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Ben Chananja · 1863-12-02 · 48 (2.12.1863) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
48 (2.12.1863)
Date
1863-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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879 880 oud heute noch die Meinungen gerheilt: IosephnS folgte hierin der pharisäischen Tradition, noch die Worte hinzusügend:^) ״Hierauf zeigte er ihnen die zwei Tafeln, worauf die zehn Gebote geschrieben standen, auf jede der beiden Ta, fein waren fünf geschrieben." Eine Ansicht, die wir merkwürdiger Weise auch in der Mechilta °) antreffen, und welche ohne Zweifel schon in den Tagen des JosephuS in Schwung war, wenigstens den Kundigen bekannt gewesen sein mußte. 2. Die Frage: Warum die Thora als Gesetzbuch nicht die Schöpfungsgeschichte mit Stillschweigen übergeht und gleich mit dem ersten Gesetze beginnt, wurde, wie dies wieder nur anS einer alten Haggada ד) ersichtlich ist, schon früh ventilirt; aber auch JosephuS widmet der Beantwortung dieser Frage fast den größten Theil seiner Einleitung zu den Altcrthümern, im Grnnde nichts anders darüber sagend, als die Haggada. 3. Ohne daß sich im biblischen Urterte auch nur die geringste Spur davon rorfändc, sagt JosephuS:*״ (יSelbst von der Gcisterwelt gab Gott dem Salomo zum Nutzen und;um Dienste der Menschheit Kunde; er hintcrließ nämlich Sprüche, um Krankheiten zu beschretcn, und VeschwörnngSsorineln, womit mau den bösen Geistern eine solche Gewalt antbun kann, daß sic nie mehr wiederkchren." Ganz übereinstimmend mit der Salomo-Sage der Haggada. 4 (״. Bileamö Rath, die Söhne Israels zu verführen, und die Art nnd Weise, wie derselbe von Midianö Töchtern ansnnd durchgeführt ward, vgl. den bab. Talmud Sank). 106, a und antiqii. 'o. 4. c. 6. Man muß jedoch nicht denken, daß JosephuS als purer Schöngeist sich ausschließlich an den Vlülhen nnd Blumen der Haggada gerne geweidet, von der ernsten und virlvrrzweigten Halacha hingegen gänzlich ferne blieb. Wir werden eS sogleich beweisen, daß sein Genius auch in die tiefen Schachte» dieses ״riesigen Bergwerkes״ drang.!. JosephuS statnirt nämlich:'") Außerdem Zehenten, der den Priestern und Lcvircu zu entrichten ist, soll auch ein anderer Zehent abgefordert werden.") Nach dem Wortlaute deS Gesetzes aber hatten nur die Leviten das ausschließliche Recht auf den ersten Zehent; aus welcher Quelle schöpfte daher JosephuS, daß derselbe Priestern und Leviten entrichtet werten konnte? In der Halacha stritten über diesen Punkt R. Akiba und N. Eleazar b. Asarjah. ") Die Auslastung deS letzteren durch den Ausruf daselbst: עקיפא בתי־בלילר ואנא היי erinnert wirklich unwillkürlich an die Worte GötheS: ") »Grau. «hkurcr Frnind. ist allr Tbcorir .Und grün tr« -cdknS seltener Baum. Und gewiß war dem JosephuS diese in seiner Zeit noch unangefochtene und allgemein giltige Halacha durch Autopsie und PrariS bekannt. 2. JosephuS sagt: Wenn Jemand sich untersteht, Gott zu lästern, so soll er gesteinigt werken, einen Tag aufgehängt bleiben und dann mit Schimpf und Schande be, graben werden." Die angegebene Procednr findet sich mit Nichten in der Bibel, wird aber in der Halacha '5) abgeleitet anS der Dibelstelle: כי קללת אלקים תלוי, also von JosephuS adoptirt. 3. Bei JosephuS ‘6): ״Der Weiber Zeugniß soll wegen der dem weiblichen Geschlechte eigenen Leichtfertigkeit ebenfalls nicht als gültig angenommen werden. Auch Sklaven sollten ihrer unedlen Gesinnung wegen als Zeugen nicht zu, gelassen werden, indem zu vermuthen ist, daß sie aus Gewinnsucht oder aus Furcht kein wahres Zeugniß ablegen." Ob man im biblischen Zeitalter schon eine so arge Meinung von den Frauen hatte, ist sehr zu bezweifeln; eS ist aber diese Bestimmung wieder nichts anders, als ein Ausfluß der Halacha,") die künstlich aus dem Dibelwerke ועמז־ר עזני־ אנשים, welche sich dem einfachen Sinne nach gar nicht auf die Zeugen, sondern auf die Parteien beziehen, deduzirt: אנשים ולא נשים. Ebenso über Sklaven vgl. D. Kam. S. 88. 4. JosephuS sagt:") ״WillJemand ein Brandopscr darbringen, so schlachtet er einen Ochsen, ein Lamm oder einen Dock, daS Lamm und der Bock müssen einjährig sein." ES kann diese Entscheidung weder anS dem Wortlaute deS Gesetzes noch auS den Regeln der Sprache gefolgert werden, ergiebt sich jedoch auö den halachischen Regeln.") Wie kommt eS nun trotz alldem, daß JosephuS häufig von den Bestimmungen der Halacha entschieden abweicht, oder darüber in aller Stille hinwegschlüpst? Eine Zusammenstel, lnng aller Abweichungen deS Josephns von der Halacha würde zu weit führen, und ich beschränke mich abermals auf die bloße Anführung einiger Beispiele. 1. Bei JosephuS:-») Wenn daS Volk nach 7 Jahren am Laubhüttenfrste in der heiligen Stadt sich zum Opfer versammelt, soll der Hohepriester aus einem erhöhten Orte, wo man ihn überall hören kann, Allen daS Gesetz vorlcsen. In der Thora selbst wird aber nicht bestimmt, wer lese und wo sic zu lesen sei; nach der Halacha aber 2') mußte dieö durch den'jeweiligen König auf der Bima geschehen. Warum hat nun JosephuS die Bima bcibehalten und anstatt deS Königs den Hohenpriester gesetzt? 2. Bei JosephuS.״a) ״In jeder Stadt sollen sieben tugendhafte und gerechtigkeitöllebende Männer den Vorstand bilden*) und jedem Vorstande sollen zwei Diener aus dem Stamme Levi beigeordnct werden." Wie abweichend von der Halacha,") welche von einem kleinen Synedrium anS 23 Mitgliedern und von einem großen auS 71 Männern spricht! 3. Bei JosephuS:") Nun entließ er nach altherkömmlicher Sitte all: N.nvctiiläylten, sowie diejenigen, welche erst kürzlich Grundkigenthum erworben hatten, damit sie nicht auS Liebe zn den Gütern dieses Lebens im Kampfe läßig würden. Wie aber? sollte man in JosephuS Zeiten oder in der Makkabäischen Periode etwa den halachischen Satz nicht gekanut haben:?אבל במלחמה של כצורי אסי התן יוצא כהסתו Ich glaube auS einer Stelle im ersten Buche der Mak» kabäer daS Gegcntheil beweisen zu können. Dort heißt eS rs

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