Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 46 (18.11.1863)
- Date
- 1863-11-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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J 847 gtnd girbt, ist sehr natürlich. Unbegreiflich ist aber, daß dieser schlaue Fanatiker nicht riosieh«, daß ihm die Schmähungen gegen unsere neue Synagoge übel bekommen würden, wenn e« der hieflge Vorstand der r^ühe werth hielte, den Wundrrmaon gerichtlich zu belangen, und ihn wegen seiner maßlosen Injurien zur Verantwortung ziehen zu lassen. Der Vorstand «Hut die« bi« zur Stunde wahrscheinlich deshalb nicht, weil er de« Szilßüer Eharlatan« spotte«, und weiß, daß dessen Log und Trug nicht im Stande sein werden. den Fortschritt der Kultur in unserer Gegend zu hemmen. «. Nachod. Wa« sind Statuten? Sin vergilbte« Papier, wenn ne der Vorstand nicht einhaltcn will, und ein bloße« AuShänaschild bei einen, leeren Magazin sodann für die Mitglieder de« Verein« oder der Gemeinden. So etwa« muß man denken, wenn man aus die Derhältnisse unserer Ehevra-Kadischa blickt. Zwischen dem Vorstände nnd den Mit, gliedern besteht eine Spaimi-.i.g. wir man sagt, durch erstern hervorgr, rufen. der schon seit einigen Jahren keine Generalversammlung am Schciuini-Azereth (tfor Zeiten eine Szuda) veranstaltet, u»d die Folge davon ist. daß man darum und wegen anderer llnzukömmlichkeiten selbst in der heiligen Synagoge keinen Anstand nahm, dem Vorstand den Gr» bcrsaui auszukündigcn. AIS an, Sabbath Bereschilsch. wie e« üblich ist, der Vorstand der Ehevra Kadischa die Mitglieder dieses Vereines vor die Thora rufen ließ, so entfernte sich mehr als ein Mitglied aus der Synagoge, sobald er nur aus dem Eingänge deS NainenSausruseS, ans der Hälfte nämlich, merken konnte, daß der Vorruf ihm gelten werde, und es mußte ein Anderer vorgerufen werden, der mitunter dem Acispccle seine- Vorgänger« folgte. Unter solchen Umständen glaube ich. dürste der Dorstclier de« Verein», dessen Name veröffentlich werden soll, wenn er nicht den Auschaunngcn der Neuzeit u»d den Sta- Inten de« Ptreiu« baldigst nachkommt, das Beste thun, wenn er, seine« Amu« übrrdrüßig, dasselbe in andere Hände niedcrlegt, oder daß er eine anßcrordcnilichr Griicralversammluiig veranstaltet und bei derselben die Wünsche der Mitglieder entgezcnuimnit. um sie dann den Statuten gemäß zur Ausführung zu bringen. Für heule rüge ich diesen Uebelstand i» der Gemeinde, e« gicbl ober noch mehrere, denen man innerhalb nnd außerhalb der Synagoge begegnet, aber da man nicht auf einmal alles nmgcstalten kann, so möer mit diesem wichtigen Gegenstände der Anfang gemacht werden. — n. M. Onfürhely, im November. Bekanntlich bestehet i» jeder bedeutender,! israelitischen Gemeinde ein Talmud-Thoraverein. Und wie wchlthätig ein solcher Verein ans die geistige und materielle Lage der armen Mitglieder einer Gemeinde wirkt, ist für Jedermann eine bekannte Thatsache. Denn nicht nur können die Kinder der unbemiiteltc» Eltern deS nothwendigen Schulunterrichtes nnentgeltlich!heil» hastig weiden, sondern dieser Derein hat auch den Zweck, brave und fleißige arme Schüler hir und da mit Winterkleidern zu versorgen, wo« durch e« denselben möglich gemacht wird, die Schult ohne Unterbrechung zu besuchen. Einen solchen Akt der Wohlthätigkeit haben wir auch heute in unserm Berichte zu registrirrn. Unser« Gemeinde besitzt auch einen Talmut-Thoraverein und der Vorsteher desselben. Herr I. Kohn, ein sehr l'iiniancr. von religiösem Gefühle recht durchdrungener Mann, besuchte unsere Schule, ließ sich mehrere arme Kinder namhaft machen und de« stellte für zehn derselben Winterkleider und Stiefel. deren Kosten er au« der T. T. Kassa bestritt. Da aber, wie wir zuverlässig wissen, in der Kassa nicht so viel Geld vorräthig war, legte er von seinem eigenen Gelte einen Theil der Ausgaben zu. Thatsacheo, wir diese, bedürfen keine« Kommentar«, sie sprechen für sich selbst. Gott lohne dem edlen Manne seiue edle Thal! Noch Eine« können wir nicht unerwähnt lassen. Unsere Schule steht in einer der frequentesten Gassen unserer Stadt. Dnrch die schlechten 848 ZeilverhSltniffe nnd daher leere Gemeind,kaff, wurde von di» Schule schon sei« mehrere» Jahren von außen nicht rrnovirt. Sie bietet daher rinen fast widerlichen Anblick und ist jedem Vorübergehenden eia .Dorn' im Ange. Wir machrn drn sonst.sehr humanen Vorstand auf diese« traurige Uebel aufmerksam. Eia Bischen Energie, und ,« gehet; denn —! אין צביר עני Wa« die hiesige Schule im Innern brtrifft.. kann hingegen nur Ersrenliche« mitgetheilt werden. Sie bewährt ihrra alten gutru Ruf, und wird besondrr« dahebräische Fach mit Liebe und Erfolg brlriebr». Auch die ungarische Sprache nimm», sowie in asten wohlorganisirteu Schulen unsere« Daterlande«, eine vorzügliche Stelle rin. Nur unsere Mädchrnschule hat dir Anssicht, riner durchgreifenden Rrorganisation nntrrzogeo zu werdeu. Mögt die« deo Leitern drrselbro auf eine gedeihliche Weise gelingen. Literarische Anzeigen. >ספר דרכה של ו1ורר• Apologie der mündlichen Lehre überhaupt und drr Mischna insbesondere, sammt Erklärung vieler schwie» riger Wörter in der talnindischen Literalur, mit rinen, Anhänge «brr das jüdiichc Kalenderwesen (hebräisch). Von Hirsch Meudt PinrlrS. Wicn, 1861. Druck von Friedrich Förster und Brüder. 8. 280. Zu beziehen von Kiiöpzelniacher ln Wien. Preis 2 fl. ö. W. Bevor wir cS versuchen, de» Inhalt de« vorliegenden ausgezcich. nelcn Werkes z« slizzire» . sei es uns erlaubt, einige uns von FreundrShand znzckonimrne Notizen über de» Verfasser vorauSzuschickcu. der den sreuntlichen Lesern de« ״Be» Ehananja" wohl bekannt ist, und der sich in Lei» Kreise der Ferunde der jüdischen Lllrratnr rinn, glanzvostea Namen erworben hat. H. M. PinelcS erblickte an, 26.November 1806 in Tysmienitz, StaniSlancr Kreises in Galizien, das Licht der Well. Seine Eltrrn, — Salonion 11»d Ncchama Edel, geb. Feänkrl, — widmeten ihn ganz dem Taliiiiidstndiiim. Kaum 15 Jahre alt. wuete er mit Rachel Discke aus Beody ehelich verbunden. Erst als Ehemann nahm er Unterricht im Deutschen; doch zogen ihn wissciischafiliche Slndiei, bald mit unwi. derstchlichkr Gewalt an. Ohne das Stiidiiim des Talmud- und der rabb. Lileralur aufziigebcn, lernte er im IS. Jahre mit besonderer Vorliebe Mathematik, Physik und Asteoncuiie, vertiefte sich in der Folge in Schiller'« und MrndtlSsoüu'S Werke, und machte sich mit Kant'« Keitik der reinen Vcrnuiist vertraut. Diesen ernsten anstrengenden Arbeiten unterzog er sich aus reiner Liebe znr Forschung u»d Wlssenschast. ohne an irgend eine malerieste Belohnung seines Fleißes zu deukrn. Seine Beschäftigung mit den erlerne» Wiffcuschasien blirb jedoch kein Geheim, uiß, und er wurde bald für einen Ketzer gehalten, obwohl sein äußere« Lebt» nicht den geringsieu Anstoß gab. Die Verleumdungen seiner Wi« dersacher drangen bis zu drn Ohren und bi« znm Herzen seine- Schwiegcrvatcr«. An diesen richtete er nun ein trefflich stylistete« hebräische« Schreiben, worin er feine wlffenschafilichen Studien zu rechlsertigru sucht, indrm er zugleich tu Veisicherung seine« rechtgläubigen Denken« und Leben« hinznsügt. Diese« Schreiden erschien 1836 im 2. Bande de« Kerem Ehemed (166—168). Die Klatschereien wachten ihn jcdoch mißtrauisch gegen seine Umgebung und vorsichtig in feinen Acußrruiigea. Au« dem intereffantell Briese, in welchem er die« bekenn« (das. 168— .170), erhellt, daß er sich zu jener Zeit, 1835, mit dem Studium der Werke Krug'«, Ficht,'«, Schesting'« und Hegel'« beschäftigte. Da Pinrle« niemals aufhörtr. seine kaufmännische» Geschäfte zu führeu. so mußt, er froh sein, io den ihm gegSuntea freien Stoa»