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Ben Chananja · 1863-12-16 · 50 (16.12.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
50 (16.12.1863)
Date
1863-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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923 924 und der eine und der andere Name auch in den öffentlichen Blattern genannt wurde. Warum der Vorstand damit so geheim tha», ist unS nicht bekannt. War eS ihm darum zu thun, der einen oder der andern Partei eine Ueberraschung zu bereiten, so ist ihm dies, wir müssen eS gestehen, vollkommen gelungen. Der von Ostende her zur Einweihung der neuen Svnagogc in der schmeichelhastesten Weise eingeladcne Frankfurter Rabbiner Dr. Stein, den man von gewisser Seite am allerwenigsten gewünscht und erwartet hätte, kam, sprach und — begeisterte. Seine Liebenswürdigkeit im Umgänge, sein geniales und poetisches Wesen bezauberte Alle, die mit ihm in nähere Berührung kamen. An der Feier nahm auch der würdige greise Oberrabbinrr Rapoport Theil, der trotz mancher Skrupel eS doch seiner Stellung und Würde, sowie der Wichtigkeit deS Aktes entsprechend erachtete, nicht durch seine Abwesenheit Veranlassung zu unliebsamen Bemerknngen und Mißdeutungen zn geben. SteinS EinweihungSrrde, die nun auch gedruckt vorliegt, war ein Meisterstück oratorischcr!tunst, die von allen Anwesenden mit Begcisterung ausgenommen wurde, und uur bei Einem — dem hier allgemein gekannten Referenten der .,Neuzeit" keinen Beifall fand. Möge Herr Dr. Stein, wenn er je deö Trvstes bedürfen sollte, sich mit dem Spruche trösten ״seiei.tia nun habet oporeni nisi ignorantem.“ Daß der so glänzende Erfolg der EinweihungSfeier und ihres Festordners in Vielen den Gedanken rege machte, ob eS nicht möglich wäre, ibn, nachdem er einmal ans daS Rabbinat in Frankfurt ressgnirt hatte, für Prag zu gewinnen, ist begreiflich, und von den achtbarsten, der Elite der Gemeinde angehörenden Männern wurde die Ernennnng deS Dr. Stein zum Rabbiner und Prediger als ein Wunsch ausgesprochen, zu dessen Realistrnng man gern große Opfer zu bringen bereit wäre. Obschon Dr. Stein, der nach seiner Abdieirung sich einen Wirkungskreis in Frankfurt geschaffen, nicht im entferntesten daran dachte, die Prcdigerstelle in der Meiselsynagoge anzunehmen, so erregte doch schon der bloße Gedanke an die Möglichkeit seiner Berufung einen gewaltigen Sturm im Laaer der Gegner, der, wenn Stein je die Absicht gehabt hätte, einem solchen an ihn ergehenden Ruse zu folgen, ihn von vornherein von der Annahme der zu besetzenden Stelle hätte abhalten müssen. Die Polemik, die in dieser Angelegenheit in den jüdischen Blättern geführt wurde, und die gewiß auch der Redaktion deö ״B. Eh." nicht entgangen ist, war nur ein schwacher Widerhall deö geräusch- und ränkevollen Treibens gewisser Individuen, die, weil sie durch die Anstellung eines neuen Predigers ihre Interessen gefährdet erachten, sie um jeden Preis gerne Hintertrieben gesehen hätten. Dr. Stein aus Frankfurt ist nun nicht Prediger in der Mriselsynagoge geworden; statt seiner kommt Dr. Stein auS Danzig, den die dortige Gemeinde, mit Rücksicht auf deu sich ihm hier eröffnenden umfassendem Wirkungskreis obwohl mit schwerem Herzen auS ihrer Mitte ziehen läßt. Hoffen wir, daß mit seinem Einzuge der Friede einkehrcn nnd ein für daS Wohl der Gesammtgemeinde gedeihliches Einver, ständniß und Zusammenwirken eintreten werde; wir wollen dann gerne über daS, waS hie und da gefehlt und gesündigt wurde, einen Schleier ziehen. DaS hier Mitgrtheilte aber dürste, wie sehr eS auch lokaler Natur ist, doch nicht ohne Interesse auch für daS Allgemeine sei, denn Erfahrungen, wie sie hier gemacht wurden, Konflikte zwischen Rabbiner und Gemeinde, wiederholen sich leider, und sie stehen nicht vereinzelt in Prag da, sondern kommen auch anderwärts unter der einen oder der andern Form vor, und beweisen nur zu deutlich, wie sehr daö jüdische Gemeindewescn im Argen liege und wie sehr eine bindendc, die Grenzen der einzelnen Amtösphären feststellende allgemeine KultuSgemeindeordnung Noth thue. Geographisches nnd Geschichtliches über patästina in der tatlnndischell Literatur.*) I. Lydda. Lydda, im tüblichen!heile Palästinas gelegen und z»1n lAe׳ biete bei <2famme3 Benjam,!, .jehöria, wirb in tcr taluiubischen Siiera« Mir oft genannt, ״,id lind die lalmndische» Noiize» über tieft Orlschast, Welche nach JosesuS (’.lltcrth. XX. 8. 2) ein Jjlfifat war, aber nach ihrer ö'rcjje einer 3ratt gleichsam, bu'her fauin mit annäberntrr 'He 11־ sländig'ei, zusammeiigestelll worden. Dem Forscher, welcher die i» Nr. 33. b. Bl. milvjriljfilif PreiSaufgabe tcr Pariser '.Watrntie ju lösen versuche» wird, tiirftra solzende Nach!» et fr willfoaimr» fern: 1. Lydda la.j eine lajreii'c »ordwesilich von Jerusalem, unv biI« tele hier tie ö'renje, innerhalb Welcher b׳.e!rauben. — nach '?!»bereu alles Obst. im vierten Jahre des WeinstoekeS, — cter des Baume- — i» Staiura ״ach Jerusalem gebracht werten mußte» (Ma'aßer Lcheni 5, 2.) In ter Nähe von L. war ein Dorf. welches Ludim hieß sÄittin t, 1) Ob tas benii.re Dorf Litdi ein Ueberbleibiel deS alten Äefar?»bim fei. in dessen Nachbarschaft auch Ruinen deaite» Lydda gesucht werben müßten, vermögen wir nicht zn entscheiden. Neuere Reisende fetiulen hieraus feine Rücksicht nehmen, da ihnen daS Kesa, Ludim der Mischna unbekannt war. Letzteres wert selbst von tfafla״ unv Lchwarz nicht erwähnt. 2. L. lag i» einer Niederung, welche i» ter Mischna tie Niederung von Lod genannt wird (Lchebüih 9. 2.) Die Worte: ״die Niederung von Lod ist der Niederung des LüteuS gleich" erläutert Kaplan dahin, daß »»,er jener der nördlichere Theil der Mene. Welche sich am Miltelmeere vom Karmel bis an den Bach Aeg-ipten« austehnt. veruandeu wird, währeub diese deu südlicheren Theil bezeichnet (iSrej Kldumim XXXV) Die (!liilheitung stamm« wohl au» der biblischeu Zeit, in welcher und .“!השפל unterschieden wurden (30* *) S. oben Nr. 33. col. 568. Ich gestatte wir, den Freundet» D. G.'S diese Rubrik wiederholt zu empfehlen. L.

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