Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 1 (3.1.1864)
- Date
- 1864-01-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zmn ״Ben Chananja" Nr. 1, Man darf diesen Satz als den wichtigsten dieses Buches betrachten. Vielleicht rührt derselbe von einem andern Autor her, ganz verschieden vom eigentlichen Verfasser des Buches. Dieser Satz verbindet das Schiur Koma mit der arabischen Filosofie. Ist das oben Gesagte richtig, so kann es auch beitragen, annäherungsweise das Alter des Schiur Koma zu bestimmen. A'l Sulami war nämlich, ein Zeitgenosse des Al Kab i. Letzterer starb 927.6) Also ein Zeitgenosse des Saädias. Dieser Satz wurde also in Saadias Zeit niedergeschrieben. In Hai Gaons Zeit hat man dies wahrscheinlich nicht gewußt. Man hat den Schiur Koma damals wirklich für ein Werk des N. Jsmael gehalten, dessen Namen es an der Stirne trägt. Man hielt es für anstößig, schon der Ausdruck Schiur Koma erregte Mißfallen.G) Man versuchte, es zu vergeistigen. Unter den Rabbaniten dürfte Hai Gaon der älteste sein, welcher das Schiur Koma erwähnt. Salomon ben Jerucham mochte überhaupt der älteste sein, der davon spricht. Anmerkungen: ') Wir haben dessen Worte bereits im Zion II. erwähnt. ף Kommentar zum Sefer Jezirah S. 34. 3) Wir haben darüber im אוצר נהמה II• S. 113 und in unserer rabbinischen Sprachkunde S. 66 einige Nachweisungen gegeben. Deutsche Nebersetzung S. 67. 6) Jbn Challican II. S. 35. ף Bei Moses Botarel <3.33 ifi צרופו של יוצר בראשית zu lesen. ף In der Sammlung שערי תשובה Leipzig 1860 Nr. 122 (Manches darüber soll bald mitgetheilt*werden.) 8) Vergl. unsere Notiz darüber im Literatürblatt des Orients 1848 S. 128 und 1850 S. 508. * '־ _ netter mssenschttstliHer Wcrfee. I. Ueberjehimg׳ und Erläirtcrnug der Thargnmim. Die Kenntniß der aramäischen Sprache war für Talmudforscher zu allen Zeiten ein anerkanntes Bedürfniß. Das gründliche Studium der aramäischen Bibelübersetzung (Thargum) ist von den größten jüdischen Gelehrten, wie, von R. Nathan, dem Verfasser des Aruch, von Raschi, Maimonides und anderen Korifäen der jüdischen Literatur sorgsam und fleißig kultivirt worden , wie die häufigen Zitate von Thargumstellen genügend beweisen. Die Sprache der Altrabbinen in Thalmud und Midrasch ist, einzelne Fremdwörter abgerechnet, hebräisch und aramäisch. Wer dieselbe gründlich verstehen will, muß mit der Kenntniß dieser beiden semitischen Schwestersprachen ausgerüstet. sein. Dies gilt besonders für unsere Zeit, wo der mündliche Thalmudunterricht, wie er früher auf den Jeschi- | both ertheilt wurde, immer mehr schwindet, und der Thalmudforscher auf das Selbststudium hingewiesen ist. Daher wird auch dem Studium des Thargum als aramäischer Sprachquelle in neuerer Zeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt, und mehr Fleiß zugewendet. Die älteren Forscher, R. Nathan, Raschi und Maimonides, berückstchtigt.en wol Onkelos zur Thora und Jonathan zu den Profeten und den Hagiografen. Den Pseudojonathan zur Thora haben Raschi und. Maimonides gar nicht, und R. Nathan nur lückenhaft ftudirt oder gekannt. Jene Beiden zitiren denselben in ihren Werken nicht ein einziges Mal. Letzterer führt zuweilen den Thargum Jeruschalmi an, aber niemals den Pseudojonathan zur Thora 1)- Folgende Beweise werden diese meine Behauptung erhärten. In der Mischna Demai 3, 2. kommt die Wurzel הזם vor. Maim. z. St. gibt an, daß sich diese Wurzel weder im Hebräischen, noch im Thargum findet. Aruch versucht eine Erklärung nach dem Arabischen. Beide wußten nicht, ,daß הזם, verw. mit גזם schneiden und בסם scheren, im Pseudojonathan drei Mal vorkommt: 1 M. 31, 9. 3 M. 1,15.5,8. Das Mischnische מצליף, Joma 15, a. und den Parallelstellen bekennt Raschi, nicht erklären zu können. Maim. beobachtet Stillschweigen darüber und Aruch schwankt in der Erklärung. Aus Pseudojon. zu 5 M. 25, 3. ist das dunkle Wort leicht zu erklären. Es heißt: schwingen. Ueber das Wort צריה, Peßach. 20, a. und die Parallelstellen ■, wissen die Ausleger nur Verrauchungen vorzubringen. (S. Raschi a. a. O. und die Komment, zu Eduj. 1, 8. 587. Scheni 2, 3.) Aruch ist unschlüssig, wie dasselbe zu erklären sei. Es heißt: ״unverm.ischt", ״für sich allein", wie aus Jonathan 3 M. 9, 17. 24, 7. 4 M. 5, 26. zu ersehen ist. Auch dunkle Midraschstellen erhalten mit Hilfe Jonathans ihm richtige Erklärung, vrgl. zum Beispiele Ber. R. Abschn. 60: אל העין מעייו.י ליה mit dem Pseudojonathan zur bezüglichen Stelle. Um nun angehenden Theologen das Studium des Thargum und mittelbar auch das des Thalmuds zu erleichtern, habe ich mich der in der That sehr schwierigen Arbeit unterzogen, die Thargumim mit möglichst wörtlicher Treue in's Deutsche zu übertragen, und dieselben mit einem gedrängten, jedoch faßlichen hebräischen Kommentare zu versehen, in welchem schwierigere Wurzeln angemerkr, dunkle Wörter erklärt, und Parallelen aus Thalmud und Midrasch nachgewiesen werden sollen. Ich würde es als eine sehr schätzbare Begünstigung ansehen, wenn Fachmänner die Gewogenheit hätten, sich über mein Unternehmen, so wie über die an dasselbe zu stellenden Ansprüche, auszusprechen 3). Olmütz, am 1. Chanukkatage 624. M. HerM. Ämnerkimgen. ') Bei der Abgeschiedenheit, in welcher der Herr Einsender lehr ist es kein Wunder, daß ihm die Resultate der neuern Thargumkritik unbekannt geblieben sind. S. Zunz GoiteSd. Vortr. 61—83. M. Levi iu Geiger'S Ztschrist 5,173-168. Luzzatto bof. [124-137. Geiger'S Urschrift 451-479. Wiewol die Forschungen des gelehrten Herrn 429