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Ben Chananja · 1863-12-09 · 49 (9.12.1863) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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911 912 Wollt» wir ncrr moralischen und überhaupt riutr Ctellnag »a« rrsreuea, so müsse» wir selbst uvstrr Cache i» Hände» urhmen, denn Gott Hilst nur dem. drr sich stlbst zu htlfru wriß. Wcm dir Verhälluissr drr drutschrv Lehrer nicht undtlavn» find, dürste wisst», daß dikstlbru nur sich allein das eiruozrn und erkämpft habt», was fit jetzt zu tinrm imponir>nden Stande stempelt. Ein ungarisch israrlilischtr Lebrerverein ist r<. was uo» Noth ,Hut. Was einzelne Lehrer vergeben» anstrkbrn, dürfte dru vrrtintk» 800 ungarischr» Lrhrrr» grwiß grlingen. Zn drr Bereinigung und Eintracht liegt Macht. Die Pest-Osnce und Altos»» Ltbrer habkn auf Dtranlassung Le« verdienstlichen Direktors Lederer bereits Schritte zur Gründung kiuee ungarischen LehrervereineS einzeleitet. Don der Theilnahme meiner verehrten Kollegen auf dem Lande wird enun abhängeo, ob die Initiative drr Pest-Oftier und Altosner Lehrer von gewünschten Erfolg gekrönt sei» werde. Die Aufgabe den zu Stande gekommenen Dereine», müßte nicht so sehr die matrielle als auch dir moralische Stellung LeS LehrerstandS vor Slngeu haben. Denn eS hieße sich einer argen Täuschung hingcben, wollten wir behaupten, ״der ungarischr jüd. Lehrerstand ersreue sich einer moralischen Stellung." Ja wir sind so beschcidrn einzugestchen. daß selbst der moratischen Stellung der h. Lehrer noch viel zu wünsche» übrig bleib». Und glauben uns keiner .Kühnheit schuldig zu machru. wenn wir dirauch von den Szegedincr Lehrern, trotz ihres Wahlrechte- und der ihnen jüngst gemachten Gehallsausbeffrruug. behaupten. H. Ro send erg, öffentlicher Mätchenbauptschullrhrer. Miskolcz, 3. Dezember. Das Schlimme, dauns vom Feinde zugedacht war. wurde von unserm Herrn Oberrabbincr mrt »nserw gescierlen Prediger Herr» Dr. M. Klei» zum Guten gewendet. — Für dir Schmähungen de« Szitßüer ״Ncbben" und für da- Lästern de- ..Rebbcn" zu St.-Pctrr entschädigten uns die beite» geistigen Führer unserer Gemeinde an jüngst verstoffeneiieu zwei Sabbalhen durch zwei geistreiche, die sragliche Stalthasligkeit unsercS Tempels besprechende Predigten sehr reichlich. Einer Snnodc bedarf es gottlob nicht mehr? Dieselbe wird nicht mehr staitsinte». Unsere Gewissen sind nuninrhr beruhigt, die alleusallS erregten Zweifel gehoben. Mehrere Talniiidstelltii nebst vielen Zitaten aus srübern und spätcrn Poßkini, merkwürdige Daten aus der jüdischen Geschichte nebst verschiettlien AnSsprückr» jüditcher .storiphäe» dienten unfern beiden Kanzelrednern als Belege für die Goitgesälligkeit dcS äenipelS sowohl, als dcS in demselbeu abgebaltenen Gottesdienste«. Ganz begeistert ries zuletzt der silbcrgelccktc Greis die Worte uiiseres Ahnherrn aus: Diese- Haus ist — trotz Choralgesang und geregeltem Gottesdienst — ein Gotteshaus im wahre» Sinne dr- Worte-, eine Pforte Lr- Himmel-! DewunderoSwerth jedoch war die ruhige und würdevolle Haltung de« belridigtcu Greise« seinen unwürdige», schmähsüchtigeo Feinde» gegenüber. ll»d wiewohl solche» Männchen nur mir verächtlichem Stillschweige» geaiitworte« werden sollte, sprach er Loch zuletzt sogar mit einiger Achtung von ihnen und verzieh ihnen — ihre Uilwiffenheit! Herr Dr. Klein warnte hingegen mit aller Kraft seine« ihm ganz eigenen oratorischea Schwüngevor diese» kleine» schlaue» Stb* °>gen de« Norden«, und ermahnte zur Aufrechlhaltung dr« Friedens uud der Eintracht von innen. Zugleich abrr entzückte er durch rhetorische Kuustgerechtigkeit sowohl, al« durch meisterhaft jüdisch-homiletische Elo» guenz. und schloß endlich mit der Hoffnung, daß dereinst selbst unsere Fciudr unserem Eedahreu die ihm gebührende Auerkeunuog zolle» wrr« den. Sie müsse» rndlich doch mit ihrem Obscuranlismu« dem stet« sich mehr Dahn brechenden Licht» der Snskläroog und Geistr-Hell, weiche Ni» Bedauern muß jedoch erwähnt werde», und ist e« wahrhaftig rügen-würdig, daß i» der Gemeinde selbst wühleode, störende Elemente wüthen, daß gewisse Hrrrea sich ein Verdienst daraus zu mache» glau» ben, indem sie dir Fackel drr Zwietracht nähre». So wurde eia sonst achtbarer Rabbiner vom Lande, dessen Sohn am 24. v. M. mit einem hirfigen Mädchen getraut wurde, persuadirt, der Trauung, weil sie im neuen Tempel stattkand, nicht beizuwobnen. Auch dir Störfriede zu Szikßü und St.-Peter sind trotz ihre» vorgeblichen Eifer« für dir vermeintlich einzig und allein wahre Religion doch nur feile, grduugear Demosthenese, die nur ihre Taschen füllen wollen. Jetzt greisen sie rinander in die Accordr und schimpfen und lasier», um die Welle zweistimmig, neunen den hiesigen Rabbiner einen Sakrn mamrrh, seinen Schn in Preßburg einen Posche Iißrael und einen Hilde-Heim מהריב עולמות lWcltenzerstör-r)! tragen darauf an. den hiesigen Rabbinra sofort zu su-pendiren י ES ist aber auch iu Ler That allzu übertriebrne und übel angewandte Großmuth von Seiten de« Borstandes der hiesigen Gemeinde, daß derselbe den beiden Lästerern nicht die ihnen gebührenden Sitze anweisen läßt. — Der Herr Hillel soll übrigen« bereit« die Weisung erhalten haben, seine abziihalteudcn Reden in Zukunft nach Kaschau der Censur zu unterbreiten. Er dürfe wohl seine Szitßüer Balbaum schimpfen, die ihn dafür bezahlen-, um die Angelegenheiten anderer Gkiiieindeii habe er sich jedoch nicht zu kümmern. In Folge dessen ist er auf einige Zeit uusichlbar geworden. Mit seinem zu edlrenden chaßitäischen Traklätkein hat er auch bereit«. wie;!! erwarten war und mm zuverlässig verkantet. Fiasko gemacht. 8. &11Ia , 25. November. Gestern feierte Herr Heinrich Freund Associü der Großhandlungssirma ״M. Flennb's Söhne" in Gr. VeeS» kcrek und Tcmeßvar, wie auch ärarischcr Rkgalienpächter allhicr, die Vermählung seiner Tochter mit Herrn Moritz Deutsch an- Pest. Audieser Veranlassung ließen dieselben (Herr H. Freund und M. Deutsch) am Vormittage vor der Trauung durch de» israelitischen CullnSvorstand Einhundert Guldrn Oestcrr. Wälir. an Arme zu vertlicile». Möge die» seS ichönc Beispiel von Hochherzigkeit reichliche Nachahmung finden, und möge den edle» Spendern des Segen Gottes zu Tbeil werden!- L. Aus Mahren, Etil, November. Seit dem t2. Novtitibcr wird in Brünn skrntimrt. um ein Komiiü von zehn Mäniierii zusammenziibekommen. welche über dafernere Verbleiben de« basige» Rabbiner« beraihen soll, und noch immer ist da- Komilü nicht beiiamnirn. Wohl war schon vor rimgen Tagrn durch allerlri Agitation und Machination rin Komitü ans dem Skruiiiiium hervorgegangei,. aber der Brüiliicr Vorsteher muß über die Name» so erschrocken setn. daß re da« Skrutiniuiu für noch nicht geschloffen erklärte und so wirb noch writrr ftrutinirt werten, virllricht bis zum jüngsten Tag. Es war aber auch zu erschrecken vor dirsrm Komiiü. denn gewiß ist in keiner Gemrindt noch vorgckommrn, daß in rin Komitü zur Pruiung drr Befähigung de« Rabbiner« und Lessen Aniissührung Mäunrr geschickt worden, welche nicht nur Laicu in rabbinischem Wissen, sondcrn auch so wrnig um Iu» druihuln und Religiou sich gcküninlcrt, daß uianchc iiutrr ihucu nicht einmal wissen, was ma» täglich betet, geschweige was ein Rabbiner sri — und wie er fein soll. Cb der Brünner Vorstand gerade au« diesem Grunde erschrocken, wiffeo wir nicht mit Bestimmtheit auzugeben, besonders, wenn es sich bestätigen soll, daß ein großer Theil de« Borstaudes für dir Wahl dieser Deremviren agilirt hat. Abrr dir Brünnre KulluSgemeiudr. dir sich doch so gerne ak« die teste in Mähren gerire» möchte, gab sich weder durch dir Wahl drS erwähnten Komitü«. noch durch die so lange Beezögernnz in iniwitnw ein ehreuvoNtS Zrugniß. Mau fleh» ihr wohl au. daß fir noch riae kehr juogr, im Gemeindewese» noch höchst unerfahrene iß.

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