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Ben Chananja · 1863-12-02 · 48 (2.12.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
48 (2.12.1863)
Date
1863-12-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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883 884 durch die haggadische Interpretation ein naher DerührnagS- Punkt geschaffen wurde zwischen dem Erzvater und dem Erz, feinde teS Volkes Israel! haben wir einmal diesen BeruhrungSpunkt herauögefuttden, dann erklärt sich die Sache von selbst. — Zu Genes. XXII, 1., wo die Erzählung beginnt, wie Abraham in der schwersten Versuchung durch die erhabenste Opfcrwilligkcit seine nne-'chütterliche GlaubenStreue besiegelte, lautet die homiletische Paraphrase deS Midrasch ") wie folgt: ״ויהי אהר הדברים :הרהורי דברים היו שם .מי הרהר אברהם הרהר ואמר שמהתי ושימחתי את היל ולא הסרשתי להק״בה לא סר אהד ולזא איל אהד וכר" Es war nach diesen Dingen: Ein Nachsinnen fand da statt, und wer sann nach? Abraham! er sann und sprach: ich habe mich gefreut (bei Gelegenheit der Geburt JizhakS) und habe auch Andere erfreut, Gott dem Herr» jedoch wcihete ich nicht einen Stier, ja auch nicht einen Widder u. s. w.״ — Zu Esther 3, l., wo Haman der Zorer ha-Jehudim daS erste Mal auftritt, heiß» cS ähnlich: 'אחר הדברים? (׳ האלה : הרהיר דברים היה שם , ומי הרהר ר״י אמר הרן הרהר ואמר אם אסתר יהודית היא קריבתי היא מן אבי עשו הה״ד הלא אה עשי ליעקב ואם נייד. היא כל הגיים קריבים ״ — "!אלו לאלוNach diesen Dingen: Ein Nachsinnen fand da statt, und wer sann nach? N. Juda sagt: Haman sann und sprach: Ist Esther aus dem Volke der Inden, dann ist sie mir verwandt s. h. e. ja: ״Ist nicht Esau ein Bruder dem Jakob!" — ist sie aber Heidin, nun dann sind alle Heiden mit einander veiivanot <allenfalls wird sic mein Untrrnehinen nicht durchkreuzen)" — Diese zwei so ähnlich laurendeil, und doch so sehr verschiedenen Stellen sind ganz geeignet zu einer Znsainincnstellnng Abrahams mit Haman den. l'rfcr anfzufordern; der הרהור ist der Berührungspunkt zwi- > jchen beiden; in der Art dcö הרהור liegt die Verschieden- > heit — da bekundet sich Abraham als der innigsromme > Mann, dessen Sinnen dahin geht, wie er sein gläubiges Ge-! suhl zur Aeußerung bringe, während Haman in seinem! הרהןר seines Herzens Böswilligkeit bezeuget, indem er selbst! die verwandtschaftliche Beziehung zu einem Volke dazu anSbeutet, um dieses Volkes Untergang herbeizusühren! — Der talmndische Weise benützt diesen Gegenstand, nm seine Parallele zwischen beiden zu ziehen: in dem Namen ihrer! Mütter deutet er mit scharfem Witze auf die ferne Aehnlichkeit hin nnd hebt zugleich charakterisirend die weite Derschiedenheit bei dem Aehnlichen hervor! Um ihn aber ganz zu verstehen, müssen wir noch die Bedeutung deS NamenS 1 "'אמתלא" zu ermitteln suchen. Machen wir zu dem Ende einen kleinen Abstecher aus dem haggadischen Gebiete hinüber in den Bereich der griechischen Mytde! — ,3) Neben der vorherrschenden Neunzahl der Musen und ihrer Namen, wie sie Hesiod angiebt, kennen wir auch eine Dreizahl derselben; nach den Sagen der boiotischen Thraker waren eS die Akoiden OtoS und EphiakteS, die den Dienst dieser drei Musen zuerst am Helikon eingeführt haben, die Namen dieser TriaS sind: Melete (daS Sinnen) Mneme (daS Gedächtniß) Aoide (Gesang) "). Den ersten Platz nimmt die ernste Melete ein. Und mit Recht, denn der Melete Kind ist der Mensch im Leben, in der Seelenthätigkeit deS Sinnens entfaltet sich sein innerstes Wesen; Noos ist der Sinn nnd Enosch ist der Mensch — Herder in seinem herrlichen Gedichte ״DaS Kind der Sorge" läßt den SaturnuS den UrtheilSspruch fällen über daö menschliche Geschick und der Erdensohn wird im Leben als Eigenthum seiner Mntter Melete zuerkannt: ״Du wirst so lang »- nur athmrt E« nir verlassen. drin Kind. Dir ähnlich wird tt von Tage Z» Tagr sich muhen in« Vrab!- Aber ist auch daS Sinnen der gemeinsame Grnndzng aller Menschen, so gestaltet sich dieses doch nach der Jndividualität deS Sinnenden. Verschiedentlich theilt man daS Sinne:׳, der Menschen in daS gute und in daS böse, dann erscheint eS, als hätte die ןוז*ג*7מ einen doppelten Ursprung. — Diese Melete, oder wie daS Anagramm mit prosthetischem Ales in aramaisirter Form lautet: אמתלאי ist mit dem הרהור identisch, bei Abraham und Haman zeigt sich diese Melete als die.gemeinsame Mntter von verschiedenem Eharakrcr: WaS wir von AbrahamS הרהור oben gelesen, läßt unS ihn erkennen als den Sohn einer אמתלאי בת כלמב׳ einer Melete, welche die Tochter der frommen Taube ist, während der jndenseindlichc Minister deS persischen KönigS in seinem הרהור sich als das echte Kind einer Melete iuclaina bewährt; auch seine Mutter ist אמתלאי aber sie ist 'אמתלאי בת עירבתי die Tochter des Raben, eine feine doppelt sinnige Anspielung auf HamanS Grausamkeit und zugleich auf sein endliches Schicksal: den Galgen! — Vortrefflich passend schließt nun unser sinnige Spruch: וסמנך״ ״ "!טהור טהור ,טמא טמא זWas der Reine sinnet, ist rein, doch BöseS nur gebärt deS Bösen Sinn!" — Anmerkungen. ') B. CH. I. 2. Nr. 39. S. 709 ff. - ’) Jthl. lalm. krr. v. 3 S. köwi S. 39. — נ) Gcn. VIII. 7--9. —!ö. •Habt. 8. 33. — *) Rabb. zu H. L. 1. 21. — Phin. H. N. 10, 23. — ') Mt. 10. 16. — ’) M. Rabb.;1, H. L. 2. 13. — ') B. R. 8. 33. — ') Ps. 105, 26. — ") M. R. zu H. L.I. I.dort als Paraphrase zu מרשעים 1" — .יצא רשע B. R. ». 55.'steht auch M. R. zu H. 2.1, אשכול הכפר. — Die gleichspirirle Prouunliation des ה und ה läßt ihn sta» אהר ,אהר lesen uub aus הרהור deuten, ähnlich wirb der Name »התן auf -התן zurückgkflihrt u. m. bgl. — ") M. R. zu St. — ")! Thcog. 77. — ") Cic. N. D. 3. 21.

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