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Ben Chananja · 1863-11-04 · 44 (4.11.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
44 (4.11.1863)
Date
1863-11-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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\ E 813 Als Wohlthatrr der Anstalt können wir außer der löbl. Gemeinde und der bekannten Hollitscherstistung noch bezeichnen: die Frauen I. GanS, A. Diamant, Iran Korn, B. Stern, ferner die Herren: Dr. Hauser, Großhändler Armin Steiner, Großhändler H. Schwarz und K. L. Posner, den ung. isr. Verein, Herr Jgn. Reich und Herrn Oberkantor Friedmann, welche theilS zur Bekleidung armer Mädchen, theilö j■ r Gründung der Jugendbibliothek und zur Der- »Heilung von Prämien bei den jährlichen Prüfungen nach Kräften beitrugen. Im letzten Semester zählte die Anstalt: In der Vorbereitungoklasse 165 Zöglinge; in der ersten Klasse 85; in der zweiten Klasse 7V, in der dritten Klasse 42 und endlich in der vierten Klasse 29 Schülerinnen. Vom nächsten Schuljahre angefangen ist die Anstalt in das Professor Dalasfische HauS übersiebelt, wo der löbliche Vorstand sechs Zimmer für dieselbe gcmiethet, da die gegenwärtigen Lokalitäten die beinahe 400 Schülerinnen nicht zu fassen vermochte. Der Lehrkörper der Anstalt besteht gegenwärtig anS den Lehrern I. Lustig, Josef Rozsäsi und H. Rosenberg*), welche die Normalien und Sprachsächer unterrichten , für die Handarbeiten sind die Frauen S. KretSmar, Beck und Johanna Stern augestellte. Außerdem bethciligen sich an der Anstalt Herr Rcligionölchrer F. Manhcimer, Herr Wolfgang Weiß \ für den hebräischen Unterricht und Herr I. Glnck für den Gesangsunterricht. Die Unterrichtssprache der Anstalt ist seit dem Schuljahre 1862 die ungarische mit Ausnahme deS ReligionS- und deutschen Sprachunterrichtes. DieS in kurzen Umrissen zur Geschichte dieser Anstalt, denn mit Stolz kann sie eö sagen, trotz aller Hemmnisse und Schwierigkeiten, trotz der unausgesetzt geringen Beachtung, die sie im Vergleiche der andern hier bestehenden öffentlichen jüdischen Gemeindeanstalten zu erfahren hatte, doch stets ihr? heilige Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Vorgesetzten, wie dcö Pilblikumö löste, und hoffentlich unter dem Beistand GottcS auch fernerhin lösen wird. Und nun gestatten Sie mir noch im Namen deö LehrkörperS der Mädchenschule, sowie im Namen der vielen hunderte armer Kinder, die in dieser Anstalt ein h. Asyl gesunden, den tiefgefühltesten Dank dem Schillvorsteher der Pester Gemeinde, Herrn Dr. Josef Hauser, sowie den beiden hochherzigen Schulvorsteherinnen Josefinc GanS uud Amalia Diamant für die seit 13 Jahren der Anstalt an den Tag gelegte Theilnabme, Unterstützung und Anfopfernng hiermit auSzusprechen. Möge sie Gott in ihren edlen und humanen Grundsätzen auch fernerhin stärken und ihnen Kraft verleihen, das begonnene Werk seiner Vollendung und Vervollkommnung nahe zu bringen. üorresponden). Ausland. 8. 6. Vresla», 22. Otlobkr. Der 18. Oktober, der Gedruktag der Völkerschlacht bei Leipzig, wurde auch innerhalb der jüdi- ') Schreiber diese» ist de, Einzige. der seinen Gehalt au« dem isr. Schulsondr bezieh,, die übrigen Lehrer und Lehreriuneo werde» von der Gemeindrkaffa honorir«. 814 scheu Gemeinde in angemessener Weis« begangen, und zwar im jüdischtheotogrschen Seminar, woselbst beim Morgeogotte-dieostr auf dir Tage«- frier Bezug genommen wurde. Nächstdem fand vormittag« in drr s,-. lich geschmückten großen Synagoge ein weihevoller Aktu« statt. Dieselbe war von Zuhörern aller Consessionru zahlreich besucht, welche dem grhaltvollen Dortrage be« Nabbinrr« . Hrrrn Dr. Joel mit gespannter Aufmerksamkeit solgien. Anknüpfend an de». Psalmver«: ,Er läßt groß sein die Hülfe de« von ihm eingesetzten ^Snig« und rrweise« Gnade seinem Gesalbten" bezeichnet der Redner den IS. Oktober ak« rinru Nichterspriich Gottein der Vergangenheit, al« Mahnung für die Ge« grnwart, als Belohnung für die großen Opfer de» kämpfenden Volke« und endlich als bahnbrechend in der vergangenen und bestimmend i» »nsern Tagen. Den Schluß bildete da« Gebet für da« König-Han«. Heer Dr. Joel lehrt noch immer am Seminar, wo die Dorlesungrn am 18. d. wieder begonnen haben, derselbe wird, wie verlautet, seine Stelle noch so lange behalten, bi» da« Kuratorium einen paffenden Vertreter gefunden haben wird. Gestern fand auch dir Wahl de» diesjährigen Borstand e» für den Verein ,.Zur Verbreitung der Wissenschaft des JudenthumS" statt. Die Vorträge beginnen wieder nächsten Monat und werden in Zwischenräumen von acht bis vierzehn Tegen den ganzen Winter hindurch fortgesetzt. Wir werden mit Erlaubniß de- Herrn Redakteurdieses Blattes diese- Jahr, wie im vorigen, über dir riuztlnen Vor- ( träge berichten *). \ Inland. — Wien, 30. Oktober. Der Verein zur Unterstützung mittelloser Sludieender Hot seinen zweiten Jahresbericht veröffentlicht. In dem Jahre 1862—63 wurden 36 Snidierendc au» Ungarn, 22 an-Mähren. 17 aus Böhmen, 8 aus Galizien und 3 aus österreichisch Schlesien mit dem Betrage von 1802 fl. 59 kr. unterstützt. 500 fl. wurden zur Bit« dring eine» NeservescndeS znrückzelegt. Der Bericht schließt: ״Indem wir den verehrten Mitgliedern, sowie allen, die die Jnlcreffen de» Verein» förderten, für ihre hochherzige Mitwirkung bestens danken, ersuchen wir alle, welchen die Hebung der Wissenschaft am Herzen liegt, uns ihre Theilnahmc zuziiweiidcli, »nd enipsehlcn wir ihnen die Jvteressen diese« Vereins, der trotz der Aiierkeiinung, die er gesunden, noch der Unter« stützung und Kräftigung bedarf. Wir hoffen um so mehr, auf dirse Un« terstützung rechnen zn dürfen, da zu allen Zeiten die Jünger der Wiffeo» schafl in Israel in erster Reihe berücksichtigt wurden." Mögen dies» Worte allenthalben den lcbhaftcsien Anklang finden! Der Dreeio-voestand besteht aus den Herren: Mannheimer, L. Horwitz, I. Ritter v. Goldschmidt. W. v. Wcrthlimstein, Em. Brach, M. Ritter v. Königswarter, Dr. G. Wolf Sie sowohl, alalle Mitglieder de- Verein- und deffeu Freunde erwerben sich unverwelkliche Verdienste um da- Judentbum. Melcher gebildete Jude wird sein Haupt nicht in Ehrfurcht dengen vor der allseitigen und »mfaffenden MildthLtigkeit der edlen Wiener Gemeinde? — T. K. Vest, 27. Oktober. Die Freunde der Derascha — und deren Zahl ist hier sehe bedeutend — wurden am vcrfloffeneo Sabbath ^ל[" ל durch einen homiletischen Vortrag überrasch«, den der Eand. Theol. Simon Tauber, Sohn deehrwürdigen Rabbiner» zu TStSnyin drr großen Synagoge hielt. Die geistvoll LiSponirlr einheitliche Rede Hot zwar wenig rhetorisches Phrasengeklingrl; bewies aber eine desto gründlichere Kenntuiß aus «almudischew Gebiete uud drr Eregrsr, verbunden mit einer gediegenen Diktion uud durchweht von echt religiöser Gesinnung. Da« zahlreich versammelte Publikum gab seine» Beifall allgemein kund und wir wünschen, daß Herr Tauber bald einen Wirkung«- kreis finteii möge, um da« Helle Licht dr« Glauben« in seiner Reinheit zu lehren und zu verbreite». ') Ich bitte darum. Red.

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