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Ben Chananja · 1864-01-20 · 3 (20.1.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
3 (20.1.1864)
Date
1864-01-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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57 58 sandt hatte. Don Francesco y Colon ersucht zugleich Sir Moses Montefiore, beiliegendes Dokument nach der Betrachtung desselben gefälligst zurücksenden zu wollen. Zugleich die Gelegenheit benütze ich, an Sir Moses Montefiore die Versicherung meiner hohen Werthschätzung zu geben. Tangier, 20. Dezember 1663. An Sir Moses Montefiore. Bart. III. Cirkular des spanischen Gencral-ConsulS. Die Regierung Ihrer Majestät der Königin fvon Spanienj hat mit Mißvergnügen von den groben Beleidigungen vernommen, welche gegen Spanien geschrieben wurden, im Glauben, als hätten die spanischen Consuln eine Verfolgung gegen die Juden im Kaiserthume Marokko unternommen. Verleumdungen dieser Art müssen aber eure Gefühle nicht beeinflussen, anch dürfen sie keinen Wechsel des Ver- Haltens der spanischen Agenten verursachen, in Bezug aus Beschützung und Hilfeleistung. Im Gegentheile die beste Art der erfolgreichen Bekämpfung solcher Verleumdungen ist, euren Eifer zu Gunsten dieser Menschenklaffe, welche sich unter so üblen Umständen in diesem Lande befindet, zu verdoppeln. Ihr werdet bei jeder sich darbietenden Gelegenheit, es Euch angelegen sein lassen, dieselben gegen Grausamkeiten der maurischen Behörden, sowie gegen offenbare Ungerechtigkeit in Schutz zu nehmen. Wenn es sich handeln sollte, die Peitsche zu gebrauchen, um ein Geständniß herauszulocken, so werdet Ihr entschlossen Euren Einfluß bei den Ortsbehörden geltend machen, um das Beginnen einer solchen barbarischen Handlung zu hinterkreiben. W. München, Ende Dezember. Nicht geringes Aufsehen erregte hier die Wahl des Dr. Hirjchseld zum Deputirten an den König von Seite der Stadt Augsburg in Angelegenheit der deutsch-dänischen Frage. Man wollte hier seinen Augen nicht trauen, als man diese in ihrer Art unerhörte Auszeichnung in politischen Blättern las. Es war ihm hier von verschiedener Seite ein ehrenvoller Empfang zugedacht. Das Handbillet des Königs an den Minister des Aeußern machte aber inzwischen jede Deputation unnöthig, und diese unterblieb. Ob nun aber Dr. Hirschfeld die Reise hieher machte oder nicht, der soziale Fortschritt, den jene ihm gewordene so ehrenvolle Mission in der Hebung und Anerkennung des JudenthumeS nach Außen, mindestens innerhalb unseres Vaterlandes bezeichnet, ist ein bleibender. Ich habe Ihnen zugleich von einem andern erfreulichen Fortschritt zu melden. Es ist das ein richterliches Urtheil des Kaffations- Hofes der Pfalz, welches den Eid mors Mcinioo, auf welchen in einem obgeschwebten Prozesse der Kläger angetragen hatte, ja überhaupt jede konfessionelle Zuthat bei einem von einem Israeliten zu schwörenden Eide, geradezu als verfassungswidrig und somit schon als durch die Verfassung aufgehoben erklärt. Das Raisonnement des merkwürdigen richterlichen Urtheils ist in Kürze folgendes. ״Die wahre und innere Garantie gegen.Meineid wurzelt nur in dem Gewissen des Menschen und darf nicht in äußerlichen Ceremonien gesucht werden, welche dem Eide kein größeres Gewicht zu verleihen vermögen. Die äußere Gewährschaft gegen den Meineid wieder liegt im Strafgesetzbuche des Staates. Die hierauf basirendcn gesetzlichen Vorschriften für Eidesleistung müssen -für alle Bürger des Staates gleich bleiben, und eine Anwendung anderer als gerichtlicher Normen auf die Eidesleistung der Juden — sei eS die vollständige Form wors )uckaioo oder wie der Kläger eventuell will — mindestens die Verwarnung durch den Rabbiner — würde eine evidente Verletzung der durch die BerfassungSnrkunde gewäbrleistete Gleichheit der Gesetze und vor dem Gesetze involviren." F. Augsburg, 27. Dezember. Bezüglich der Deputation, die von Seite der hiesigen Stadt an den König abgehen sollte, zu deren Mitglied Dr. Hirschfeld gewählt wurde, habe ich Ihnen mitzutheilen, daß fast alle Punkte, welche die von der Deputation zu überbringende und durch die Zeitungen laut stenographischem Berichte veröffentlichte Adresse enthielt, von dem König, der, lobenswert!) genug! selbsthandelnd auftreten wollte, in zuvorkommender Weise durch ein veröffentlichtes Handbillet an den Minister Schrenk, als die ihn leitenden Grundsätze aussprach, worauf er auf eine bereits früher gestellte Anfrage der Deputation bezüglich ihres Erscheinens durch seinen Flügeladjutanten, Generallieutenant Pfeifer, ein in sehr höflichen Ausdrücken abgefaßtes Antwortschreibcn erließ, auf jenes Allerhöchste Handbittet hinweisend, in welchem die Herren die ihm vorzutragenden Wünsche bereits erfüllt sehen. ו״א Aus Baiern. Es dürfte nicht überflüssig sein, von Zeit zn Zeit über jüd. Gemeindeleben im ״B. CH." zu referiren. Sehr zu bedauern ist es, daß die Bildung und Kenntniß des Judenthums so sehr in Abnahme find. Wohl ist äußere Glätte, Handelsgeist und Thätigkeit in Flor; aber das Studium der allgemeinen und jüdischen Wissenschaft liegt ganz brach. Die sogenannten Orthodoxen fürchten die Eckenntniß, die Neologen sind indifferent, weil materiell. Ehrlichkeit und Sittlichkeit find stark vertreten. Jedes höhere Streben wird achsclzuckcnd bemitleidet. Die Hauptschuld fvielleicht ohne Abficht) liegt an den Volkslehrern, die behäbig die Hände in den Schoß legen und für die Volksaufklärung gar nichts thun. Wenn ein Korrespoiident der ״Allg. Ztg. des Judenthums״ es bedauert, daß Augsburg und Bamberg blos aus Neuerungssucht Ausländer zu Rabbinen gewählt, so. sind wir im Stande, dies zu dementiren. Die genannten Gemeinden suchten gelehrte Männer, um das Judcnthum nach Innen und nach Außen zu stärken und zu kräftigen. In wiefern es ihnen gelungen ist, wird die Zukunft lehren. Wir haben die gegründetste Hoffnung, daß Augsburg und Bamberg ihre Wahl nicht bereuen werden. Nürnbergmnd Regensburg sind auch vakant. Ueber einzelne Gemeinden werden wir später mit Erlaubniß der löbl. Redaktion dieses Blattes ausführlich referiren. Für jetzt möge folgendes Inscrat (aus Fürth) im ״Nürnberger^ Anzeiger" ohne jedweve Jllustration von unserer Seite in diesem geschätzten Blatte ein Plätzchen finden! Eingesandt. Heute soll nicht die Schule mit ihrem Herrn Rektor gelobt und gepriesen werden, sondern Gegenwärtiges soll als Wort zu seiner Zeit gelten! Es sei ein mahnendes Wort für die in nächster Woche statthabende israelitische Gemeindewahl! Ihr wißt Brüder, daß wir als Männer allen Pflichten beharrlich obliegen müssen, welchen wir uns unterworfen. Nur der Schurke sei des Meineids beschuldigt und Meineid wäre es, wollten wir unserer Religion, welcher wir, Jeder, in seinem Glauben zu huldigen gelobt haben, abtrünnig werden! Daher meine Brüder, müssen wir, um unserem Gelöbniß als Männer von Ehre treu zu bleiben, Alles ansbieten, um zur bevorstehenden Gemeindewahl Männer zu wählen, in welchen nicht die Giftpflanze der Neologie Wnrzel faßte, deren verderblicher Keim verbreitet und ausgestreut in dem empfänglichen Herzen der Jugend Atheismus erweckt und solche Männer würden das Ruder unseres Gemcindeschiffes zu lenken bekommen, wenn wir gleichgültig blieben! Wir hören bereits, daß sie eine Synagoge mit Orgel einzurichten und das israelitische Schlachthaus abzuschaffen gedenken! Ob solche ״zeitangemcssene Reformen" im Willen der Gläubigen liegen, ist nicht nöthig, gefragt zu werden. Wir wollen nun die Gleichgültigen wach und vie Schwankenden zum Ernst rufen und pochen überhaupt an das Gewissen nnserer Glaubensbrüder, mit nns zu gehen, so wir keine Meineidige und Abtrünnige sein wollen und wenigstens die vorgeschlagene ״Mittelpartei" zn wählen, auf daß wir keinen Glauben- und Juden - hassenden Männern in die Hände fallen! Gegenwärtiges wird von einigen treuen Anhängern des Glaubens ohne Zuziehung der großen Zahl gegeben, denn zum Vorwurf der

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