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Ben Chananja · 1864-01-03 · 1 (3.1.1864) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
1 (3.1.1864)
Date
1864-01-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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19 20 1 Einsenders znmeist das sprachliche Element zum Gegenstände haben, so wird derselbe dennoch den Werth seines Werkes erhöhn, wenn er sich mit den bezeichnelen Abhandlungen bekannt macht. Red. 2) Im Jahre 1857 gingen, deutsche Orientalisten, die Profefforen Brockhaus, Anger und Rödiger, mit dem Plane um, eine korrekte Ausgabe der Targumim zu veranstalten. Dr. Steinschneider richtete ein hierauf bezügliches Schreiben an Prof. Brockhaus, welches im 12. Bande der Zeitschrift der Deutschen morgcnländischen Gesellschaft (170—172) abgedrukt ist. Dr. St. bespircht die Ausgaben, die Handschriften und Uebersetzungeu, Schriften und Abhandlungen über die Targumim, welche bei der beabsichtigten Edition benützt werden sollten. Ob jetzt noch an die Realisirung dieses Unternehmens gedacht werde, ist uns unbekannt. Sollte dies jedoch der Fall sein, so gestatten wir uns, die Freunde des Unternehmens aufHerrn M. Herzka, welcher Religionslehrer in Olmütz ist, aufmerksam zu machen. Targumhandschriften und seltene Editionen stehen demselben nicht zu Gebote; aber er beschäftigt sich feit einer Reihe von Jahren mit diesen alten Bibelübersetzungen und ist ein sehr gründlicher Kenner des Thalmuds und der Midraschim, so daß seine Parallelensammlung aus-diesen Werken dem Verbal- und Realverständniffe der Targumim nur förderlich sein müßte, wie denn auch das Verständniß jener Werke, durch sorgfältigere Benützung der Targumim gefördert würde. Es wird uns angenehm sein, hierauf bezügliche Bemerkungen zu veröffentlichen. Herrn Herzka bitten wir, noch einige Proben seiner Forschung in d. Bl. niederzulegen. Möge es aber dem Herrn H. gegönnt sein, sich mit reicheren literärischen Hilfsmitteln zu versehen. Die Jonathanstelle 5 M. 25, 3. ist schon von Burtorf und nach dessen Vorgänge von Landau zur Erläuterung des fraglichen Mischnawortes benützt worden. Red. II. Die Prinzipien der biblischen Exegese. Ich beabsichtige ein hebräisches Werk unter dem Titel עמודי באור ססרי קדשנו in dreiTheilen herauszugeben. Der 1. Theil soll die hebräische Sprache, der 2. Theil deren Schwestersprachen behandeln; der 3. Theil wird der Geschichte der biblischen Bücher, gewidmet sein. Während ich mich mit der Ausarbeitung des 3. Theils beschäftigte, mackte ich eine, merkwürdige Entdeckung, über deren Richtigkeit ich das Nrtheil kompetenter Sachkenner zu vernehmen wünsche. Bisher hielt man nämlich das Notarikon, oder die Zerlegung biblischer Wörter in Anfangsbuchstaben anderer Wörter (Abbreviaturen) für eine Lizenz des Midrasch. Mir hat sich aber bei wiederholter Betrachtung einzelner Bibelstellen die Vermuthung aufgedrungen, daß das Notarikon realen Grund und Boden im biblischen Terte habe. Es sei mir gestattet, Bibelforschern folgende Beispiele zur Prüfung vorzulegen. I. 2 שמרו מי בנער Sam. 18, 12. Diese ׳Worte erhalten einen faßbaren Sinn nur, wenn man מי in משלוח יד auflöst (Die. I.XX haben לי gelesen: yvXagcite!10 1x0 Ttaidaqiov. Red.) II. Die Verneinungspartikel 2 ,אל Kön. 6, 27. ist unverständlich. Der Satz ist aber klar, sobald man אל in אם לא zerlegt: ״Wenn dir Gott nicht hilft, woher sott ich dir helfen?" Als Realparallele ist Ps. 127, 1. zu vergleichen. III. Wer vermöchte, das ער Jesaj. .55, 4. befriedigend zu erklären? Der Parallelism ist aber auf eine sehr einleuchtende Weise hergestelll, wenn man sich entschließt )עשח די zu lesen. Die Verbindung diests Verbums mit diesem Nomen findet sich Ps. 9, 5. vrgl. 1 Sam. 8, 15. und Ps. 140,13. Dasselbe Notarikon kommt auch Mal. 3, 5 vor. IV. Zuweilen steht die Abbreviatur und die Auflösung unmittelbar nebeneinander. So Jesaj. 64, 8: p ist die Abbreviatur, welche in חבט נא zerlegt wird. Die Abschreiber ließen erstere stehen, auch nachdem sie zerlegt worden war. V. Als Beispiel eines dreibuchstäbigen Notarikon sei das המה Jerem. 7, 4. angeführt. Der Ausspruch des Profeten gewinnt sein wahres Licht erst, wenn man,חיבל—חמה I מכפר הכל liest: ״Verlasset euch nicht auf die falschen Worte: ״der Tempel des Herrn ...... der versöhnet Alles! Vielmehr, wenn ihr wirklich bessert euere Wege. | so lasse ich euch wohnen an diesem Orte." (4—7.) VI. Ein vierbuch stäbiges Notarikon ist נחלו Jerem. 12, H 13. Man lese: נלאו חורשים לפחה ולשדר Dann ist der § Sinn klar; sonst ist das Wort an dieser Stelle nicht zu I erklären. 1 VH. Das Dunkel, in welches das Wort מחי Jerem. 13, 27. gehüllt ist, wird gelichtet, wenn man מעשה חעחעים יספת dafür setzt, מ׳ ת׳ kommt eben nur bei Jeremias vor: 10, 15. 51, 18. (Daß aber auf אחרי, ohne darauf folgendes אשר, ein vsrbuw Lnitum folgt, und daß ער so weit von תטהרי getrennt steht, wird der gelehrte Hr. Einsender wol schwerlich sprachgemäß finden. Red.) VIII. Der Parallelismus fordert, daß Job 20, 27. אמרו in איש מרי aufgelöst werde. - XI. Das אם Spr. 23, 18 lese ich אם מצאת. Das Objekt des Find.ens ist die im vvrhergegangenen Verse genannte Gottesfurcht. Daß dies richtig ist, beweist die Parallelstelle: Spr. 24, 14. X. Endlich ist כל Dan. 6, 15. nicht anders verständlich, als wenn בינה לבבה gelesen wird. ■:j Vorläufig mögen diese Beispiele genügen. Sollten dieselben bei Kennern Anklang finden, bin ich bereit, deren | Zahl zu vermehren. Ij Zamosc in Polen. Jakob Neifmann. I Geographisches und Geschichtliches über Palä- 9 jtim in der talmudischen Literatur.*) 2. Galiläa und die Galiläer. Berichtigung einiger Irrthümer Nenan's. Die Eintheilung des Zisjocdanischen Landes in Galiläa, SarI maria und Judäa, welche schon im ersten Makkabäerbnche vorkommt ff (10, 30), kennt der Talmud nicht. Er theilt ganz Palästina in drei % Provinzen: Judäa, das transjordanische Land, Galiläa (Rapoport, Erech Millin S. 208. Hinzuzufügen ist noch: Kethub. 13, 10. und R. 1:1 Lipm. Heller daselbst, welcher die Reihenfolge nicht gerechtfertigt findet). ־. Dem Wohnsitze der Kuthäer wurde die Ehre nicht gegönnt, als beson- . dcre Provinz des h. Landes angeführt zu werden; derselbe wird bloS ״.־$ als ein Riemen (רצועה) bezeichnet, der Galiläa von Judäa trennt ) (Chag. 25, ».Hieraus erklärt sich die Reihenfolge. Galiläa grenzt nicht *' \ unmittelbar an Judäa, wohl aber das lranöjordanische Land.) 1. Was nun die talmudischen Grenzen G.'s betrifft, so wird eS passender sein, dieselben-zu zeigen, wenn von den, talmudischen Grenzen || Palästinas überhaupt die Rede sein wird. Die Forschung muß hier vor- *) S. vor. Jhrg. Nr. 50. S. 924 ff. RenanS Buch zitire . nach der 7. AuSg. Naumburg G. Pütz.!-!

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