Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 2 (13.1.1864)
- Date
- 1864-01-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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41 42 die Majorität der orthodoxen ReligionSgesellschast nicht zu dem intelligenten Theil der Bevölkerung gehört, so siegte die Dummheit. Bei der stattgefiindenen Ausschußwahl siegte jedoch die Opposition. Auch die Schule der ReligionSgesellschaft ist im geistigen Verfall und aus dieser Pflanzstätte der Orthodoxie gehen nicht einmal Bibelkundige hervor, was jetzt nach ihrem zehnjährigen Bestand klar vor Augen liegt. Daß aber auch die in der hyperorthodoren Richtung eines Hirsch erzogene Jugend kein ewiges Bündniß mit derselben eingeht, haben viele Eltern schon erfahren müssen. Hirsch's Jeschurun geht seiner gänzlichen Auflösnng entgegen, er wird weder beweint noch betrauert werden. Was Sie in Ihrem jüngsten Artikel über die Quellen AgobardS gegen Grätz sagen, ist sehr plausibel; ich möchte noch hinzufügeu, daß mir auch das nicht erwiesen scheint, daß Agobard Keuntniß vom Buche Jczira hatte, was G. in einer Note sS. 111 der Monatschrist 1859) ans einem Satze von Agobard schließt, denn es liegt weit näher, daß derselbe auf die Stelle im Berach 55, a hinzielt: יודע הי׳ בצלאל לצרף אותיות שנבראו בהם שמים וארץ., als aus das Jezira-Bnch. L. Hannover. Ende Dezember. Dem Reisenden 3- I Benjamin II. wurde dieser Tage die goldene Medaille für Kunst und Wissenschast von Sr. Majestät dem Könige סט« Hannover verliehen, eine Ehre, die unseres Wissens vom hiesigen Hose noch keinem Juden zu Theil geworden. Dieselbe war von folgendem Schreiben begleitet: Ew. Wohlgeboren habe ich das Vergnügen, die ergebenste Mittheilung zu machen, daß die von Ihnen Sr. Majestät dem Könige geschenkte Sammlung verschiedener, in einem gedruckten Verzeichnisse ausgeführter Gegenstände, welche Sie von einer Reise nach Amerika, besonders aber nntcr den Jndianerstämmen Nordamerikas mitgebracht haben, Allerhöchsten Beifall in vollstem Maße gefunden hat, und des Königs Majestät bei Allerhöchster dankbarster Anerkennung der Ihnen in der Ueberrcichung dieser werthvollen, zur Darstellung der Kultur des Landes und seiner Bewohner höchst interessanten Sammlung erwiesenen großen Aufmerksamkeit Ihrer Verdienste um Kunst und Wissenschaft, die Sie durch Ihre Reisen unter schweren Mühen und Sorgen und durch Herausgabe Ihrer Werke darüber erworben, vollste Würdigung widerfahren zu lassen geruhten. Des Königs Majestät hatten die Gnade, solcher Würdigung durch die Verleihung der goldenen Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft öffentlichen Ausdruck zu geben und ich lasse es mir ein besonderes Vergnügen sein, Ihnen solche bezügliche Dekoration mit bezüglicher Ausfertigung der königlichen General-Ordens-Kommission hienrben zu übersenden, eine Empfangs-Anzeige deshalb mir erbittend. Dem mir persönlich bezeugten Wunsche gemäß habe ich Sie der diesjeitigen königlichen Gesandtschaft in London für die thunliche Beförderung Ihrer jetzt auf China gerichteten Reisczwecke empfohlen und den deshalb dahin geschriebenen Brief sende ich Ihnen hiencben. Ergebenst Malortie, Hannover, 24. Dez. 1863. Staats- und Hausminister, Oberhofmarsch, u. geh. Rath. Dem Reisenden wurden für seine Reise noch besondere Aufträge zum Sammeln von Gegenständen für das hiesige Museum gegeben. Elze, (Hannover) 29. Dezember. Die am 27. und 28. hier stattgefundene erste Versammlung israelitischer Lehrer aus dem Königreiche Hannover war verhältnißmäßig befriedigend besucht; man sah, daß die Sache. Anklang gefunden hatte. Die meisten Lehrer waren natürlich aus den zunächst gelegenen Landdrosteien Hannover und Hildesheim erschienen. — Die Verhandlungen begannen Sonntag Nachmittags 2 Uhr, und wurden mit einem Gebete und einer Anrede an die Versammlung eröffnet. Man schritt sofort zur Tagesordnung, und wnrde der erste Punkt derselben, Bildung von Lehrer-Vereinen im Königreiche betreffend, besprochen. Nach verschiedenen Anträgen einigte man sich zu folgendem Beschlüsse: ES bilden sich im Königreiche drei Bezirksvereine, und zwar der erste aus den Lehrern der Landdrosteien Hannover und Hildesheim, der zweite Lüneburg und Stade, der dritte Osnabrück und Anrich. Jeder Bezirksverein hält jährlich zwei Sitzungen, in denen die Lehrer ihre Erfahrungen im Schul- und Gcmeindeleben anstauschen. ES kommen zur Sprache: Schule und Gotteshaus, Pädagogisches und Rituelles. Die Bezirksvereine solle» in einem Mittelpunktsorte des Königreiches 'jährlich zu einer Generalversammlung zusammenlrcten und die Hauptinteressen der Lehrer berathen. Der Bezirksvercin für Hannover und Hildesheim hat sich konstituirt, und jedes Mitglied hat sich moralisch verpflichtet, die Sache nach besten Kräften zu befördern, wie auch thunlichst dahin zu wirken, daß die beiden übrigen Vereine bald ins Leben treten. — In den Sommermonaten k. I. wird die erste Generalvcrsammlnug unter Leitung des einstimmig zum Vorsitzenden gewählten Dr. Kayscrling ans Hannover stattfindcn. Zum Korrespondenten wurde Lehrer Cahn aus Sarstädt gewählt, und Briefe, die den Verein betreffen, sind an denselben zu richten. — Ein Schriftführer wird für jede Versammlung gewählt. — Ferner kamen zur Sprache: Gründung eines Schnlorgans und Gründung einer Lehrer- Witwenkasse. lieber beide Theile wurde viel und herzlich gesprochen, manche treffliche Ansicht geäußert; doch konnte ein Beschluß nicht gefaßt werden, und diese Gegenstände werden erst in der Generalversammlung erledigt werden. — Mit einer Ansprache des Vorsitzenden und einem Gebete wurden die Verhandlungen Montag Mittag geschlossen. Konstantinopel, 8. Dezember. Crömienr wurde während seiner Anwesenheit in der hiesigeu Stadt von Juden und Nichtjuden gefeiert. Jeden Sabbath wohnte er dem Gottesdienste in einer andern Synagoge bei. In der österreichischen Synagoge wurde er von den erleuchteten Vorstehern Clarfeld und Barbier, in der italiänischen von den Vorstehern Fernandi, Veneziani und Servi empfangen. Für die Alliance hat er zahlreiche Mitglieder gewonnen und ein Komitä gebildet , an dessen Spitze Herr A. 23. Camondo steht, welcher seit zwei Jahren mit seltener Munisizcnz aus eigenen Mitteln die französisch-jüdische Schule erhält. Crtzmieur hat dieser Schule eine mehrstündige Visitation gewidmet, und er schien von den Leistungen derselben entzückt zu sein. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten-und mehrere andere Notabilitäten haben zur Ehre Crümieur'S Feste veranstaltet. Der Aufenthalt Crömieur's in hiesiger Stadt wird für die orientalischen Jftaeliten von wohlthätigen Folgen sein. (Arch. Jsr. Berichterstatter: Samson Levy, Prediger an der österreichischen Synagoge.) Inland. X. Wien, 5. Jänner. Dieser Tage begab sich eine Deputation zu den ausgeschiedenen Vertretern, Herrn Ritter v. Wertheimstein und Herrn Sichrovsky, um denselben die Anerkennung ihrer bleibenden und vielfachen Verdienste um die hiesige Gemeinde und deren Institutioncn auszudrücken. Bei ersterem führte Mannheimer, bei letzterem Jeüinek das Wort. Letzterer hob hervor, daß der Bau des Leopoldstädter Tempels vorzüglich den Bemühungen des Herrn Sichrovsky zu verdanken sei. Als Nachfolger v. Wertheimstein ist der Gemeinderath Herr Mor. L. Pollak designirt; der biedere Charakter und die auSgezeichrieten Fähigkeiten desselben berechtigen zu ist Erwartung, daß ec seinen Platz zum wahren Wohle der Gemeinde ausfüllen werde. Der Mischna- Traktat Berachoth, der znm Behuf« der Vorlesungen in dem neu errichteten Beth Ha-Midrasch von Hirsch Weiß besorgt wurde, hat soeben die Presse verlassen. F. Szegedin, 11. Jänner. Zum ersten Male ist der Vorstand nach dem neueingeführten Wahlmodus gewählt worden. Die Betheiligung an der Wahl war allgemein, und das Resultat derselben wird asigemein mit Freude begrüßt. Der neugegründete Leseverein wurde gestern