Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 44 (4.11.1863)
- Date
- 1863-11-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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815 8i6 Fünfkirchen, Ende Oktober Wir fühlen un« wohl durchaus uicht berufen, gegenüber der io diesca Blättern vertreteu gewesenen An» licht, all ob durch die Ernennung de« Lehrer» 2- Decher für die Muster« Hauptschule irgend eiur Beeinträchtigung der Gemeinde-Autonomie statt« gesunden hätte, eine Lanze für die Behörde einzulegeu und al« ihr An« walt aufzulreteu; doch will e« un« bedünken, daß e« nicht ganz überflüssig ist. diesen ErnennungSakt etwas näher beim Lichte zu betrachten. Zu gerechter Würdigung der Autonomie, diese« köstliche» Juwel« der freien Geaiciude. hat die hohe Statthalterei der hiesigen KultuSvorstebunz eine Kompelentenliste zum Behufe eine« TernovorschlageS über« miilcll. Die Angelegenheit zog sich, wie gewöhnlich, etwa« in die Länge, mit während ihrer Austragung hatte sich der an der S. Ujhclycr Musterhauptschule seit 3'^ Jahren wirkende Lehrer Becher bei der belressenden Behörde mit einem Gesuche um Versetzung persönlich prä« ieillirt, und da er als Hauptmotiv seines Ansuchens ei» durch das un» gewohnte nördliche Klima ciilstandeneS körperliches Leiden anführte, und einem solchen laut ärztlichen Zeugnisses stets auSgcsetzl war; so können wir cS nur für recht und billig halte» , wenn die hohe Slatlhallcrei von t,ui ihr zu Gebote stehenden DcrsctzttNgSrcchte Gebrauch machend, die Bitte LeS Petenten. der sich seitens der ihm Vorgesetzten Behörde »nt der Ujhclycr Gemeinde des besten LcliinundcS zu erfreuen hatte, ohne Schwierigkeit Gebrauch machte. Wir glauben nicht fehl zu greise», wenn wir da« für den einsachca Grund halten, warum bei dieser Besetzung der Vorschlag der hiesige» KiilluSvorstrhung . »nbcrücksichiigl blieb , da wir sonst gezwungen wären, das ganze Vorgehen in dieser Angelegen.׳ luu für ein uiibegrcifllichcS Gaukelspiel halten zu müssen. llebrigcnS ist i» jüngster Zeit abermals eine Koinpcteniculistc behufs eines Icriio» Vorschläge« zur Besetzung euicr Mädchciilchrcrstclle an die hiesige Gemiii.de hcrabgclangt und wir haben kein: Ursache, aiizunchmcli, daß der Vorschlag keine Bcrücksichlizung findc» werde, Vusturuwo! Seiner Zeit wollen wir darüber spreche». — Glltmann. Z. Aus der Nyir, 25. Oktober. Die Hcrbstscricn führten Mich auch in diesem Jahre in einige benachbarte Komilale, und da die von ״ns gemachten Bcobachtuiigen des GcgistrircuS in Len ״Ben Ehananja" »!1« nicht ganz »npassend erscheiiien, so wollen Sie, hochgcchrteuer Herr Redakteur uuscrn Kreuz- und Ouerzügcn ein bescheidenes Plätzchen in Ihrem Blatte gönnen. Ein srenndlichcr Herbstmorgen führt »11S in Begleitung einiger lieben Freunde nach Nyrczyhüz, einer von mcl,r als 150 isr. Familien bewohnten Stadt. Wer mit uns die Wichtigkeir der Agrikultur für den jüdischen Bolksstamm rrkanut hat, muß sich in dem Kreise seiner GlaubcnSbrüder in dem Szabolczer Komitate recht glücklich fühlen, wenn anders auch hier eine tüchtige Kraft erfor. derlich wäre, die dazu beruseu, den religiösen Sinn anzusachen »nd Ge« mkindeinstitulc ins Leben zu rufen. Der Zufall führte uns in die Nähe tüchtiger Landwirthe io die Umgebung solcher Männer, die im Stisten >o manches Gute schon für Israel gewirkt haben. Insbesondere ist e« iu Nnregyhüz vor allen der Herr Vorsteher Szamueli, der bei jeder Gelegenheit die Rechte der Israeliten gellend machte. Nicht allein, daß vier Israeliten im Sladtrathe sitzen und da« Präsidium in der Leih- und Sparaustalt in der Hand eines Israeliten liegt, sondern auch dir Stadt hielt c« für geboten, da« Patronat der jüdischen Gemeiudr, ganz so. wie das der lutherischen und katholischen zu überuchwen und durch Au«- stellung einer Urkunde sich derartig zu verpflichte», uicht nur für ewige Zeiten der jüdischen Gemeinde io Nyregy'yäz Schutz und Beistand, sondern auch einen Beitrag für den jüdischen Kultu« au« städtischen Mittelo zu gewähren. Dir Gemeinde, welche eiueu Fond von 400 fl. jährlichen Zinsen besitzt, ist gewillt, denselben zu Schulzwecken derartig zu verwenden, daß die Summe dem evangelischen Gymnasium unter der Bedingung zo« falle, daß dir Schüler jüdischer Konscffioo Unterricht gratis genießru und eia israelitischer Profrssor au dem Institut» angestestt werde. Da die Anstellung eine« jüdischen Professor« seiten« der Lutheraner ans einige Bedenken stieß, so unterbtteb einstweilen die Zuweisung obenrr« wähnter 400 fl. ö. W., doch giebt sich der Borstand noch immer der Hofflluug hin, seineu Plan um so eher realiflrt zu sehen, nachdem auch die Katholiken Nyregyhäz'S eia Gymnasium organiflren wollen, und schon heute da« lutherische Gymnasium fast ein Drittel jüdische Zog» lioge zählt. Die Eisenbahn führte un« nach mehrtägigem Aufenthalt nach Tokay, um uns von hier nach SüroS-Pattak zu bringen, wohin un« litcrärische Beschästtgnngen riesen. Der Rabbi in SäroS-Pattak, obwohl jung nnd ein למדן scheint sich dem ChaffidiSmn« z» »Lheru und an den Schwärmereien dieser Sekte Gefallen zn finden. Daß da« protestan« tische Kollegium von Israeliten fast gar nicht besucht ist (nach einem vor un« liegenden Programme besuchten im vorigen Jahre 10 Israeliten da« Gvmiiasium) mag cb..-. in der Unduldsamkeit der hier lebenden Jsrae« iilen seine Ursache finken, und wenn der dermalige Szikßüer Redde Hillel, der Nachfolger de« Redbe Feisch in Preßvurg da« Beo« scheu eines GyinnasialschülerS dem zudringlichen Vater verweigerte-, so wirst sich einem unwillkürlich die Frage aus, wer da mehr zu bedauern ist, ob der schwärmerische lichtscheue Nebbe, oder der Säros-Patiaker Insasse, der zu diesem Heiligen seine Zuflucht nimmt. E» ist nicht unser Berus, in die Mysterien dieser Sekte cinzudringen. noch viel weniger wollen wir untersuchen, woher es kömmt, daß sich noch immer jüdische Jonrnale finde», die den EhaßidiSmnS in Schutz nehmen; nur die Beinerkung können wie nicht unterdrücken. daß der EhaßidiSmnS mit ernenerler Kraft und Energie an den Pforten Israels pocht und daß e« Noth thut, durch gute Volksschriften die Masse in Ungarn nnd Polen auszullären und zu belehre». Daß Schulen dies allein nicht vermögen, beweist lljheln, woselbst sei» 1838 eine öffentliche Schule be. steht, und in welcher Stadt trotz Mufterhauptschule. an welcher Anstalt 7 Lehrer und 3 Lehrerinnen wirken, sich der Sinn für VolkSaufkärung nicht heimisch machen konnte. Ein Abstecher nach Ujhely machte eS uns möglich, die cigeiithümlichen Verhältnisse dieser heute nahe von 700 Familien bewohnte Gemeinde kennen zu lernen und da ist eS vor allem die Mnsterhauptschnle, die unsere Aufmerksamkeit verdient. Wir benutzte« nusern Ausenthalt in S. a. lljheln, die Lehrer dieser Schule kennen zu lernen, unter denen wir ebenso tüchtige Pädagogen, als wissenschaftlich gebildete Männer fanden und da Sie, hochgeehrtester Herr Redakteur, meine Vorliebe für die magyarische Sprache kennen, so wollen Sie sich nicht wundern, wenn wir trotz EhaßidiSmu« und Ncbberhum dieser Ge« gcnd dieser Anstalt ihrer tüchtrgen magyarischen Kräfte halber eine schöne Zukunft prophezeien, und in der Berufung de« 4«'» Nathan Fischer au» Naab, dessen schriftstellerische Tbätigkeit in den magyarischen Fächern im Vaterlande allgemein bekannt ist, eine vorzügliche Aquisikioa erblicken. Wie wir au« dem Munde dieseebenso tüchtigen, als bewährte« Schulmannes erfuhren, geht derselbe damit um, seine Jugendschristeo als Wochenblatt erscheinen zu lassen und da e« eben heute mehr al« je gilt, die vatcrläudische Sprache zu pflegen, so glauben wir uur de» Beifall aller Menschrnsreunde zu ernten, wenn wir wiederholt auf die ״IsjusÜL, iratok“ (Jugeudschriften) aufmerksam machen. Ein Derweilen in den Klaffen dieser Anstalt überzeugte un« von dem pädagogischen Vorgehen der an dieser Anstalt angestellteu Kräfte, insbesondere hatten wir Gelegenheit, io den Klaffen der Herren Ster«. Fischer. Singer. Schwarz, Rosenmeyrr, Löw u. s. w. von der ratio» uelleo Behandlung der Lchrgegenständ« un« zu überzeugen. Eiu längerer Aufciithalt in der Klasse de« vor'Kurzem ernannte« Fischer überzeugte un«. welch eine glücklich, Wahl die hohe Regieruag