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Ben Chananja · 1864-02-03 · 5 (3.2.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
5 (3.2.1864)
Date
1864-02-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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93 94 unterlassen hat, sich seine eigene Ansicht darüber zu bilden. Denn die Annahme, daß ששך nach dem geheimen Schlüssel von את״בש so viel als 722 bedeute, kann doch wahrlich einem gesunden kritischen Blicke nicht Stand halten. Und wenn Herr Brüll sagt, Gesenius habe diese Erklärungsweise festgehalten, so ist das wahrscheinlich nur ein Iap8u3 oalauu. Gesenius spricht sich ausdrücklich dagegen aus: einmal, weil es unwahrscheinlich ist, daß diese kabbalistische Geheimschrift schon so alt sei; und zweitens, weil nicht einzusehen, warum Babel in demselben Verse einmal mit seinem wahren, das andere Mal mit einem versteckten Namen benannt sein solle. Ebenso äußert sich auch Fürst. Uebrigens hat Herr Brüll Recht, wenn er auch die anderen Erklärungsweisen für nicht zutreffend findet. Ich möchte mir daher um so eher erlauben, die von mir versuchte Erklärungsweise mitzutheilen, als bei aller Anerkennung für die redliche Forschung des Herrn Brüll das Resultat derselben nicht befriedigend erscheint. Die Identität von Sittaca imb ששך ist 'nicht einleuchtend, und noch weniger ist es die Präsumtion, daß die altberühmte Weltstadt am Euphrat tropisch mit dem Namen einer unbedeutenden Stadt jenseits des Tigris bezeichnet werde, und zwar da, wo sie der Profet als תהלת כל הארץ hin stellt. Vielleicht dürfte folgende Erklärung befriedigender erscheinen. Wir wollen zu ihrer Darthuung ein zweifaches betrachten. 1. Das ך bildet im Chaldäischen ein Suffix. Dies bemerkt schon Gesenius in seinem hebräischen und chaldäischen Wörterbuche 8. v. ינסרך Er erklärt dies Wort dadurch, daß semitische Stämme mit persischer Flexion sich häufig im Pehlvi finden und daß das ך als Persische Bildungssilbe, (es geht nämltch dort dem ך ein א mit einem Laute voran, so daß dies eine Silbe bildet), die eine adjektive Verstärkung anzeigt, in dem Worte נסרך ebenfalls diese Bedentung habe. Das Stammwort sei nämlich das semitische נשר und somit heiße der Götze נסרך —großer Adler, und ebenso בבמראדך großer Mann. — Nun ist es freilich bei den indogermanischen, wie semitischen Sprachen, nichts Ungewöhnliches, daß die in einer Sprache eingebürgerten fremden Wörter mit der dieser Sprache eigenthümlichen Flexion behandelt werden. Auffallend wäre es jedoch, wenn, wie dies hier nach Gesenius der Fall sein sollte, fremden Substantiven Suffixen angehängt würden, mit welchen doch in der eigenen Sprache nicht die Substantiva, sondern blos die Adjektiva flektirt werden! Auch ist der Begriff der Steigerung und Gradation überhaupt wol den Adjektiven eigen, aber bei Substantiven nicht denkbar. Ich glanbe daher, daß das ך hier als Suffix, nicht wie bet den persischen Adjektiven eine Verstärkung bezeichne, sondern daß es geeignet sei, dem Worte, dem es angehängt ist, eine adjektivische Bedeutung zu I geben. Betrachten wir zu dem Behufe ein anderes chaldäi- | scheS Wort: אריוך. Dies erklärt Gesenius s. h. v. als אה mit der persischen Bildun^sstlbe ך; es bedeute so viel als (vir) leoninus. Hier weist Gesenius nicht darauf hin, daß die entlehnte Silbe Verstärkung bedeute. Auch übersetzt er nicht ähnlich wie bei נסרך und •מראדך auch das אריוך mit ״großer Löwe" im Sinne der Verstärkung. Im Gegentheile blos mit 160ninu8—löwenhaft. Und mit vollem Rechte, da hier nicht wie dort von Idolen die Rede ist, die mit dem durch das Stammwort bezeichneten Gegenstände i d e ntifizirt werden, sondern von einem Helden, dem blos die Eigenschaften des königlichen Löwen beigelegt werden. Wollte man einen solchen einen großen Löwen nennen, so würde gerade die Schönheit und Kühnheit der Metapher verlieren, weil die Personifikation derjenigen Eigenschaft, die eben in dem Löwen xaz' dargestellt werden soll, durch eine hiuzutretende Verstärkung ausgehoben würde. Indem also אריוך nothgedrungen als leoninus•gebeutet wird, so ist damit klar ausgesprochen, daß das ך dem Stammworte eine adjektivische Bedeutung gibt. Nach dem jerus. Targum, wo es heißt אריך 2גיו2ריא mm, und nach Nappo p o rt, der es (Erach Milim 8. h. v.) als Ardschir oder Artarerxes— großer Krieger erklärt, gehört das ך freilich zum Stamm- Worte. Nach Fürst's (Coukordanz) Ansicht jedoch, daß es ״der Arier" bedeutet, welches so viel als edel, ehrwürdig, tüchtig heißt, ist das ך ebenso, wie nach Gesemus, ein Suffix, welches die Vestimmuug hat, dem Stammworte eine adjektivische Bedeutung zu geben. Fürst folgt hier eigentlich zum Theil der Ansicht Böhlens, der אריוך als ״Aryaka" erklärt, welches ein Königstitel sei und ״der Verehrte" heißt, von Aria—ehrwürdig. Daraus ergibt sich die unstreitig richtige Lösung des räthselhaften לא ריכא ולא 2ר ריסא (B. Bathra 4, a). Der Talmud erklärt daselbst ריכא als מלכיתא mib leitet es: her von den Worten Davids אנסי היוס רך ומשוה מלך (Sam ll. 2, 39). Dieser Herleitung folgt auch Nascht in der Erklärung des Wortes א2רך (Gen. 41, 43). DaS Unzutreffende dieser Ableitung liegt auf der Hand, da doch רך hier gerade den Mangel an königlicher Macht anödrücken soll. Nascht in seinem Bibelkommentar interpretirt diese Stelle in der That in einer entgegengesetzten und gezwungenen Weise. Wahrscheinlich in Rücksicht ans die talmndische Etymologie, die auch von ihm bei Erkläruugvon א2רך adoptirt wird. Es ist das ריסא aber unstreitig nichts anderes, als Aryaka, welches, wie gesagt, eine fürstliche Bezeichnung war. In den mir zu Gebote stehenden Talmudausgaben heißt es an angeführter Stelle רסא statt ריכא, waS unstreitig eine willkürliche Verbalformung ist, um die Ableitung von רך wenigstens etymologisch plausibler zu machen. Dies beweist, daß man an andern Stellen , wie z. B. Raschi Genes. 4 l, 43 Schlagw. א2רך, wie auch im talmndischen Naschi-Kommentar

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