sind (Uebrigens schwankt Raschi zwischen beiden Erklärungsweisen s. Menach. 38, 2). — Nach beiden Auffassungen aber erscheint das ןד in אריוך und ebenso das כא in בבריכא Aryaka von Aria als Suffira, die dem Stammworte eine adjektivische Bedeutung geben. (S ch l u ß f o l g t.) Die “‘ —•־־•־ •י (n t1eu.](0111]1ctt= ÄMre. Schreib rn des Rabbiners R. zu A. an seinen Schüler, Rabbiner;» R. (Aus dem dem Hebräischen, welches dem Nebersetzer im Originale vorlag.) Mein theurer Schüler! Deine Anfrage, ob du das den Messiasglauben betreffende Zirkular des Rabbiners in Eisenstadt unterzeichnen sollest, muß ich entschieden verneinen. Bleibe, mein geliebter Schüler, auf Deiner bisherigen Bahn. Stndire mit unermüdeter Vertiefung und unausgesetztem Fleiße den Talmud mit dessen Kommentatoren, sowie die Werke der älteren und jüngeren Poßkim (Kasuisten); denn aus ihnen fließen die Quellen wahren Lebens. Bestrebe dich, nach wie vor den Frieden und die Einigkeit in Deiner ehrenwerthen Gemeinde aufrecht zu erhalten, und halte dich fern von den Streitigkeiten der Welt. Ich selbst, der ich durch Gottes, des Hochgelobten, besondere Gnade 78 Jahre alt geworden bin, habe stets diese Grundsätze befolgt, und ich bete zu Gott, daß er meinen Schülern in den Sinn gebe, daselbe zu thun. Theurer Schüler! Jeder Jude, der den Glauben seiner Väter in dessen ganzem Umfange bewahrt, erwartet mit Zu- Vorsicht die Ankunft des Messias, des Sohnes Davids, die Erbauung Zions und Jerusalems und die Wiederstellnng des Opferdienstes im Heiligthume des Herrn. Es verträgt sich daher nicht mit der Ehre der Thora, dies durch Unterschrift!! bestätigen und bekräftigen zn lassen, als handelte es sich um einen zweifelhaften Gegenstand. Das Herz eines jeden fron!- men Juden muß daher von dem Vorgehen des Rabbiners in Eisenstadt schmerzlich berührt werden. Ich höre zwar, daß derselbe sehr wohlthätig ist, sich den Talmud zu stndiren bestrebt, und wegen eines jeden Brauches ״Berge ausreißt." (עוקר הרים). Ich höre aber auch, daß er sehr der Scheinehre nachjagt, und soll er sich sogar, wie mir glaubwürdige Männer sagen, von christliche» Geistlichen haben bescheinigen lassen, daß er ein frommer Jude ist, was wirklich als eine sehr widerwärtige Handlung (מעשה מכוער מאור) bezeichnet werden muß. So ist es aber auch eine Albernheit (שמוה), Unterschriften zu Gunsten des Messias zu sammeln. Das Herz eines jeden besonnenen Israeliten muß trauern über bas Vorgehen des Rabbiners zu Eisenstadt, welches die Ehre der Thora tief verletzt. Mein geliebter Schüler! Der Glaube an die Erscheinung des Messias war zu allen Zeiten eine mächtige Stütze unseres väterlichen Glaubens. Er war der Stab, an den sich unsere heiligen Väter lehnten, wenn Verfolgung dieselben im Glauben wankend zu machen suchte. Es ist aber, wie schon der Gaon R. Mose Sofer bewiesen hat, ein grober Jrrthum, zn behaupten, daß wir die Thora nur deshalb beobachten müssen, damit der Messias erscheine. Gesetzt, die Messiashoffnung wäre gar nicht vorhanden gewesen, so hätte doch die Thora dadurch von ihrer verpflichtenden Kraft nichts verloren. Diejenigen Juden, die, ohne auf den Messias zu warten, der Thora treu bleiben und Gottes Gebote üben, sind unsere Brüder im Glauben, und Gott bewahre uns, dieselben zu verfolgen. Nach dem Erscheinen des Sohnes Davids werden sie ihren Jrrthum einsehen, und der Heilige, gelobt sei er, wird die Nenmüthigen aufnehmen in Gnade und Barmherzigkeit. Mein theurer Schüler! Unsere Weisen sagen: ״Israel bedarf nicht des Unterrichtes des Messias (Ber. r. 98.: "אין ישראל צריכין לתלמודו של משיח עעתיד לבוא)" Danken wir also dem Herrn der Welt, daß er uns eine vollkommene Lehre gegeben hat, welche die Seele labt. Forsche, mein Sohn, in dieser Lehre des Tages und des Nachts. Mögen Andere Krieg führen; du halte fest an der Thora. Ihre Wege sind liebliche Wege und alle ihre Bahnen führen zum Frieden. Friede sei Dir, Deinem Hause und ganz Israel! Korrespondenz. Ausland. II. Aus dem Regierungsbezirke Trier, im Jänner 1864. Ihre gütige Erklärung in Nr. 1 des ״B. CH." geehrtester Herr Redakteur, meine Berichte bereitwilligst aufnehmen zu wollen, ermuntert mich schon jetzt einen zweiten Ihnen zuzusenden, in welchem ich als Einleitung zu dem folgendem die gesetzliche Organisation des hiesigen Regierungsbezirkes vorausschicken will. Vorerst muß ich Sie jedoch bittcn, die in meinem ersten Berichte im Abdrucke vorkommenden Fehler gefälligst berichtigen zu wollen, nämlich statt Tornezig, Mer zig, und statt Schwaab,Gchnaab. Für den hiesigen Regierungsbezirk besteht noch das französische Dekret vom 17. März 1808, nach welchem der ganze Bezirk von einem israelitischen Konsistorium, bestehend in einem Oberrabbincr und drei Laien, verwaltet wird. Seit 1842 bekleidet Herr I. Cahn die Stelle eines Oberrabbiners des hiesigen KonsistorialbezirkeS. Seine segensvolle Thätigkeit und sein aufopferndes ersprießliches Wirken ist bekannt nnd auch von allen anerkannt. Durch das preußische Gesetz über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847 sollte das französische Dekret nnd somit auch das israelitische Konsistorium außer Kraft treten. Es wurde seitdem schon dreimal nnd zuletzt noch im März v. I. von Seiten des Ministeriums ernste Schritte gethan, zur Einführung jenes Gesetzes vom 23. Juli nnd zur Aufhebung des Konsistoriums, welche aber, besonders im von-