Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 51 (23.12.1863)
- Date
- 1863-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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945 946 Pest, 20. Dezember. Wir ierrit« in Ihrem geschätzten Blatte vvn eiurw Ihrer Herren Korrespondenten t,werkt wurde, bat der ״Irr. Miigyar Egyict“ mit der Abhaltung popnlLr-wisseliHasilicher Vorträge sich kein geringe» Verdienst um dir Förderung nationaler Kultur unter unsern Glaubensgenossen erworben, und wirklich schein« ein glücklicher Stern über die Thätigkri« de« mit der Anordnung der Dcrlrsnngrn betrauten KomitüS zu walten. Der glänzende Erfolg der gestern Abend» stattgehabten zweiten Vorlesung hat die« zur Genüge bestätigt. Herr Heinrich Deutsch. D-zrui an der Talmud- Tbora und RrligionSlehrrr am Ctaatsgymnastum. der Oberrealschul, und HandelSakademir, la» über ״die Ursprache der Juden und deren späteren Sprachen, sowie deren gegensri«igr « Lil er aturv erhält״ iß." Nach einer ebenso ergreifenden al» belchrenteu AuSriiiantersetziing über da» Alter und Len hohen Entwicklungsgrad Lcr hebräischen Sprache im biblischen Zeitalter wie» der gelehrte Vor- »ragende nach, wie der Zude allenthalben sich die Landessprache der ihn umgebenden Völker angreignet »iid sic von seiner Seile bereichert bat. (Sr gab schlagende Belege, welche» großen Einstuß die chaldäische. syrische, persische, griechische, arabische Literaliir aus den Juden und seine Geisteswerke geübt, und wie unsere Glaubenöbrüdcr hinwiederum diese» gei» stige Darlehen mit Wuchcrzinscn zurückgezahlt, wobei er die Namen Humboldt, de Wette, G e sei! iu S, Schulten«, Nug usti, Delitzsch und Andere als Bürgen angcsührt. Ais den originellen Nachweis lieferte, daß die Zuden die Pflege sremder Lileraiuren stet» inil der Bibelübersetzung in der Landessprache begannen, und hiesür Dnspiele von OnkelvS bis aus Mendelssohn ansühric, und zuletzt die von, ״Izr. Magy. Egylct“ beantragte ungarische Blbclübersktzuiig als ein geschichtlich geheiligtes, unentbehrliches llnternkhinc» hcrvorhob, da brach das gewählte Auditorium in wiederbolie laute Eljenrni'e aus. Wenn ich Zhncn die zahlreichen, stnuigen, srrachvcrglcichentk» Charakteristiken und ApcrrnS, die Herr Deutsch seiner sehr gcluugenrn uieislcrhaste» Arbeit einstocht. mitlhcilcn wollte, da müßte ich die ganze Nummer Ihres sehr geschätzten ״D. Eh." damit süllen. Das intelligente zahlreiche Auditorium, worunter nebst einem kleinen Danicnkrcisc auch gelehrte Nichtisraeltleu bemerkbar waren, lohnte dem Herr» Vortragende» mit reichlichem Applaus und Aeisall-ruscii. — Wie wir vernehmen, findet der nächste Vortrag an, 9. Jänner 1804 statt, und zwar über Stenographie von dem rübmlrchst bekaiיי '-׳ Fenyvessy Adolf. Sekretär de- ,.Irr. Magy. Egylet.“ Tzegodin, 19. Dezember. Der ״Szegedi Hiradö" und nach temselden der ״MagyarZsraelita" melden: ״Herr Simon Ausländer läßt in Szörcgh, ,n dessen Nähe er ausgedehnte Besitzungen hat. einen Monat hindurch wöchentlich a» 30 christl. Familien Drod. Fleisch. Hülsrnsrüchle und Salz vertheilen. Hätte jede Gemeinde 20 solche Wohltdäter, wäre der Nothstand nicht fühlbar." t»> Preftburg, im Dezember. Dir ErinnrruugSstier an den unsterbltchen TedeSko. dem dir hiesige Rescruigemeiude so viel ver. dankt, ist in diesem Jahre in besonder« soleuner Weise vor sich gegangen. Dr. Brüll hielt eine ergreifende Rede. Unter den zahlreichen An» wesenden bemerkte man den evangelischen Superinlententen Grd ul y und den evangelischen Prediger Naabr. Gr. Kanijfa, 1-1. Dezember. Herr Kantor Jos. Soldstein, dessen herrliche Stimme jede» Herz zur frommen Andacht stimmte, ward uns plötzlich entrissen: Noch sind nicht acht Tage, daß er al« t5hor» Meister Le« hiesigen Gesangverein» rin Konzert zu Gunsten der Nolh. leidenden im Alsold leitete, und selbst mehrere Pieren vortrug; noch, , 'begestern suugirte er in der Synagoge zur Ehre de» Herrn und Bejaüberung unser Gemeinde: die klangvolle, hinreißentr Metallitimme sie ist aus ewig verklungen'. Erstarb soeben2Uhr Mittag» vom Schlage gerührt zur Trauer seiner Familie und seiner Gemeinte, dir ihn im gleichem Maße liebten. Ich bin in diesem Aiigenbliekr zu sehr ergriffe» um Ihnen nähere Mittheikungen über sein rühmliche» Leben machen z» können, al« daß er der Sohn de« frühern hies. Kantor» war» und r« Konservatvrinm zu Wien mit Erfolg stndirt«. Don da folgte er dr« Ruse nach Didschow iu Böhmen al- Kantor, wo er sich mit seiner vewackern Frau vermählte, und dadurch in bessere Verhältnisse gebracht, die Harfe an den Schwarzwald hängt» und nach dem Merkurstabe griff. Mißlungene Kombinationen machten e». daß er sich hrrbeiließ. die Stelle seines Vater» als Oberkantor würdig auSzusüllen. Vielleicht bringt mein Nächst,« weitere Nachrichten über die Bestattung-weise eine« Manne», der von der ganzen Bevölkerung unserer Stadt tief betrauert wird. Löw,. E. Gr. Kanizsa, 17. Dezember. Geflattt» Sir, daß ich Ihnen von den Werken der Wohlthätigkeit in hiesiger Gcmcinde nur einige die Schule und ihre Besucher btlreffende Akte rrgistrirr: Der ehrsame Talmud Tora-Vercin begnügt sich nicht damit, seinen Zögliiigcu den vollständigen Uliterricht an unserer Schule angedeihen zu lassen, sondern läßt ihnen noch einen separaten erweiterten hebräi» schen Unterricht ertheile» und versieht dieselben auch mit Lehrbüchern. Zur Erhöhung dirscr Wohlthat hat der Vorstand de» Vereiue» lrtztlich viele dieser armen Kinder auch uiik neuer Fußbekleidung beschenkt. — Der edle Fraucn-Vercin, dessen Vorsteherinnen den weiblichen industriellcn Unterricht an drr Schule leiten und überwachen, läßt in ebenso edl-r Weise die Mädchen armen Staude» den Gcsamiut-Uuterricht getiießeii und hat dieselben vor Kurzrm gleichfalls mit so manchrn neirrn KlcidungSstückrn vcrsorgt. — Zum Wehle unserer sämmtlicheu Schuljugeud wird cS aber gcrcichrn, daß Lcr löbliche Gcmeindevorstand, um die Hebung und Verbesserung der Schule unausgesetzt eisrigst bedacht und bestrebt, nciierdiiigS und zwar ciur brdentriidr Summr zur Vrrmrh« rung drr Lrhrmiltcl an physikallschcn Apparatru bestimmt hat. Gott erhalte unserer Schule auch ferner diese warme Theilnahme und lohne so frommes und heilsames Wirken mit seinem Segen. bl. B. Duna - Földvür, 13. Dezember. Unsere Gemeinde besitzt einen für Israels Wohl lies erglühten geistlichen Führer, der für Religion unb Wisseuichasl, für Bildung und echte Religiosität zu bcgri« steril wciß, in drr Person unscreS bochvcrchrten. auch in writcrn Kreisen grachtetr», sowie in dirsc» Blättern öslrrS rühnilichst genannten ehrwür- Ligen Herrn Rabbiner A. (f. Fischer, dessen zurückgeiegte zehnjährige AmtSwirllaiiileit in uuscrer Mute am jüngsien Sabbath Ehannka Seiteil« unserer Gemeinde festlich begangen wurde durch feierliche Nrberreichuug einer mir zahlreichen Unterschriften bedeckten Dankadresse, nebst eiurm Ehrrngtschenle. bcstrhend in eiucr Pracht- und geschmackvoll au«׳ gcstalteteu Bibel an Len ehrwürdigen Herrn Rabbiner. Dieser seirrliche Akt war so reich an ergreifenden Momenten, daß rr alt und jung uuserer Gemeinde in unvergeßlichem Angedenken bleiben wird; denn da» eben ist da« hervorragendste iu der taktvollen Leitung unsere» verehrten Seelenhirten. daß er die Träger aller religiösen Richtungen und Nuan» reu i» gleichem Grade für sich einzunehmen und an sich zu fesseln ver« steht, daß sein Wort maßgebend, uud von allen in gleicher Weise hoch» geachtet wird, wodurch einzig uud allein unsere Gemeinde von den uo« seligen religiösen Wirren, Kämpfen und Parteispaltungen verschont ge» blieben. Jo gerechter Würdigung alledessen, breifertcn sich alle Ge» meindeglieder in frendigrr Vegcisterung. dem Gefeirrtrn durch sichtbare Zeichen ihrer Therloahme zu bekunden uud Liesen Tag zu einem Festtag zn gestalten, der er un« in drr Thal auch war. — Diese» herzerhebende Ereigniß, obgleich lokaler Nalnr, hat doch auch in sofern allgemeine« Interesse, indem e» den Beweis liefert, daß Beharrlichkeit uud Ausdauer selten ihr Ziel verfehlen, daß dem wahren Verdienste selten dir würdi» gende Anerkennung entgeht. -- Dir mannigfachen Verdienste nnserr« verehrten Herrn Rabbiner« um uosrrr Gemeind«, dir ihm ihr« Bluthr