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Ben Chananja · 1863-11-25 · 47 (25.11.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
47 (25.11.1863)
Date
1863-11-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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869 860 drücke. welche gegen uvsero Rabbi io der Synagoge ja SzikßS ge. brauch» wurde», kann ich »ich» wiederhole». Ja dieser Sprache besitze ich wirklich viel j» wenig Routine! Leider blieb di, Szikßüer Filippik, »ich» ohne Wirkung. 2» unserer Gemeinde ist vorläufig eiue Spaltung ringetretru. Man glaubt jedoch, daß dieselbe nur vorübergehend sei, werde. Die Zeit wird den Szikßüer Chaßid entlarven, und ihn ol« eine, eigennützigeo und ehrgeijigeo Eharlatan erkennen lassen. Unser Oberrabbiner ist. wie ich vernehme. Willens, eine kleine Rabbiner-Synode bieher zu berufen, um im,Einveruehmea mit mehreren orthodoreu Rabbinen die Zulässigkeit oder Unzulässigkeit der hicfigeo neuen Synagoge zu konstatire». K. Fünfkirchen, 14. Nooember. Herr Lehrer Guttmann hat in Nr. 44 d. Bl. die zuversichtliche Hoffnung ausgesprochen, daß der vor Kurzem von der hiesigen Gemeinde gemachte Ternovorschlag bei Besetzung der MLdchenlehrrrstelle Berücksichtigung findrn werde. Herr G. wollte mit dieser Profezeiinig wohl nur einen Witz machen. Da nämlich nur drei Lehrer konlurrirt haben, und asie drei »aiürlich vor» geschlagen wurden; so ist r« natürlich, laß kein vierter ernannt wird, vorausgesetzt, daß nicht irgend ein Mnsterbauplschull-Hrcr aus Gesund» beitSrücksichten nach Fünfki'rchen versetzt zu werden wünsch». Denn in diesem Falle kann eS, wie Herr G. selbst zugrben wird, geschehen, daß der Ternovorschlag wieder unberücksichtigt bleibt. Ich sage alles dies, ohne dem nruangestellien Lehrer Becher nahetreten zu wollen. Allem Anscheine nach wird die Gemeinde Ursache haben, mit demselben zu» frieden zu sein. Zum Schluffe noch eine Neuigkeit. Bon einer gewisse» Seile bcmüdt man sich hier, ein von einem Prof. S ch a r u b e ck verfaßtes, für die 2>.r,׳nd bestimmtes, judenseindliches Lustspiel zu verbreiten. Für den Bersasscr »st dieses Lustspiel ein wahres Trauerspiel. Die u»g. Blätter schweigen über dieses Machwerk wohl nur. weil e« gar zu milerabel ist. ll. (kservcnka, Mitte November. Unsere kleine, nnr 30 Familien zählende Gemeinde ist im schönsten Ansschwunze begriffen. Unsere Vorsteher, die Herren Löbl und Simon Büchlrr arbeileu mit Eiter au der Hebung unterer Anstalten, namentlich der Schule. Herr Bezirksrabbiner D. L- Straß er schenkt der Schule die zarteste Aufmerksamkcu. Der Lehrer Herm. Hirsch hat sich bereit« seit einer Reihe voll Jahren als wackerer Schnlman» bewährt. Seit dem Ansauge de« gegen» wärligen Schuljahres ist auch der Lehrer Moriz Hirsch angestellt. Da« vereinte Wirken des Vater« und LcS Lohnes wird gewiß den Schülcra zum Heile, den Eltern zur Freude, und den Lehrern zur Ehre gereichen. LiklüS, Mille November. Wie einst der Proset Cbaggai hat an den letzten hohen Festen unser verehrter Rabbiner. Herr Aron Roth, zum Tentpclbaue aufgeinnntert. Und die Aussaat seiner begeisterlcu und begeisternden Eemunternngen ist Gottlob auf einen sruchtbaren Boden gefallen. Am 28. ». M. bat drr Bau einer neurn Synagoge bereits begonnen. Gegen Ende Juli l. I. soll derselbe unter dem Beistände Gottes vollendet sein. Der Vorstand, bestehend aus Leu Herren A. Weiß, Dr. Freund. 3• Wrriheimcr. H. Pillitz. betreibt die Angelegcuhcit des SynagogeilbaurS mit wahrem Fenereifer. Ihnen zur Seite fickt die Baukommifftou. bestehend ans den Herren 3 Werlheimcr. M. Spitzer. S. Deutsch. K. Reif. Der Frauenverein. der sich ans Anregung unserrS unermüdlichen Rabbiners gebildet. wird für die Herberschaffung drr h. Geräthe Sorge lrageu. Daß der Rabbiner sich auch am IugeuLuuierrichtc in dir Schule betheilrgt, gestatte ich mir noch schließlich zu «rwädor». K. F. Cfongrad, 18. November. Gestatten Sie, daß ich gewisse Vorgänge zur öffentlichen Kenniniß dringe, welche dahin sührleu' daß an der hiesigen Schule der Unterricht noch immer nicht brginnell konnte, und an 120 Schullinder noch immer fast jeder Aufsicht und Be» schästiguug enlbrhreu. Die hiesige Schule steht seit deren GründungSjahre 1856 unter Leitung de« Herrn D. und erfreute sich (wie Ew. Ebrwürden bekanut) der größten Popularität; da« schönste Verhältniß bestand zwischen Schule und Hans, zwischen Lehrer und Gemeinte. Besonder« genoß Herr D. unbeschränkt!« Vertrauen, feine Rechtlichkeit ist so auerkanul, daß dir Gemeinde ibm die Verwaltung ihrer einzigen Eiiinahmsquclle, der Gadella, seit sieben Jahren ohne alle Kontrolle überläßt. Doch allem Irdische, sind Gräozea drr Dauer gesetzt: auch dieser erfreuliche Zustand mußte, wenn nicht zerstört, so doch bedeutend getrübt werden. Wie die Ereignisse ihre Schatte» vorauSseode,. so maßte die Wahl eine« Rabbiner« .aus drr Eisenstädtrr Iüngerschaar den ihrige» erzeuge,. Herr Josef Nobl scheint die Volksschule für eine überflüssige Institution zu halten und ist bemüht, diese nach seinem Dorbilde z, einer Pflanzschule für Eisenflädter RabbinatSkandidate» umzuwandel». Bei dem fast achtjährigen Bestände der Schule erschie, ,« unthunlich, gerade auf da» vorgesteckte Ziel loSzugehen, eS galt daher auf Umweg«, dahin zu gelange,. Das neue Lehrsystem zog zuerst die Aufmerksamkeit de« ersahreuen Schulmannes ans sich, und bald hörte man, jene« entspreche der jüdischen Schule nicht, e« müssen Veränderungen vorgrnommcn werden. Zum Glücke hatte dw kiesige Schule gerade auf diesem Gebiete einige augenfällige Erfolge anszuweisen, und die Aeußerunge» de« Herrn Rabbi verfingen nicht nach Wunsch. Jetzt wurde eine andere Saite angeschlagen in der Voraussicht, daß diese nicht verfehlen werde, den beabsichtigten Ton zu geben. Dom Standpunkte der Gemcinde-Antonomie wurde die öffentliche Schule al« verwerflich, in allgemeiner Beziehung als nachtheilig dargestellt. An ihrer schwachen Seite gefaßt, mußte die Gemeinde sich bald in der gewünschten Stimmung befinden. nnverweilt machte mau sich nun an La« Werk, um aus begonnener Bahn einen Schritt vorwärts zu thu». . Herr D. batte die Dinge au sich hcrankommen lassen. AIS aber das Bestreben, aus drr Schule rin Eheder zu machen, immer deutlicher zu Tage trat, glaubte er z»!einer Sicherstellnng gegen einen solchen Versuch einen Schrill thun zu müssen, den er bisher au« Schonung gewisscr Vorurthcile vermiede» hatte: er schritt nämlich bei der k. »ng. Statthallerei um seine definitive Ernennung ein. In Folge hiervon ließ die hohe Statthallerei durch Se. Hochwürden v. Küinmcr an die Gemeinde die Aiifforderunz ergehe», über die leiiherigen Leistlingen ihre« Lehrer« D. ein llrtheil abzngcben die Genieinde war. ..wie sich denken läßt, ungemein überrrascht und wollte ihren Auge» fast nicht traue». Man ließ Herrn D. rufen,!heilte demselben das äuitliche Schreiben unter Reußcrung des SlaiiiienS mit. und erklärte demselben. taS günstigste Zeugniß auSzusertigen. wenn er sein Gesuch zurücknehnie. Natürlich konnlc »r sich hierzu unmöglich verstehen. Nun wurde zurrst folgender Beschluß gefaßt: die Gemeinde habe anzugeben, sie könne die Leistungen des Lehrers D. nicht beurtl,eilen, da sie bisher keinen Direktor gehabt, dir Gemeinte selbst aber in diesem Fache inkompetenl sei; jetzt besitze man einen Direstor in der Perlon tcS würdigen Rabbi. eine hohe Siatlbaltcrei möge daher die Lefinilive Erneliiliing vou e»1cm neuen dreijährigen Provisorium abhängig machen. Ans die Vorstellungen eines Mitgliedes ging man jedoch von diesem Beschlüsse wieder ab und einigte sich daliin: die Gemeinde gibt ein günstiges Gutachten ab. stellt aber gleichzeitig das Gesuch, die b. Staltkalierei wolle für die hiesige Schule keinen defiiiitiveu Lehrer ernennen, da diele nur eine Privatschule sei (Ew- Ehrwürten wissen am besten, welche Richtigkeit es mit dieser Angabe Hai). Jetzt erfolgte die Anfrage, aus Grund welcher Eonzeffion hin man die Privatschule eröffnet hat. Die Gemeinde erblickte in dieser Anfrage da« Gelingen ihres Planes, und in ibrer Freude, de», verpönten Definilivum entgangen zu sein, erklärte sie, eine wie immer geartete Konzession weder je aiigelucht. noch erlang« zu haben. — Eine solche Erklärung mußte noidwendig die Schließung der Schule herbeisühreu. diese erfolgte auch alsbald im Wege de« hiesigen StuhlrichtrramteS fünf Tage vor Beginn de« laufenden Semesters. Mako, 24. Nov. Herr Isak Kirsch» er, bisher Gemeiode- Vorsteher, der sich stets in Gemeinschaft nii« seiner würvizen Gattin al« Wohlthäier bewährte, spentetc 20 armen Schnlkintern die Fußbekleidung. Ich erfülle eine angenehme Pflicht, indem ich dem Ehrenmanne im Namen der Kinder und im Namen des Lehrkörperhiermit öffentlich danke. Jakob Steinhardt, dirigirrndrr Oberlehrer. Tzegedin, Selbflvrrlaz brr Lebatrll»,. Leipzig, Lomwishous Vrrlag von Franz lva-uer. Sigwnud Burger in Szegedi,. Hierzu ein Bogen Beilage.

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