Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 48 (2.12.1863)
- Date
- 1863-12-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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887 888 Svskä Uder ha» zur Erhaltung derselben einen jährliche» Beitrag vo» 18 fl. gewidmet. Die zur Ausarbeitung der Gemeinde-Statuten nieder» gesehle Kommission bat ihre Arbeit vollendet; da« Elaborat wird nach» stell« der Gemeinde-Repräsentanz vorgelegt werden. O. Ung. Kanijfa, im Rov. Ich war sehr angtllkhm überrascht, iu der hiesigen Synagoge einen gut geschulten Mannerchor zu hören, der zur Verherrlichung de« Gottesdienstes nicht wenig beiträgt, (ähre den mitwirkcnden juugcn Männern; Ehre aber auch den, jungen Kautor Stößel für sciuen Eifer uud seine BerufStrene. 8. Pacfer, 23-tcn November. Je mehr Religionslehrer desto weniger Religio», je mehr EuItuSvcrstchnng desto weniger Eultu«! — Ur.s.re EultuSgcmcinde ist in zwei gewaltige Partheien gespalten: dir eine ist die ganze EnItuSgemeinde. die den EultuSvorsteher um keinen Pre>« mehr mag, die andere der EultuSvorsteher selbst, der r« um jeden Preis sein will. Der stolze Eigendünkel: jahrelang Gemeinde» und Schnlvräsc«. Kassier und Beisitzer in einer Person sein zu können, Gcmeinde-D-nestikc» und Rabbinen »ach SnltanS Launen zu wechseln, und endlich seit einer Anzahl von Jahren von Gemeinde- und Schul» geldern keine Rechnung zu legen — dieser dünkelhafte Stolz hat dir Hast niisercs EulluSvorstrhcrS so verdichtet, daß er trotz alles Zu- und EinrcdenS von seiner Stelle nicht wcgzubewcgcn ist. Dir Gemeinde ik dadurch veranlaßt geworden, einen Hebel — die Behörde — zu Hilst zn rufen, welche über da« Sein oder Nichtsein entscheiden wird. — Da« Tragische von diesem Komischen ist, daß die Gemeindrmitgliedrr, — der behördlichen Ncrzögerung müde — den Gottesdienst im Tempel nicht mehr besuchen, und der Alleinherrscher allsabbathlich kaum dir übliche Zahl von Personen behusS Hcrvorrusnng zur Thora ausbringro Kuttenplan» 2<!. November. Eine geraume Zeit ist verstrichen, seitdem die Notabel» dcc böhmischen KultnSgemcinden abermal« zusamuienactrete». alle llebelständc zu beseitige» und eine neue Kullu«- ordnnng zu schassen. Es wurde viel Liskntirr, claborirt und auch politistet, und welche Resultate hatte die« Alles? Um es mit einem Worte zu sagen: gar keine. ES ist alles beim Alten geblieben, wir find auch nicht um einen Schritt vorwärts geschritten. Während jedoch diese Er» solglcfigkcit von einem Thcilc lebhaft bedauert wird, meinen die Besserunieriichleten, daß cs sehr zwcisclbast sei, ob im Grunde dir neue Or» gauisalicn nicht schlechter wäre. als Lee sehr schlechte alte. Al« einer der hcimkehrenden Deputirtcn mich srug: Was halten Sir von unser»» Arbeiten und Beschlüßen? antwortete ich: Derzeihen Sie, oiein Herr, meine Freimuth: Nach meiner Anficht ist das Gute in Ihren Arbeiten nicht neu, da« Neue aber nicht gut. — War beispielsweise dir iu der Nctabelnversammlung neu ausgctauchte Idee über die Stellung der Lo» kalrabbinen mehr als bare Verkehrtheit? Man hat sich müde gesprochen, um die; Frage endgültig zu erledigen, ob der Rabbiner der Gemeinde gegenüber in übergeordnetem, untergeordnetem oder beigeordnetem Der» hältniffe zu stehen habe, aber wie lächerlich! Rabbiner und Gemeindeu verbalten sich zu einander wie Mann und Weib. Welchem Manne oder welcher Frau dürfte e« beifallen, für sich ein unbedingtes Herrschaft«-׳ recht iu Anspruch zu nehmen? In einem wohlgeordneten Faniilienleben hat der Maua sowol. j 1ג« die Frau. jeder in seinem Berus, seinen eigenen Wirkuuz-krti«. der Mann darf da nicht zum Weibe, das Weib nicht zum Mauue wer» den. und doch find sie eng und innig mit einander verbunden und wird ן "st durch die beidersciligk Wirksanik-it und Thätigkeie der schöne Kreis de« Familienlebens iu sich abgeschlossen und vollriidr». Wo gäbe r«, frage ich nun. in den Gemeinden Spaltungen und Zerwürfnisse. wenn maa den Grundsatz srsthielle: Die Vorsteher dürfen nicht zu Rabbinern uud die Rabbiuer nicht zu Vorstehern werden, sondern 8 u נו in cuique haben beide sich di« Hände zn reiche», da« Gemeinwohl uud Gedeihe» der Gemeinde z» erwirke»? Maa hat dir böhmischen Rabbinr» der hierarchischen Gelüste gezeihet, armer böhmischer Rabbiner! Ich möchte doch wissen», wa< zu diesem Dorwnrfe berechtigt? Haben etwa dir böhmischen Rabbinen die Jugend zu verfinstern gesucht, die DolkSausklärung unterdrückt, fiud fie den FortschrittSbestrebungen der Gemeiaden hemmend und hindernd evt» gegengetrelen? — Wenn man in Böhme» den Krei-rabbineo nicht z«. gethao ist, so finde ich das natürlich. Ihnen kann in Wahrheit zngerufen werden: "״מאי אהנן לן רבנן Mögen fie doch hervortreteo die Herren und zeigen die segensreiche» Früchte, die iu ihrem hundert» jährigen Institute geblühel: haben fie etwa nach Junen das jüdische Leben zu kräftige» und zu heben, nach Außen da« Judesthum zu Ehren und in Ansehen zu bringrll, gestrebt? gegen den böhmischen Lokalradbiner aber, die stets mit glühendem Eifer für die jüdische Lehre uud Ehre einstthkn. gegen die zu Felde zu ziehen, ist glimpflich gesprochen, nicht« als schnöder Undank. Dr. Kein. Literarische Anzeigen. Nabbi Hai Gaon und vor batholicuS י) von Bagdad.') Don Leopold Duke«. Literaturhistoriker sind mit Rcisenden zu vergleichen, welche in ferne Länder geben, um Unbekanntes, ost deshalb Interessantes iu die Hei-! mat zu bringen. j In einer Reihe von Heften im ״ssournsl nnistique" hat Herr Adolph Neubauer eine sehr schöne Anzahl von literarische» Notizen aus arabischen Werken zur Geschichte der hebräische» Sprachstudien gegeben. Botenlohn hat man von jeher de» Bote» guter Nachrichten gegeben.') W:S kann man einem literarischeu Boten — und ein solcher ist Herr N — gebe»? Allerlei. Da» welligste aber, wa« man ihm geben kann ist Aufmuuteruug: Papier gegen Pa- Pier, d. h. eine dem Gegeustande würdige Rezension iu diesen Blätter». Ein künftiger Rezensent dieses Buches wird anch zugleich aus die viele» Notizen nnd Auszüge aus Handschristen und Zusammeustellungeu Rück« sicht nehmen können, welche wir früher iw Litcraturblatt des Orient« nnd auf andern Seiten gegeben habe». Die Auszüge aus dem arabischen Wörterbuch« de« Karäer« David den Abraham find als da- Wichtigste de« vorli'geudr» Buches zu betrachten. Vielleicht, daß wir zur Zeit demselben eiue Betrachtung widmen werten. Eine Reihe von einleitende» Notizen gehr» demselben voran, wo auch einigeNotizeu über Saadia gegegeben wer« den. E« folgt uachhrr eine Skizze der hebräische» Lerikographir vo» Menachem den SarukJ bis Joseph EaSpi') und Sa ad ia den Dunan herab. Es werden auch einige Artikel au« dem arabische» Wörterbuche de« Joua Ben Gauach gegebeo, worüber wir später eine Bemerkung machen wollen. Aus verschiedenen Werken find auch asterlee Auszüge gegeben. Unter Anderen von R. Hai Ga an. •) Ibn Ezra erwähnt ein Wörterbuch tesselbe», warüber aber nichts Nähere« bekannnt ist. E« scheint frühzeitig verlöre» gegangen zu sei». Wir haben bereit« sim Literaturblatt de« Orient« 18-19 S. 28) daraus aufmerksam gemacht, daß diese« Wörterbuch nach Alt der X ') S. obt» Nr. so. G. 737. Red.