Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 44 (4.11.1863)
- Date
- 1863-11-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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L sos die erstere Deutung ist Philo die Quelle. Seine iu der Schrift ״von den Allegorieen des Gesetzes״ niedergelegten Worte lauten, wie folgt: ״ES heißt: wenn Mose die Hände erhob, siegte Israel; wenn Mose die Hände sinken ließ, siegte Amalek. Dies will sagen: Wenn die Seele sich über Alles Vergängliche erhebt und sich in die Höhe schwingt, erhält sie die Kraft, Gott zu schauen, d. h. sie wird Israel 11V׳ ^.rr: Läßt sie aber ihre Nerven abgespannt und schwach werden, dann überwiegen die Affekte, d. h. eö siegt Amalek. Amalek heißt nämlich : ״auSleckendcö Volk": ל1קק cy(95, d). Philo'S Manier, daS Geschichtliche der Bibel als symbolische Hülle allgemeiner Ideen zu betrachten, konnte den Palästinensischen Lehrern, die einen real geschichtlichen Standpunkt einnahmen, natürlich nicht Zusagen. Die Philonische Allegorie wurde dabcr in Palästina reduzirt. Die erhobenen Hände Moscö wurden auch hier allegorisch gedeutet; den kricgführcnden Machten, Israel n. Amalek, ließ man jedoch ihregeschichti liche Wirklichkeit.") Den eigentlich nationalen Schristgclehrtcn konnte cö nicht in den Sinn kommen, die heilige Ge- ן schichte ihres historischen Eharakterö zu entkleiden. Nur ein ן poetisches Buch der Bibel konnte Veranlaffuug werden, daß zwischen den Allcgorikern und ihren Gegnern offener j Streit auöbrach. j ג n m c r h u n 9 c n. ') Nachinanitcs gicbt teil 50 Psorlc» rinr »aturwissrnschaftliche j »nd mnaische Bcdruiniig. Wrm die Psoriri, zugänglich sind. tbut tirfe! BUckc i» das Wcsrn allcr gkschoffkin» Diiigr. Ihm wird bei Brirachning tcr ocrschictciikn Pcrsoiicn drrcn niorolischcS Drrhallcn offenbur. Die Erhrrniiliffe der Zaubrrcr sind ihm »ichl vcrhülll. Die Zahl 49 fembinirt er nicht mir, wie der Schar, mit dem Jubeljahre. ton־ dern auch mit den 49 Tage» dcS Omer (Borr. zum Pentateuch.) Der ■ Thalmud bleibt übrigeus bei der Zahl 49 nicht stehen. Ein junger! Schrisigelehrtcr in Janiiua wußte für eine übrigen» nicht stichhaltige rcligionSgeiepiliche Entscheidung ISO Argumente an,»führen {CSrub 13, | b). Der König Mauaffe, welcher der Haggada als ein gewandter Ere-! geie galt, soll den LevitiluS aus Sösache Weise auSgclcgt haben. Slhab j soll dieses Buch mit 85. Jorobeam mit 103 Erklärungen begleitet ha- ’ den. (Sa»h. 103, k). I ') S. auch Mechiltha zu Beschall. Der Eohar findet in dem! sublunarischen Kriege mit Amalek zugleich den Typus einetranSlunari«! scheu Kampfes des strengen Gerichtes gegen die Gnade. Da ihm selbst die Deutung zu entserut zu liegen scheint, fügt er hinzu. »Es giebt | kein Wort in der Thora, worin nicht höhere Geheimnisse der Weisheit j enthalten wären, die sich au Leu heiligen Namen knüpfen." (II. 65, b). Nähere» über La« Berhältniß de« Sohar zur älteren allegorischen Schrift,rklärung wird weiter unten solgen. Die israelitische Löchlerschase i» M Bon Heinrich Ro send erg. Hauptschullehrer. Noch sind eS nicht 18 Jahre, als Pest trotz seiner da- , malS 20,001) zählenden jüdischen Seelen keine einzige öffent-! 810 liche DildungSanstalt für seine weibliche Jugend besaß. Hunderte und abermals Hunderte jüdischer Mädchen wuchsen entbehrend jeden Unterrichtes heran, und Eltern, deren Mädchen je irgend eine Privatschule besuchten, hatten vor jenen nichts voraus, als daß sie glaubten, ihre Töchter erzogen zu haben, weil deren Lehrer gut bezahlt waren. Im Jahre 1852 gelang eS endlich dem unsterblichcu Lehrer und Schalfreund, dem seligen Rabbiner Löw Schwab im Vereine des damals zum Schulaufseher gewählten Dr. Hauser eine zweiklaffige Bildungsstätte für unsere geistig und sittlich vernachläffigte arme weibliche Schuljugend mit der Normal- Hauptschule in Verbindung zu bringen. In aller Stille und ohne alles Geräusch geschah die Eröffnung derselben am 20. Oktober 1852 im Beisein dcS neuen Lehrkörper-, der Herren: 2gn. Großmann, Josef Rozsüsi, I. Braun, Fr. F. Stein und A. Brenner von Seite deö seligen OberrabbinerS Schwab und Herrn Dr. Hauser. In der Zahl der Lehrer für die neue Anstalt wurde, wie wir sehen, nicht gespart, desto ärger aber war cö mit den Baulichkeiten bestellt, in welchen dieselbe untergcbracht wurde. Der Prüfungösaal der Normalschule wurde für die junge Anstalt bestimmt, welcher zu diesem Zwecke durch eine Bretterwand in zwei Räume geschieden wurde. Die Kommunikation beider Schulräume mußte durch Vermittlung dcS EinfahrtranmeS, später sogar durch Vermittlung dcS HosraumeS stattfinde», waS nicht nur die DiSziplinirung der Zöglinge erschwerte, sondern auch nicht selten zu Konstikten und zu sittlich höchst anstößigen Kundgebungen Anlaß gab. Daß unter solchen Verhältnissen die neue Anstalt, trotz teS unendlichen EifcrS und Fleißes ihrer Lehrer, nur eine höchst geringe Theilnahme von Seite tcr hiesigen jüdischen Bevölkerung sich erfreute, darf um so weniger auffallen, wenn man noch in Anbetracht nimmt, daß sie mit gewissen marktschreienden Instituten aus diese Weise nicht konkurriren konnte. Nicht wenig mag auch daS enorme Schulgeld, welches die zahlenden Schüler zu leisten hatten, und welches leider noch jetzt aufrecht besteht, zn dieser schwachen Frequenz beigetragen haben. Man zahlt hier nämlich in der 1. Klaffe pr. Semester 4 fl. 77 kr., für die zweite Klasse 6 fl. 30 kr. und für die dritte Klasse 7 fl. 88 kr. ö. W. Vergebens widmete der selige Rabbiner Schwab und Dr. Hauser der Anstalt ihre ungetheilteste Aufmerksamkeit, indem sie Alles aufbotcn, dieselbe von der Knabenschule zu trennen, ihre dieSfälligen Schritte waren vergeblich, da die Gemeinde mit dem Tempelbau ihre Hände vollauf zu thun hatte. Zu diesem Nebel gesellte sich noch ein zweites, welchedie junge Pflanzstätte völlig zu vernichten drohte. ES fanden nämlich vom Jahre 1852 bis 1855 folgende Lehrerwechsel an der Anstalt statt. Zuerst erwies sich die zweite Lehrerin als eine nicht genügende pädagogische Natur und eS trat für dieselbe Fräulein Thekla Koria ein, welche zwar hinlängliche pädagogische Kenntnisse besaß, aber da sie den Glauben unserer Väter verließ, mußte sie eiligst durch eine gewisse N. Bauer ersetzt werden, welche nach sechömo,tätlicher Wirksamkeit sich als untüchtig erwiesen und daher durch Frau Sophie Kretömar ersetzt wurde. Ein halbe- Jahr später verließ die erste Lehrerin Stein, da sie mit einem jährlichen Gehalte von 350 fl. nicht leben konnte, die Anstalt und Frau Kretömar rückte an ihre Stelle vor, während für die Stelle der zweiten Lehrerin Fräulein Beck acquirirt wurde. Jnzwt-