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Ben Chananja · 1863-12-23 · 51 (23.12.1863) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
51 (23.12.1863)
Date
1863-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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943 944 Augen offen stehen über alle Wege derMenschenkirr der." (Ierem. 32, 19.) So heißt eS auch: »Der Ewige sah, daß drS Menschen Bosheit groß war aus der Erde (I M. 6, 5.) Ferner: ״DaS Geschrei über Sodom und Amora ist groß. (Das. 18, 20.) Diese Stellen (oder Beispiele) weisen auf diesen zehnten Grundsatz hin (erhärten oder beweisen denselben.) ES bandelt sich also um das Merken Gotteö aus daS Thun und Lasten deS Menschen. MaiinonidcS will in dem zehnten Grundsatz lehren, daß Gott daS Thun deS Menscheu nicht ignorirt, nicht davon absieht, sondern daraus reflcklirt und Notiz davon nimmt.") Anmerkungen. ') Da mir dcr zehnte Maimonitischc Glaubensartikel in dcn mcistri, Rcligionsbüchern falsch wiedergegcben schien, erbat ich mir vor längerer Zeit von trm gclchrlcn Herrn Euisender drn Wortlaut tc« sraglichcn GlaubenSarlikelS im arabischen Urlcrtc und dcutsehcr liebersetznng. Bei tcm Nmsianlr, das! iichdir salschr Anssassnug auch in cincin vor Kurzem rrschiciirnkii ReligicuSbuche siutcr. da,? ciucn berühmte״ Theologen zum,Verfasser hat, schein cs mir zeitgemäß. Irrt und lieber׳ schling deS 10■ Maimonidische» GlanbcnSarilscIS zn verösseiillichen. ') Vrgl. Morr 3, 17.. wo dcr hier aus Ezechiel angeführte Vers 8, 12. dcn Leugnern dcr Provitcnz in den Mnnd gelegt, und Ierem. 23, •J. als Beweisstelle für das Wallen der göttlichen Börse.׳ littu g angcsül'rt wird. Bo» dieser also, und nicht von der Allwissenheit ist i» dem 10. Maiiiioiiidischcn OllanbciiSartikcl die Rede. DaS in dcr llcbersetznug ist. wie unser gelehrter Freund mit Recht bemerlt, hier nichi ein Wißen als Gegensatz von Nichiwistc», sondern ei» Roliziielunen im Gegensatz von Ignorircn. So hat schon Abravancl diesen Ariikel verstanden: בידיעה לבהש נהה הא7הימ (Rosch (Smaiia 10, h. II, lO; so bat denselben auch Herr Homberg in seinem Ben Ialkir wictcrgezebc». Diejenigen Bcrsasser von ReligionSbüchcrii. welche noch dcn MaiuioiiitcS zu stlathe zogen. hatten natürlich daS richtige Verstäntiuß seiner Werte. Die aber aus dem Lidtnr oder aus dcn Ka- > techisnien ihrer Vorgänger 1'chöpslcn. verwechselten die Borschuug mit der Allwissenheit. Es ist übrigens nicht schwer ciiizuschen. daß die logische Grnppiriing der Glaubensartikel durch die falsche Auffaffnug deS 10. Glaubensartikels gestört wird3> ׳■ m. Ha-Masteach §. 411. Korrespondenz. Ausland. 8. 0. Breslau, 11. Dezember. Dcr Verein zur Verbreitung der Wissenschaft im Iudettlhume gewinnt immer mehr an Belheiligunz und gibt dies nicht nur Zengniß für seine LebcnSsähigkcit, sondern ist ein ersrcnlicher Beweis seines gedeikliche» Wirkens an einem Orte, wie hier, wo der bedauerliche moderne IndisscrentlSniul gegen Alles, waS Iutcnihum berührt, schon so lies Wurzel gefaßt hat. In der letzten AbcnLversammlung des Vereins sprach Herr Dr. M. A. Loewy über die Verfolgung talmudischrr Schriften im lS. Jahrhundert. Der Redner schilderte die kindliche Verehrung, welche Juden wie Ebristen der Bibel immer erwiesen, während die andern jüdischen GeisteSprodukie. besonder« aber das rabdinische Schristthum schon in frühester Zeit großen Ausech» tungen u»d Versolgnngen auSgesetz, war. Eine treffende Charakteristik Neuchlin« und seine« tücklschen^und unwiffenden Gegner- Psefferkorn, de« Hauptmatadorra der 6I>ronlrzuo »ewockslouso der Talmudversolgung, bildetete den Kern de« schön g,gliedertet« Vorträge«. Den nächsten Vor» «rag wird der bekannte Lerikograph Dr. W. Freund au« Glrimitz haltrA, auch hat, wie verkantet, der Vorstand beschlossen, für eine weitere Borlesung den berühmten Schriftsteller Berlhold Auerbach au« Berlin hieher tu berufen. Inland. A Wien, 21. Dezember. Zu den vielen materirsten Wohl. thätigkeitSanstalten, deren sich die hiesige Judeuzemeinde erfreut, gesellt sich eine WchlthäiigkeitSanstalt für den Geist. Und) so wie Anstalten zur materiellen Unterstützung keine Ausnahme bei ihren Spenden z»ischrn verschiedenen Parteien macht, so macht da» Institut für Nahrung. Kräftigung und Bildung deS jüdischen Geiste» keinen Unterschied religiöser Klaffen und Sekten, sondern öffnet seine Quellen für jeden Wissen-durstigen. Dcr freundliche Leser durste leicht errathcn, daß wir von dem hier neu errichteten Bet-Ha-Midrasch sprechen. Wir wollen nun hiermit eine kurze Analyse dessen geben, was bi« jetz an diesem Institut, geleistet wird. Herr Dr. Irllinck hält vor allem seine gewöhnlichen Vorträge für jüdische Theologen; außerdem liest er Jesajas für ein größere« Publikum und hält endlich zuweilen am Sabbath-Abend sehr geistreiche niid amüsante populäre Vorträge. Dcr Sabbath ist überhaupt für populäre Vorträge bestimmt. Ferner wird im Bct-Ha-Mitrasch jMischna vorgetragen und befindet sich bereits eine ganz neue Mischna-Ansgabc unter dcr Presse. Im Laufe dieser Woche werden ferner Lurch die Herren Radbincr Horcwitz und Ehacham Mair!alnind und Halacha vorgciragcn. Außerdrill wird »och 3—4 Mal wöchentlich Talmud Bab l i und Ieriischalmi clcflCUÖ gelesen. Jeden Sabbath und Sonntag wird für ei» gewisses Auditorium die laufende Wochen-Parscha mit Raschi- Koaiiuentar vorgelragen. Zur Sclbstbclchrung ist die reichhaltige Bibliothek zum allge- »icincn Gebrauche offen. Dieses neiieInstiliit 111111 entwickelt zwar noch sich langsam. aber wie cs de» Anschein hat. ans sicheren lind dauernden Grundlagen. Daß diese« Institut auch in dcr Provinz sehr gut benrtheilt wird, geht daranhervor, daß Herr Dr. Iclluiek fast täglich Zuschrillen in Fori» von Adressen und Gratulatioiien für diese feiue Schopsung in dcr Residenz empsängl, u»d gleichzeitig angegangei, wird, dahin zu wirsen, daß auch in den Provinzstädtrn ähnliche Iiistitulc errichtet l werden mögen■ Lilie wir ersahrc», gedenkt Herr Dr. Iellmek diesbczüglich seinen Dank den Adreffanien öffentlich au-zusprechcn. Eine Partei jedoch gibt cS, dcr dieses Institut ei» Dorn im Auge ist, und die eS nicht scheut, ihre rohe Manierlosigkeit und VcrsetzcrungSsilcht auch hier zu nianifcstiren- — die sogenannte Preßburger Partei. Einer der Führer, die Spitze —oder der Spitzer dieser.Herren nahm in seiner Naivetät keine» Anstaud. zu erkläre», daß der Ehoricmpel sei eine אב הטומאה «. das B. ha.Midr: hingegen ומאבי אבחה המי« wir diese geistreiche Erklärung hörten, erinnerten wir uns de» Spruche« im Tal. mud, der da lautet: Wenn du vernimmst, daß die Heiden גויס die Thora pflege», glaube eS nicht, sagt man dir aber, daß die Wissenschaft bei ihnen zu finden sei, so glaube eS. Von dieser Klique kauu man füglich auch sagen: wenn die Fama berichtet, daß die Preßbnrger frommen ״lernen" können, glaube e« ja nicht, sagt nian dir aber, daß sie unverschämt und vermeffeo sind, dann glaube e« sicherlich. — — X. Wie» , 20. Dezember. Ei» Mitglied unserer Gemeinde, welche« in der hiesigen Journalistik unter dem Namen des Herzog« von Jerusalem bekannt ist. machte vor nicht langer Zeit dem Gemeindever« treter v. Dertheimstrin seine Aufwartung, um ihm die Wünsche seiner Partei vorzulragcn und an« Herz zu legen. Herr v. Wrrtheimstein stand jedoch nicht an, dem Herzog auf die unzweideutigste Weise zu zeigen, daß dessen Besuch eben nicht willkooimeu sei. Der Herzog zog sich zurück, sich auf eine ihm günstigere Zukunft vertröstend.

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