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Ben Chananja · 1863-12-09 · 49 (9.12.1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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907 908 sagen. In unserer Stellung zur Gemeinde, d. ü. völlig unab« hängig, wie wir von beiden Parteien sind, und eingeweiht in den Verhältnissen, können wir nicht umhin, den Weg der Oeffcntlichkeit zu betreten, nachdem wir in unserem Streben und Wirken, in unserem Wünschen und Wollen stets chikanirt wurden, obwol wir nur das Beste der Gemeinde im Auge batten und beabsichtigten. UeberdieS wird hier der Antrag aus Besserung am geeigneten Orte, sei eS hier oder dort, nicht gehört, überhört, oder, waö den eigentlichen Geist der Dirigenten charaklerisirt, unwillig anfgenommen. Wir glauben unS berechtigt, unsere Stimme zu erheben, da wir seit einer Reihe von Jahren mit an den Lasten der Ge« meinde tragen, und weil eS Pflicht ist, daS LoS seiner Milbrüder wie und wo möglich zu verbessern. Dies geschieht in unserer Zeit Regierungen gegenüber, welche über die Unrerthauen, so glauben wir nämlich, ein größeres Recht haben, alS ein Gemcinkcvorstand, der unseres ErachrenS daS Religiöse ganz und gar dem Rabbiner überlassen und sich nur um zweckmäßige Einrichtungen in der Gemeinte und richtige Verwaltung kümmern sollte. Ob wir nun elwaö bessern werden, wir wissen eS nicht: wir werten aber jedeSmal ohne Furcht und Scheu unsere Stimme erheben, in der Hoffnung, daß nicht alle unsere Worte wie die eines Predigers in der Wüste verhallen wer, den. Sollte dicS auch der Fall sein, so werden wir unS mit dem Gedanken und Bewußtsein tröste», daS Unsrige gethau zu haben. Resumiren wir daher kurz unsere Wünsche, die zu« gleich die Wünsche deS größten TbeilS unserer Bevölkcrung sind, in der Hoffnung, daS die Vertreter der Gemeinde cö als 6)ewissenSsacöe und für eine Ehre betrachten werden, dort nachzugeben, wo Unnachgicbigkeil den größten Schaden anrichlen könnte. 1. Zweckmäßige Einrichtung unserer Svnagogcn mit geregeltem Gottesdienste und ordentlicher Predigt in denselben. 2. Gesetzliche Wahlen der Vertreter und Beiräthe der Gemeinde, wie dicS in Wien, Pest und andern Orten der Fall ist. 3. Verantwortliche Gemeindevcrtreler. Jährliche AuS« weise der Gemcindegebarung i. e. Ausweise zu Jedermanns Einsicht. -t. Regelung deS Schulwesens in deS Wortes bester Bedeutung. 5. Regelung deS ArmenwcsenS, und endlich 6. Verbannung aller Willkür, denn hierin liegt die Quelle alles NcbelS, an dem PrcßburgS jüdische Gemeinde so krank darniederliegt. Wir schließen diesmal unfern ersten CvkiuS, werden aber bald, recht bald mit GotleS Hilfe fortsetzen. Möge cS unS bis dahin möglich sein, Erfreulicheres zu berichten. ״Ein Gemeindemilglied." Korrespondenz. Ausland. 8. 6. BreSlau, tS. November. Herr Rabbiner Dr. Zoöl eröffuete am 16. d. die vom Verein jur Verbreitung der Wissenschaft im ZuLenlhume veranstalteteu Vorleiungen. Der Redner kalt, Saadia« zum Gegtiiftande seine« Vorträge« gemacht und machte in seiner Einleilung darauf aufmerksam. daß an di, Beurtheilunz hervorragender Leistungen an« vergangener Zeit zunächst ein geschichtlicher Maßstad ge, legt werden inüsse; in Ermanglung eine« solchen würde mau nickt nur Saadia« mißverstehrn, sonderu auch den un« weit näher stehenden Men, drISsob». der überhaupt viele Acrzlc1ch»ng«pu»kte mit demselben biete. Nun wurden die Zcitverhältnisse, der vor Saadia« ausgetauchte KaraiSniu«, der innerhalb der Rabbanilen selbst znm Vorschein gekommene Meinungsstreit sowie die An.prüche, welcke der Islam den, Iutenihumc gegenüber erhob, eingehend besprochen. Der Redner kam alsdann auf die literarischen Leistungen und persönlichen Verhältnisse Saadia«'« und schloß mit euirr auSsührlichen Harakreristik seine«, wobei nicht unerwähnt blicb, daß Saadia« bereit« die wichtigsten Fragen über Rtigion berührte und da« seine Verdienste sehr groß sind, wenn auch seine Leistungen später vielfach übcrirossen wurden. Inland. X. Wien, 25 November. (S« ist ein erfreuliche« Zeichen der Zeit, daß au׳ allen Gebiete» de« soziale» Leben« die Großmacht ״Wi s« sei, sch af," ssegt und ibre Triumphe feiert. Auch die jüdische Gemeinte Wien« gab in letzterer Zeit da« nntrüglichste Zeugniß für diese Wahrbeit. Die Ancrlcnnung und Verehrling de« greise» Prediger« Mannhei wer Hai bei dessen Ziibiläum offen zenng bekundet, daß da« Prinzip de« Schöne» und der Ordnung injreligicsen Formen in gcticSdienstlichcn Funktionen allgemein und gebührend anerkannt und demselben gchnldigt wird. Nachdem nun Mannheimer da« Gebiet der Svnazogr ge» nügend lind sorgfältig besselllt. »rill Dr. Zelliiick hinaus lli die Gr» ineiiidc oder besser »1 die Well der Jiitcuheil und schwingt hoch da« Banner der Wissenschasl, und schon beim Beginne seiner tiessälligen Ti'äiiglcii schaarrn sich »m ihn alle Pariklichlchlen nnserrr Glaubensgenossen und begrüßen freudig rin Institut, da« cr in« Lrdcn gcrusrn. eine Ställe für jüdische Wissenschaft, für jüdische Forschung, dir rr gr׳ gründet, und saminrln sich masscnbask in da« Bet-Hamidrasch. Am 2*. d. M.. 6 Uhr Abend«, versammelte sich eine »,»gewöhnlich große Anzahl jüdischer GlaubcnSgcncssrn, Orthcdcre. Neologcu, Knabe», Greise, Jünglinge in dem neuen Gciiicindchanse in der L opoldstadt, nm der Eröffnung de« Belh ba-Midrasch brizuwohnen. Herr Dr. Zel linek bestieg den Lebrstuhl. nm die EröffuungSrrte zn halten Im ersten Theil seiner Rede erwähnte rr der Männer, welche in drn früheren Iahrbundrilrü in Wir״ grlrbi und für das Tvye der Geuiciiidt gewirkt hatten. Unter aiirern: Zacharia Levi hatte um 1661. 6 Jahre vor der Derircibniig der Iudeu au« Wien, in der Leopoldfiatl eine Synagoge und B. Ha-Midr. erbaut. Au« dieser Svnagogr wurdc die jetzige Leopoldkirche und au« dem B. Ha-Midr. eine Pfarrschulr errichtet. Zu. Zeit dr« Vertrribung war Samuel PhöbuS Eahana Vorsteher uud Grrsoil Oulis oder Askcnasi Rabbiner io Wien. (Srflerer schildert dir Ge« meinde im Vorwort zu ״Lekr» Samurtdaß sie sich durch Tora u. Wohl» thuu au-zeichnrtr. R. Gerson Oulis ist noch berühmt durch mehrcre Werke. Sin Nachkomme von ihm lebte in Brüssel als Professor des Rechtr« ^ortsrhnng in der Leilagk. Szegedin. l Leipzig, ArlbÜvcrla, der Urbakllo». Lomwishov,-Verla, vo, Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Ezrgedia. Hierzu ein halber Boge« Beilage.

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