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Ben Chananja · 1863-12-09 · 49 (9.12.1863) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zorm ״Wen Chananja" §?x. 49, und ist Kitter der Ehrenlegion. Ferner führte Dr. Jellinek den Kom« mentator der Mischna Tosephot jom Tow an. der auch in Wien lebte uud hier viele« zur Beförderung jüdischen Wissen« gethaa hat. Wien sei also stet« der Ort gewesen, wo Männer de« Wissen« gelebt und ge» wirkt und in der Gemeinde Theilnahme und Unterstützung gesunden haben. Don dieser historischen Skizzirnng ging Jellinek auf da« Del« bamidrasch selbst über, drsseu Wesen. Bedeutung und Zweck er schilderte B. Ha-Midr. erklärte Z. sei der wahren Bedeutung de« Worte« nach eia Ort der freien Forschung. Und so würde man auch in diesem Hause durch die Bibliothek und die Dorträge daselbst Gelegenheit zur Belehrung und Forschung haben. Einen Theil der Eröffnungsrede widmete Herr Dr. Jellinek der materiellen Seite de« Institut- und schilderte anerkeuuend die Deidieiiste de« Herrn Pcllak jun., dessen namhaften Gcldbriträgen zum Ankäufe einer reichhaltigen Bibliothek, zur innern comsorten Einrich. tung und Ausstattung, die Errichtung dieser Lehrstätte zu verdanken sei. Wir stcheu nicht an, Herrn Pollak hier volle-Lob zu spenden. — Nachdem Herr Jellinek seine Eröffnungsrede schloß, bestieg Herr Prediger Mannheimer den Lehrstuhl, um in warmen und kräftigen Worten davon seinem Kollegen errichtete Institut freudig und herzlich zu begrüßen. Herr Mannbcimcr sprach sich in seiner schwungvollen Rede so offen und begeistert für da- »euc Institut aus, wie wir es von diesem wackeren und biederen Eharakter nur erwarten konnte», schounngS- und rückhaltS» loS aber bedauerte der edle Greis, wie wenig während seiner Amt«- thätiglcit für jüdisches Wissen in dem an WohlthätigkeilSanstalteo so reiche» Wien geschehen sei, selbst der Religionsunterricht in früherer Zeit war »ach seiner Ansicht ein sehr mangelhafter. Mannheimer schloß leine treffliche Rede mit ciiitin Segen für das Gedeihen de« neuen InstituieS. Hierauf sprach Herr Rabbiner Horowrtz von seinem Standpunkte über Zweck und Ziel des B.ha-M. Lernen und Lehren, müssen durch Beobachten und Ausüben ergänzt werden. Auch er begrüßte freudig da- Institut, an welchem er Talmudvorlräge zu halten gelobte. — So endete nun die Eröffnung d»S Bei-Hamidrasch, die eine rein gei« stige Feier war. Die ganze Genicinde ist erfüllt von dem Gedanken, in ihrer Mitte eine Stätte der jüdische» Wissenschaft errichtet zu haben. Wir beschränlen uns diesmal aus die Eröffnung selbst, weil wir noch Gelegeuhrit haben werden, i» diesen Blättcrn von der Entwicklung diesenoch im Em brio begriffenen Institutes zu sprechen. Schließlich «heilen wir den Lesern dieses Blaue« mit, daß Here Dr. Jellinek durch häu» KgeS Nachfragen seiner Predigten in den Buchhandlungeu sich veranlaßt sieht, im Jahre 186k einen drillen Theil seiner Reden zu veröffentlichen. Wien, 22 Oktober. Soeben empfange ich Nr. 47 vom 2״. Eh.", in welchem ein behördlicher Bescheid, die Besteuerung der Synagogensitze betreffend, mitgetheilt wird. Erlauben Sie mir hierüber Folgende« mitzutheilen. Diese Frage kam bereits im Jahre 1858 zur Sprache, und der damalige Finanz, minister Druck wollte rbe»falls diese Steuer eiuführea. doch die anderen Ministerien riethen davon ab. Sie meinten, e« verstoße gewiß sehr ge. gen dareligiöse Grsühl, daß der Gläubige, er mag wa« immer für einer gesetzlich anerkanulcn NeligionSgescllschast angehören, für den Platz, auf welchem er seine Andacht verrichtet, dem Staate eine Steuer geben sollte. Man müßte auch daun von Begräbnißplätzea eine Steuer verlangen, ja selbst von den Cyerrsitzen im Theater. Hieraus ließ man die Sache fallen. Um so mebr erstaunte ich, zu lesen, daß La« Projekt nrucrding« ausgenommen und durchgesührt 6 l Pest, 6. Dezember. Gestern, am Vorabend dt« Ehanukka» feste« .zündete", um mit Dr. Pollak zu sprechen, dieser geistreich, Di« zepräse« de« ungarischen isr. Bereiu« iu den Lokalitäten diese« leben«. fähigen, doch leider in letzter Zeit nicht nach Gebühr nnterstütztea Der« ein« .die Fackel der Bildung-Verbreitung wieder an." Die Vorlesung«», die im Sinne der Statuten jeden Winter hindurch veranstaltet werde», wurden gestern von Dr. Posiak auf eine würdige Weise eröffnet. Er charakterisirie die zu haltenden Vorträge in einer sehr geistreich gehal, tenen Einleitung und sprach dann in seinem eigeotlichen Vorträge .über die Lebensdauer und die Mortalität de« Menschen." Da« gegenwärtige, sehr gewählte Publikum folgte mit gespannter Aufmerksamkeit de» in« tcreffautcn statistischen Ausweisen, d״ Redner mitlheilte und gab seiue» Beifall durch häufige ״Eljens" kund. Die Vorträge werden dies»« Jahr nicht wöchentlich, sondern jeden zweiten Samstag nur abgehalre». Pest, 3. Dezember. Mit dem Erscheinen de« in den Annalen Oesterreichs ewig denkwürdigen Oktoberdiploms trat in dem uuogarisch. jüdischen Schulwesen ein Wendepunkt ein, dessen traurige Folgen sich auf Schulen und deren Lehrer, sowie auf die Heranwachsende jüdische Jugend gar bald geltend machte. Die wiedergewonene Autonomie wurde in den Hände» der meisten ungarischen Gem. zu einem zweischneidigen Schwerte, welche die durch 12 Jahre auf dem Gebiete de« Schulwesen« gemachte» Errungenschaften zerstörten und vernichteten. Unter dem Deckmantel eines falschen Patriotismus wurden bewährre, im Schal» die,,sie ergraucte Lehrer verjagt und brotlos gemacht; Schulen, die eia volles Drcenium oder vielleicht noch darüber Segensreiche« geleistet, aufgelöst oder iu EhederS umwandelt. Methodisch geordnete Bücher wurden aus der Schule verdrängt und an ihrer Stelle dem kindlichen Geist und Herze» keine Nahrung bietende Machwerke eiogeführt. Kurz, cs herrschte eiu TerroriSmu« im Gebiete de« Schulwesen«, der selbst in Geiiieindcn, wie Arad, Daja, Raab, sich durch dir Vertrei« b»ug ihrer Lehre, so wie in der Dermehrung der Unterrichtsstunde geltend machte. Es sind dies Thatsachcn, die keiner sehr entschwundenen J Vergangenheit angehören und die geeignet waren dir schmerzlichsten Eriuueruugen in »nserer Seek, zurückzukaffen. Wir erinnern uns noch lebhaft der warmen Worte, welche die ungarisch.jüdischc Presse der Lehrersache gewidmet haben uud wie namcnllich der ״Magyar- Egylct“ durch die Eiuberufung der besanntcn Lchrerloiifercuz bemüht war. eine Fusion zwischen Gemeinde uud Lehrer z» Stande zu bringen. Die Erfolglosigkeit der zweitägigen Pester Konferenz war leider schon auden geführten heftigen, oft iu« Leibenschaslliche übeespieleiideu Debatten voranSzustbeu. Nichtsdestoweniger gebührt dem ungarischen Verein für seinen an den Tag gelegten gute» Willen der Dank der ungarischen Lehrer. Seit dieser Zeit haben sich freilich dir Verhältnisse der nag. Lehrer iu so fern gebessert, al« den VertreibnugSgelüsten der Gem. durch da« Dazwifcheutreten der Regierung ein Damm gesetzt wurde. Aber zu wünschen lassen dieselben noch Manche« übrig. Dran so lange i» Prcßdurg ein L.hrer für den jährlichen Gehalt von 450 fl. mit 37 Sluiiden wöchenklicheu Unterricht es sich gefallen kaffen muß, von eene» an NichtSlhun reichen Dr. und 16 de« Schreiben« kaum kundige» Kausleulen iu Gegenwart der Kinder gehofmeistert zu werden; in so lauge feruer eine Raaber Gemeinde sich erlauben kann ihren vortreffliche» Ledrrra aus den Eiusall eine« reichen Fruchthindler« hin, ISS fl. von dem zugesagieu Jährlichen Gehalt gewaltsam zu »alrriße», um audem Schweißgelde armer Familienväter Gott eia Hau« z» baue»; so lange endlich r.ne Papaer Gemeinde sich nicht «atblötet, ihre» hu»» gernben L-Hrern 3 fl. für einen Tempelfitz zu erpressen, im Nichtzahlfakle tiefelbeu im Vorhau« der Synagoge zu stehen sich gefalle» lasse» «ns» sen, iu so lange die Lehrer einer solchen DehandlungSwrise sich z, erfreuen baden, haben wir wahrlich keinen Grand . ans unser« worall» sche Stelluug besonder« stolz z, sei».

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