Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 45 (11.11.1863)
- Date
- 1863-11-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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833 834 »»d zu wirk«», mit Entrüstung rrsüllt werde, über die maßlos« Srroganz dieser Leute und «isrigft bemüht sind. da« Judenlhum von foU chen Krebsschäden zu heilen. Wir find״ e« ferner begreiflich. daß ein Dr. 3'llinek bei seinem friedliebenden nnd konservativen Eharakter uuversöhnlich mit der Waffe de» Worte» nnd mit aller Wacht seine« Gei» str« gegen da« Treiben solcher Finsterlinge kämpft.- Es dürste nicht uu« interessant sein, hier ,ine« Vorfälle« zu erwähnen, für dessen Deröffeat« Iichung — wir wissen r« im Voraus — der ebeuso rastlose al« an« spruchlost Kämpfer für Juden und Jndenthum un« keinen großen Dank sagen wird — wir thun e« aber dennoch, um die Preßdurger Heiligen zu kennzeichnen. — (Sin Kind jüdischer Geburt so Nie hier in Wien neu»!ich der Taufe geweiht werden. — die Uoentschloffenheir der Eltern verursachte. daß da« Kind drei Wochen alt wurde, ohne irgend einer Neligiou positiv anzugehöreu. Dr. Jellinek erhielt hiervon Kunde, trat auf — uns r« gelang ihm, da« Kind dem Judenthumr zu rrhailen und wurde dasselbe vor einigen Tagen beschnitten. Freilich Ist der Vater Le- Kindes ganz glücklich, sich aus« Neue Vater nennen zu dürfen. Wir überlasse» es dem freundlichen Leser, zu beurtheileo. wer eigentlich sich Dorkämpsrr der Thora nennen darf: diejeuigcn. welche ängstlich der Kirche ihre augeworbeneu Bekenner auch auf Kosten de« Jndenthum« gutheißen, oder diejenigen, welche alle Konfessiontu gleich respektiren, die Anhänger ihre« Glaubens sammt ihren Nachkommen dennoch nicht rnlsremdet wissen wollen —! M. II. TemcHvar, 26. Oktober. Die hiesige Gemeinde hat ן nachstehende, vom Schuldirektor Kohn verfaßte Adresse an Mannheimer gesendr«: Sr. Ehrwürden Herrn 3- N. Mannheimer in Wien. Hochwürdiger, hochgeehrter Herr! Wenn auch wir uns aus einem äußersten Winkel der großen Monarchie beule uutcr der Zahl Ihrer Verehrer eingefunden haben, wenn auch wir beule erschiene» sind, um Ew. Ehrwürden die herzlichstcn Glückwünsche darzubeingen. kann dieses Ihnen den Beweis liefern, daß auch zu undie Kunde von den ausgezeichneten Verti.iisten Sw. Ehrwürden nicht nur um Ihre Gemeinde, sondern um sämmiliche isr. Gemeinte» des KaisrrstaateS. ja um das ganze Judenlhum, gedrungen ist. daß auch wir der Früchte u»S crsccueu, zu welche» Ew. Ehrwürden den Samen so segen-voll auSgestrrut haben. Ew. Ehrwürden feiern hruie Ihren 70- GeburtSlag. — Wer, der Ihr Wirken kenn«, weiß e« nickt. wie sehr der große Theil diese« großen LebciiSabschnilte« ausschließlich den Interessen unserer Neligiou, den Intcressen de- Judenthlimes gewidmet war? Welche Gemeinde io Israel wird nicht freudig mit an dem Lorberrkranz winden Helsen. der da« Haupt schmücken soll, welche« im heiligen Dienste der Neligion ergraut ist? — Wem ist e« unbekannt, wie vor noch nicht vier Iahrzehuleo Synagoge uud Religiciisschnle verödet und wüste standen und wie dieselben mit dem Beginne der segeoSvollen Wirksamkeit Ew. Ehrwürden auch eia neue- Leden gewonnen, von einem neuen Geiste beseelt und durchweht wurden? — Wem ist e« unbekannt, wie daheilige Wort Gölte«, daß Cw. Ehrwürden mi, solch hehrer Begeisterung, mit solch wahrhaft jesaiaaischer Beredsamkeit lehrten, in Tauieuden von Herzen Wiederhall fiudet oud immerwährende Wurzel schlägt? — Möge der heilige Hort Israel- , al« dessen Priester im wahren Sinne de« Worte« sich Ew. Ehrwürden durch eine so lange Reihe von Jahren bewährten, Ihre Lebenslage vermehren. Möge er Ew. Ehrwürden auch ferner Kraft verleihen, um noch lauge für da« Iudeathum im «llgemetnea und für Ihre Oemeiude insbesondere segensreich wirken z> können! Möge r« Ew. Ehrwürden noch lauge gegönnt sein, wie bisher durch dalebendige GotteSwort die Großen und die Kleinen, die Hohen uud die Niedrigen zu begeistern, dir Gebeugteo auszurichtea, di, Leidenden zu trösten und zu erheben! Möge er e« Ihrem edlen Herzen an Ihren Kindern und spätesten Nachkommen vergelten, wa« dasselbe stet« erfüllt von Liebr uud Oohlwosten für di« Armen uud Bedrängte» ge« fühlt und wa« Sir in so reichem Maße für dieselben gewirkt habe»! — Genehmigen Ew. Ehrwürden, daß vir mit diesen unfern Herz» lichstea Wünschen noch einmal die Versicherung unserer wahrhaften Der« ehrung und Hochachtung verbinden, womit wir die Ehr« haben» zu zrichur» Ew Ehrwürde» ergebenst« Trme-var, IS. Okt. 1863. lFolgeu dir Unterschriften.) □ Peft, 8. November. Da rin in Ungarn — in Arad!! — rrschrineudt- Blatt für die Kol-Nidreformel eine Lanze bricht, so war e« sehr zeitgemäß, daß der ,Ungarische Israeli««* darauf binwie«, daß in der sehr konservativen Gemeinde zu Dresden da« Lied bribehalteu, demselben aber eiu dcr Heiligkeit des Tage« entsprechender Tert unter« legt wurde. (<5in antrrtr Tert — von Sommerhausru findet sich in den ,Archive- IsraeliteS* 4, 550. Red.) Audem ,Ung. Isr." erst« hea Sie auch, daß die akademische Jugend drei Juden zu Kommissionen gewählt: io die UnterstütziingS-Derein-kommiffion Julius Keleti und Adolf Tatay, in dir Bibliothek - Reform-Kommission Moriz Heller »ud Tobia« Löw. ß Prcftbnrg, 6. Novemoer. Unter unseren Okthodorea wäre e« vor Kurzem bald zu einem ernstlichen Streite gekommen. In Ab- Wesenheit de« Oberrabbinerverrichtete der Mag gib einer Traiiung, worüber der Dajjan sehr ungehalten war. Es kam zu sehr unliebsaj samen Aeußerungcn, über welche ich jedoch einen Schleier werfe. Mein Kollege in Arad hat meine wohlgemeinten Aurstestungen auf den Seher geschoben. Er traut seinen Lesern wirklich sehr wenig kritischen Sinn zu, wenn er vorauSsetz». daß sie ihm in diesem Punkte'glauben werden. Da er aber gar so ungeheuer orthodcr ist, daß er sich zum Lakai Lehm nu« »nd Hildesheimererniedrigt; so ist e» unbegreiflich, daß er von den für die jüdisch-biblische Geschichte so wichtigen Bergen — Ebal und Ger,״n. Morija und Zion — schweigt, und sich mit dem ״Oetgebirge* beschäftigt, danur für die christliche Nrgeschichte von besonderer Be» deutsamkeit ist'). bk. Prag, 3. November. Ihre hiesigen Korrespondenten irren beide sehr, wenn sie glauben, daß r« in unserer Gemeinde uur dir Mejselsynagoz, und in dieser nur der Vorstand ist, der mit de» Re« formbestrebungen im Iutenthume sympaihisirt. ES giebt hier nicht eine einzige Synagoge, die nicht eine größere oder geringere Zahl von Re» formfreunbrn zu ihren Besuchern zählt. Ursprünglich war der,Tempel* bestimmt, der Repräsentant und Vorkämpfer der Reform in unserer Mitte zu sein. Der Boden war aber noch nicht genug bearbeitet und gepflügt geoug. al« daß die Reformsaat mit Aussicht aus eine gesegnete Ernte hätte au-gestreu» werden können. Zuoz fand ,« gerathe», sich zurückjUjiehen, und Sach«, der als Prediger seine Zuhörer zu seffel, verstand, imponirte mit seiner Orthodorie. dir er wirklich auf eine osten« fible Weise zur Schau trug. Seitdem hat sich aber, wi, in der Wissen« schaft de« Iudenthuw«, so auch im Leben Viele« geändert Hetzt würde auch Sach» nicht mehr imponiren. Die Mriselsyuagoge will uur wirk« lich vorhaudcue Bedürfnisse besriedigeu; uud sie wird ihre Aufgabe lösen. Die Vorsteher derselben haben Einsicht genug, ihre heilige Miffio» zu verstehen, und sie besitzen Ausdauer genug, da« begonnene Werk seiner Vollendung rntqegkUjusühre«. bk. Vrünn, Ans. November. Der seit drei Jahren hier bestehend« Kreuzervereia unter den isr. Sludirende« zur Unterstützung der ärmste» *)Ich erlaub» mir dle Bitte, aus da« Blatt Ihre« Kollege, nicht wehr znrückzukommen. Da ich da« Hauptgeschäft in Mainz iguorire; so ist r« natürlich, daß ich auch da« FilialgeschLft in Arad nabe« irrt seinen Weg gebe, laffe. Krd.