Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 5 (3.2.1864)
- Date
- 1864-02-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 5. SieOenta Jaf)tpn1]. 5zegei>i», kn 3. .fclkuar I86i Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Prkinniiicrationsprcis: Ganzjährig 7 fl., halbj. 3 fl. 50 kr., viertclj. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern «Skr. Matt abonnirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des In- und Auslandes. en Glum:!«)». Vochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: LOW, Obcrrabbiner zu Szegedin. Inserate sind and. Redaktion in Szegedtn oder an Hrn. /ranz Mgner in Lchtjig zu senden. Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Ne-alttion -. 3 Kronen-Gasse, Politzer'scheS Haus. Inhalt. Bitte an den österreichischen Finanzminister. Vom Herausgeber. — Aus der Vorzeit. Von Dr. Carmoly. — Biblische Eregese. Von Dr. Jakobi. — Orthodoxie und Romantik in der Kompert-Affaire. — Korrespondenz. Anstand. Trier (Consistorial-Verfassnng.) Breslau (Gedeihen des Seminars.) Breslau (Tod Sachs.) Breslau (Dr. Finkensteins Vortrag.) Breslau (Bericht über die Jahresfeier des Seminars.) Inland. Prag (Nappoports Entschädigung.) Szegedin (Wohlthätigkeit.) SzenteS (Wohlthätigkeit.) Mak6 (Wohlthätigkeit.) Veßprim (Knltnszustände^ Eperies (Leo Holländer.) Steinamanger (Replik.) — Literarische Anzeige. Rabbi Hai Gaon. Von Leopold Dukes- Beilage. Talmudische Sprachforschuug. Von Moriz Altar. — Literärischcr Kolbo. — Bemerkung. Unterthäiiige Bitte a n Z'e. Erhellen), -es Herrn K.K. FinanMimjters v. Plener in Wien. Eure Erzellenz! Hätte ich Ihnen eine Angelegenheit zu unterbreiten, die meine Person betrifft, würde ich es natürlich nicht wagen, den Weg der Oeffentlichkeit einzuschlagen. Meine Bitte betrifft aber nicht meine Person, sondern meine sämmtlichen Glaubensgenossen in Ungarn. Aus den Nummern 46 und 47 v. I. des von mir redigirteu Wochenblattes für jüdische Theologie, welche ich Eurer Erzellenz znzusenden die Ehre habe, werden Sie zu ersehen belieben, daß von den ungarischen Juden die Stempelgebühr von Einer Urkunde gefordert wird, welche niemals ausgefertigt wird, und daher gar nicht eristirt; ferner von zwei Urkunden, die zwar eristiren, aber nach den bestehenden bürgerlichen und Finanzgesetzen unmöglich der Stempelpflichtigkeit unterzogen werden können. Die Szathmärer Finanzdirektion hat, wie mir von einem der dortigen jüd. Gemeindevorsteher berichtet wird, sogar schon beschlossen, jede Kethuba im Betrage von 420 fl. ö. W. zu besteuern: ein Betrag, welcher jedenfalls mehr als sechsmal zu hoch ist, wie jeder Sachkenner bestätigen wird. Auf Grundläge dieser Thatsachen erlaube ich mir Nun die ergebenste Bitte, Ew. Erzellenz wollen geruhen, jedes weitere Vorgehen in der Erhebung der fraglichen neuen Stempelgebühr sistiren, die dieser Gebühr zu unterwerfenden Urkunden von kompetenten Sachkennern prüfen, und das Resultat dieser Prüsung der Oeffentlichkeit übergeben zu lassen. Da die geheime Verhandlung des in Rede stehenden Gegenstandes dazu führte, daß die Finanzbehörden selbst von einer nicht eristirenden Urkünde die Stempelgebühr fordern; so hat eine solche Ver- Handlung weder auf das Vertrauen Eurer Erzellen; Anspruch, noch auf das Vertrauen der Kontribuenten. Indem ich mir gestatte, diese meine Vorstellung Ihrer Beachtung. zu empfehlen, verharre ich in tiefer Ergebenheit, Szegedin, am 24. Jänner 1864. Eurer Erzellenz unterthäniger Diener, KsyM Mw, Oberrabbiner und Redakteur des Wochenblattes für jüdische Theologie. Ä il 8 f r ft fj e r c r Zeit. Von Dr. E. C a rm o ly. Ich stehe am Ufer eines stürmischen Meeres, tausende von Wellen treiben an mir vorüber; mein Auge heftet sich auf eine aus der zahllosen Menge, aber schnell wird sie von andern zertheilt, unkenntlich gemacht, verschlungen, ins Unermeßliche geschleudert. Mein Blick ermüdet, das Gesicht vergeht mir; ich sehe nichts mehr, als das ungeheuere Gewühl der Wogen, ohne den Punkt wieder finden zu können, bei welcher mein Auge zuerst verweilte. Oft ging beim Gedanken an die Vorzeit, die Geschichte des Mittelalters mit allen ihren Schrecknissen an mir vorüber, mein Geist verlor sich in dem Strome des Elends, welcher Israel verheerte; tausend Gegenstände drängten sich heran, meine Aufmerksamkeit zu feffeln, ich wählte einen aus dem dichten Gedränge, einen Leidenden, einen Helden, suchte ihn mit Ausschließung aller Andern treu zu bleiben, seinem Schicksale bis zu Ende nachzuspähen, ohne Rücksicht auf das Uebrige; aber vergebliche Mühe! Desjenigen, was ihn verdunkelte, was mich zu andern mit ihm verketteten hinriß, war zu viel! Ich glaubte, ׳falsch gewählt zu haben, wählte von neuem, aber es war ebenso unglücklich, und ich griff endlich unter tausend und tausend Bildern einige hundert auf, wie mir sie der Zufall in die Hand warf, nahm mit-Av^. sich unmittelbar an dieselben anschloß , warf hinweaM^^H mich zu weit geführt hätte, und so entstand endlMM^