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Ben Chananja · 1863-11-18 · 46 (18.11.1863) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
46 (18.11.1863)
Date
1863-11-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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839 840 Stempelpflicht unterzogen werden sollen. Ich werde mir in einigen Tagen erlauben, diese meine Urberzeugung in einer ausführlichen Eingabe wissenschaftlich zn motiviren. Die löbliche Finanz-Direktion wird, wie ich hoffe, wohl keinen Anstand nehmen, meine Bemerkungen an die k. k. Finanz- Landcö-Direktion zur Beförderung an daS k. k. Finanzministcrium gelangen zu lassen. Dieses wird meine Demcrkuugen ohne Zweifel von unparteiischen Fachmännern prüfen lassen, und in Folge dessen ganz gewiß zu der klaren Einsicht gelangen, daß ein besonderer BermehrungS-Traubrief, von welcpem im 2. Punkte die Rede ist, heutzutage mindestens in Ungarn überhaupt gar nicht cristirt, und daß die Kethuba und der Sch'tar Ehaliza, welche allerdings auögefcrtigt werden, ihrem Wesen und ihren Wirkungen nach so beschaffen sind, daß sie im Sinne des ״Provisorischen Gesetzes über die Gebühren von Rechtsgeschäften, Urkunden, Schriften und Amtshandlungen" vom 2. August 1850 unmöglich der Stempclpsiicht unterzogen werden können. Ezcgedin, 10. November 1863. A'copolll A'öw, Obcrrobbiner. (Die Eingabe folgt in der nächsten Nummer.) ״Jjorcn, (cljcn 11110 fdjmcigcn.“ Bon Leopold Duke-. Bevor sich die Medizin mit dem majestätischen Mantel ron griechischen und lateinischen Kunstwörtern umhüllte, hat man sich mit Hausmitteln begnügt. Bevor die Filosofie in wirkliche — oder vermeintliche— Tiefen und Höhen hinunter und hinaus stieg, hat man sich mit kurzen moralischen Sprüchen begnügt. Man könnte dieselben moralische Hausmittel der Seele nennen. Eiueö dieser Hausmittel ist das bekannte Sprüchlein: ״hören, sehen und schweigen.".') ES hat sich dasselbe in verschiedenen Ländern und Zeiten oft sehr heilsam gezeigt, und wird wohl noch lange seine Nützlichkeit behalten. Predigten und Erpositionen darüber zu schreiben, müssen wir andern überlassen, und eS kostet unS dieses nicht die geringste Ueberwindung. Dem Gedächtniß deS LeserS zu Hilfe zu kommen, ist alles, waS wir hier für dieses Sprüchlein und für den Leser thun können. Viele Leser haben wohl gehört, daß jüdischer Witz die Worte ונושבזע ודונוה ונושא (B. M. I. 25, U) zum Träger dieses deutschen Sprüchleins gemacht hat. ES mag hier zugleich bemerkt werden, daß Jonathan diese Worte wirkich übersetzt, obwohl eS doch nur Namen sind. Pseudo Jonathan übersetzt hie und da manche Namen inö EhaldLische, so wie die ersten Christen manche hebräische Namen inS Lateinische übersetzten.') AngesichtS dieser Thatsache wäre eS voreilig, zu schließen, daß die in Rede stehenden Worte schon damals als eine sprichwörtliche Redensart gegolten haben, wie sie eS heute wirklich sind. Ist auch dieses nicht zu beweisen, so liegt eS dennoch nicht sofern, anznnehmen, daß dieUebersetzung dieser Namen wohl dazu cheigetrageu haben könnte, sier zu sprichwörtlichen Redensart zu stempeln. Die jüdischen Stylisten haben von solchen Namen öfter Gebrauch gemacht, und habe» daö Einflechten derselben als Eleganz betrachtet. *) Die in Rede stehenden Namen sind in Italien schon im fünfzehnten Jahrhundert als eine sprichwöriliche Redenöart gebraucht worden. Je hu da A rjeh de Modeua scheint sie schon gelegentlich so gebraucht zu haben, wie er sie vorfand. Wir haben im Ozar Ne chm ad (II. S. 111 Nr. 9) bereits darauf aufmerksam gemacht. ES begegnet unS die folgende Zeile in einem allen religiösen Gedichts ובז ש נוע ו ד וכה מכה אנושה, welches ohngefähr in demselben Sinne gebraucht wurde. Alltägliche Gedanken können durch eine neue Form au Interesse gewinnen. Einen Beleg dazu hat der Leser soeben vielleicht gesehen. Anmerkungen. ') Im Französischen, sowie im Italienischen lautet e« vollständiger so: ״Höre, srhr und sage nichts, wenn du in Frieden leben willst." י) Der Name D eo Gratias, welchen St. Angustin er« wähnt, scheint uns die Uebersetzung des hebräischen Namen הודויה (Öfjron. I. 5, 24) zu fein. (Bergt, auch Huetiana, Amsterdam 1723 S. 157.) ב) In einer kleine» Notiz über biblische Sigei,»amen wolle» wir diesen Gegenstand einer näheren Dctrachtung widmen. ') In einer Handschrift ans dem britischen Musen,». i!i beginnt mit dt» Worten כה;לון וכליון אלי ירושה ונ׳ Die im Terte gegebene Zeile ist die zweite des Gedichts. Die Anfangsbuchstabe» de«- selbe» geben ,׳משר 3er neirijsapfet Bo» Leopold Duke«. Obwohl die Vomologie eine große Anzahl voll Aepfelarten aufzuzählen hat, so sind doch zwei derselben vergessen, nämlich:der Zankapfel und der Reichsapfel. Ueber den erstgenannten ist noch ein Meisterwerk zu erwarten. Wir warten darauf. ES ist alles, was wir dafür thun können. Ueber den R e i ch S a p sr 1 aber sei eS unS hier erlaubt, eine kleine literar-historische Notiz zu geben. Von dem modernen Reichsapfel der deutsch-römischen Kaiser hat Vico die historisch-allegorische Genealogie gegeben und den Stammbaum nach Egypten hingestellt, denn die Hieroglyphen geben schon — nach seiner Ansicht — davon Kunde.

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