Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 5 (3.2.1864)
- Date
- 1864-02-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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91 92 was du mein Leser vor dir stehst, einzelne unvollendete Gemälde aus einem Gewirr von Unzähligen, ein kleiner Theil von einem Ganzen, das sich nicht mit einem Blicke übersehen läßt. 1. Die Märtyrer von Speyer im Jahre 1096. Das schreckliche Gemetzel der Juden in Folge des ersten Kreuzzuges hat Heldenthaten hervorgerufen, deren sich keine andere Nation rühmen kann. Aber nicht alle, die als Helden gefallen, sind bekannt geworden; handschriftliche Berichte der jüdischen Verfolgung in der Orforder Bibliothek, Collektion Oppenheim, und in unserm Kabinet aufbewahrt, enthalten viel Heldengeschichten, die gedruckt zu werden verdienen. Hier die kurze Beschreibung der Märtyrer von Speyer im Jahre 1096 nach den obengenannten Quellen, bis jetzt von keinem Geschichtschreiber erwähnt. Als am heiligen Sabbath den 8. Jjar 4856 (den 3. Mai 1096) die zügellose Rotte der Kreuzfahrer in Speyer erschien, da flüchtete sich schnell die wehrlose Gemeinde der Israeliten in die Gemacher des bischöflichen Palastes. Durch die Vermittlung des Gemeindevorstehers R. Moses ben Jekuthiels rettete sie der fromme Bischof Jochanan (Johannsen). Er Zog gegen die Kreuzzügler mit großer Macht und ließ einigen Stadtrathen, die sie begünstigten, die Hände abschlagen. Nur zehn fielen in die Hände der rohen Wallbrüder, nämlich: R. Jehuda ha-Cohen, seine Frau Hanna und ihr Sohn Moses ha-Cohen; N. Jehuda b. Meschullam; Meschullam b. David; Sabbatai b. Kalonyimos, der Einnehmer; N. Jehuda Ha-Saken, sein Sohn Michael und seine Tochter Judith; Frau Bruna, Gattin des R. Samuels b. Benjamin. Man schleppte, sie in die Kirche und wollte unter Drohung des Todes sie zum Christenthum bekehren. Allein R. Jehuda Ha-Saken munterte sie zur Festhaltung ihres Glaubens auf, und erinnerte sie an die vielen Heiligen, die sich für ihre Religion opferten. Da fielen die Elenden über den ehrwürdigen N. Jehuda Ha-Saken her, tödteten ihn und die andern Unschuldigen ohne Erbarmen. Indessen vermißte die Frau Sara, Gattin des Einnehmers Sabbatai b. Kalonymos, ihren Mann und entchloß sich daher gegen alle Bemerkungen ihrer Neligionsgenossen, den sichern Zufluchtsort zu verlassen und ihren Gatten aufzusuchen und zu retten. Sie bewaffnete sich mit einem starken Dolche und begab sich auf die Straßen der Stadt. Nach vielem Suchen fand sie den lieben Gatten todt bei der Kirche hingestreckt neben den übrigen Märtyrern, die man ans der Kirche geworfen hatte. Die treue Gattin fiel auf ihn und rief aus : O edler frommer Mann! o Sabbatai! ich folge dir. Sie sprach, und durchstach sich mit dem Dolche, mit .Mm.siv.sich bewaffnet hatte, um ihren Gatten zu retten. 2. Die Opfer in Metz beim ersten KrevMge. Wir haben -bereits auf die מגילח הנחרגים, eine Pergament-Handschrift unseres Kabinets, aufmerksam gemacht. Sie enthält Einzelheiten über die Verfolgungen Israels im Mittelalter, die man vergebens anderwärts sucht. So gibt sie nnS die Namen mehrerer Opfer des ersten Kreuzzuges von Metz und Trier, von denen keine andere Quelle etwas weiß. Ueber den Anfang des feindlichen Auftretens der Wallbrüder gegen die Juden in Rouen, haben wir anderwärts berichtet. Als diese Näuberhorden im Frühjahre 1096 j durch die Gegenden der Mosel zogen, gelang es nicht den Israeliten zu Metz, sich ihrer Wurh ganz zu entziehen. Zwei und zwanzig Personen fielen in ihre Hände und erlitten einen jämmerlichen Tod. An ihrer Spitze waren die Rabbiner Samuel, der Einnehmer Me'lr, Salomon, Sohn Isaaks und dessen Ehegattin. 3. Die Märtyrer von Trier im Jahre 1096. Als die jüdische Gemeinde von Trier die Greuelthaten der Kreuzzügler hörte, da bemächtigte sich ihrer ein furchtbares Entsetzen. Man sah Väter mit eigener Hand ihre Kinder und sich selbst tödten, damit sie nicht in die Hände der Barbaren fallen möchten. Frauen, um ihren Glauben, wie um ihre Ehre besorgt, stürzten sich in die Mosel, nachdem sie ihre Kleider mit Steinen angefüllt hatten. Die Namen dieser Märtyrer sind folgende: Mar Ascher, der Einnehmer, Sohn Josefs des Frommen; Rabbi Meir, Sohn des Samuels Ha-Naar; Mar Abra- Ham, Sohn Jomtobs; ein kleines Mädchen; Frau Esther, Tochter des Rabbi Cheskia ha- Gabbai; zwei junge Mädchen ׳anS Köln sprangen von der Brücke in den Fluß und ertranken. Rabbi Eleasar und die Frau Abigail, Tochter des Rabbi Salomon Chasid. Andere eilten in die Burg und stellten sich unter den Schutz des BischofeS. Egilbert, von dem Geiste seines Vorgängers Eberhard beseelt, mißbrauchte die traurige Lage der Unglücklichen um sie zur Taufe zu zwingen. (Werden fortgesetz t.) - ßjcjcfe. Erklärung des ÜDotte« ששך. Von Dr. Jakoby. Im vorigen Jahrg. Nr. 46 dieser Blätter macht Herr Brüll das Wort 3) ששךerem. 25, 26 und 51, 41) zum Gegenstände einer gelehrten Conjektur. Nun ist dies ein Wort, an dem nicht leicht ein denkender Bibelleser den Versuch