Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 43 (28.10.1863)
- Date
- 1863-10-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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SSeilteße WM ״Wem GhMLLNss" Ne. erschien 1577. Aus der hebräischen Uebeesetzung in« Lateinisch« übertrugen die acht Kapitel: der jüdische Arzt Ialob Mantiuo au» Tor. tot» (1526) und llytagr (1683). Aus der hebräischen Uebrrsetzung flößen auch die deutschen Uebersetzungen. deren erste 1798 in Wien und dir zweite 1804 verbessert in Balel erschien; dann die Uebersetzungen von Dr. Salomo» (1809) und Dr. Köhler (1833.) Das arabisch Original gab zuerst Eduard Pockock (grst. 10. Sept. 169t) heraus (1654), indem er dieselbe mit einer lat. Nebrrsetzung versah. Dir vorliegende Edition enthält den verbesserten TertPockockS mit einer sich genau diesem Terte anschlicßeiiten treffliche» Uebeesetzung und erläuternden Anmerkungen. Der Herr Verfasser schließt die Vorrede mit den Worten: ״So möge denn diese Schrift bei den Männern der Wisscnschast eine freundliche Aufnahme sindrn und auch in weitern Kreisen als ein Beitrag zur Förderung religiö>er und silcsosischer Erkenntniß der Gunst der Würdigen sich ersrenen." Indem wir uns diesem Wunsche anschließen, setzen wir in Rücksicht ans die weitern Kreise der Gebildeten die InhaltSanzeige der acht Kapitel her: 1. Von der Seele des Menschen und ihren Kräften., 2. von Len gesetzwidrige» Thätigkeitcn der Seeleiikräfle und von der Bestimmung des TheilS, bei welchem Tugenden und Untugenden zunächst statlfinten; 3. von den Krankheiten der Seele; 4. Do» der Heilung der SeeleiikraiikheiltN °, 5. von der Richtung der Scclcnkeäste aus ein Ziel; 0. von dem llntcrschiedc zwischen dem Tugcndhastrn und dem Enthalt, sauien °, 7. von den Scheidewänden und deren Bedeutung; 8. von der natürlichen Beschaff,»heit des Menschen. — Welch eine Fülle von Belehruuz und Aiiregnug dielet sich also für den Leser dar! Als Probe des Inhaltes und der Ucbersctzung möge folgende Stelle aus dem vierte» Kapitel hier angeführt werden: .,Wenn du von diese,» Gesichtspunkte aus die meisten Gesetze betrachtest, so wirst du bei ihnen allen finden, daß sic die Scelenkrästc in Zucht zu halten bestimmt find, wie sic z. B. Rache zu nehmen und Wiercevergeltung zu üben, scklcchlhin durch die göttlichen Werte untersagen: D» sollst dich nicht rächen und nicht Groll Nachträgen (3 M. 19. 18); du sollst cS leichter mit ihm machen (dem nntrr seiner Last crliegcntcn Esel deines Feindeaushelseu (2 M. 23. 5); du sollst ihn ausrichtcn (den aus dem Wege hinfallendcn Esel oder Ochsen deines Feindes (5 M. 22. 4). damit die Kraft des Zornes und des Grimmes geschwächt werde. Desgleichen ist das Wort: dn sollst sie ihm zurückbringcu (die verirrten Thiere deine» Bruders [5 M. 22, 1]) dazu bestimmt, die Disposition zur Habsucht hiiiwcgzilschaffeu; ebenso die Worte: vor einem grauen Haupte sollst du ausstehen und ehren sollst du de» Greis (3 M. 19. 32); ehre deinen Vater (2 M. 20, 12); du sollst nicht abweichen von dem, was sie dir sagen (5 M. 17, 11) dazu bestimmt, dir Disposition zur Frechheit hin. wegzuschaffen und dagegen die zur ehrerbietigen Scheu zu erzeugen. Dann aber will da» Gesetz wiederum vom andern Ertrem, ich meine vor der übcruiäßizxn Schüchternheit zurückhaltcn. uud darum heißt eS: Du sollst deinen Nächsten zurechtweisen (3 M. 19, 17); du sollst dich nicht vor ihm fürchten (dem falschen Proseten j5 M. 18, 22J), damit die zu große Schüchternheit schwinde, und wir auf dem Mittelwege bleiben. Wenn nun aber rin, ohne Zweifel thörichter Mensch kommt und zu diesen Dingen noch mehr hinzusügen will. z. B. über die ver. botenen Speisen hinaus da« Essen und Trinken überhaupt, über dir ver. botenr fleischliche Vermischung mit gewissen Individuen hinaus die Ehe untersagt, über die iw Gesetze vorgeschriebenen milden Gaben, frommen Spenden und Schätzungen hinan« sein ganze« Vermögen an Arm« und zu heiligen Zwecken hingiebt, so übt er. ohne e« zu wissen, die Handluugen schlechter Meiischea, und verfällt, die rechte Mitte gänzlich ver. lassend, in daeine Ertrem. Dir Weisen haben über diesen Gegenstand ,inen Ausspruch, wl« mir nie rin origioeNerer vorgekommra ist. Sr findet sich im jrrusakemischen Talmud, im nenoten Abschuiltr de« Trat« täte« Nedarim. Sie sprechen daselbst tadelnd von denjenigen, welche fich durch Schwüre und Gelübde Fesseln aulegra, so daß fle Gefangenen Lhu» lich werden, und fir »hun hierbei folgenden Ausspruch: R. Atai sogt im Namen de« R. Jsak: ״Hast du an dem nicht genug, wa« da« Gesetz dir untersagt, daß du dir noch andere Dinge untersagst?" Da« ist dem Sinne nach genau dasselbe, wawir gesagt haben» weder mehr noch weniger (S. 27, 29.) Ein merkwürdige Parastele zu der angeführten Stelle bieten dir Worte: עתיד אדם לתן דין וחשבון על כל מה שראו: עינו ולא 3) אכלfr. Kidd. 4, 12. angtf. im Ilk. Slllt. 688. vrgl. Ture Zahab zum O. Eh. 227, 2). Nus die von MaimcnideS angeführte Slellr und auf MaimonideS selbst berief sich R. Eleazar FlekeleS, indem er dem Rabb. KrieShabcr in PakS wegen dessen Ctöhrrerbct einen Verweis gab (Teschuba me — Ahaba I. Des 83). Vor der spontanen und übcrtrei» benden Askese warnen auch die Worte in den Abschnitten de- R. Nathan מי נרם לנגיעה זו?סייג שסב אדם הראשון .... מכאן אמדו אב סג אדם לדבריו אין יכול לעמוד בדבריו . . . . ר׳ יוסי או. מ*ב עשרה משהים ועומד ממאה אמה ונושל (Nbschn. גו Aus der babylonischen Gcniara ist der. Spruch hcrbeizuz,cheu: הנודר כאלו בונה במה (Nedd. 22, u. u. R. Niffim das.) In den Anmerkungen (82—101) sind viele sprachliche und sach. liche Erklärungen niedergelegt, und mancher Irrthum der Ibn Tib« bon'schen Ukbcrsctzunz berichligct. Munk'S Moreh hat dem Herrn Ber» sasser öfters treffliche Dienste geleistet. Die ״Zusätze, Berichtigungen de« Pocock'schen TcrleS nebst den von Prof. Fleischer hinzugcsügten sprach, lichcn Bemerkungen enthaltend (102—167)" werden denjenigen, die da« arabische Lrigliial studiren, sehr willkcmme» sein. Die Ausstattung de« WerkchenS läßt nichts zu wünsche» übrig. Alle Freunde Maimonidischer Studien wünschen aber ebne Zweifel mit uns, bald auch die Maimo, nidischcn Glaubensartikel in gleicher Dearbcituiiz vor sich zu haben. Wir erlauben u:1S, Herrn Tr. Wo!s zu dieser Arbeit anszumuttlern. Kurze literarische Nachrichten. 12. Jsak Noa Mannheimer, Prediger. Eine biographische Skizze. Mit Benützung von Archivalien der k. t. Staat«, und Justiz, Ministerien, des k. k. obersten Gerichtshofes, der k. k. niedcröstcrreichi« schen Statthalterei und des Wiener Magistrates. (Zur Feier des 70. Geburtstages, am 17. Okt. 1863). Don G. Wolf. Wien 1863. Der» log von I. Knöpselmacher und Söhne. 8. 192. Mannheimer, Lcr bcrühmtr Prediger der Wiener Gemeinte, drssen 70. Geburtstag scrben gefeiert wurde, erblickte das Licht der Welt in Kopenhagen am 17. Okt. 1793. Sein au- Ungarn stammender Vater war Dorbeter daselbst. M. besuchte von 1808 bi« 1814 da- Gymnasium zu Kopenhagen und beschäftigte sich zu gleicher Zeit mit Talmud und jüdischrr Wissenschaft. Im Jahre 1816 wurde er als Katechet iu Ko, penhageu angestcllt, und predigte in den ErbauungSstuuden, welche am Mittwoch abgrhalten wurde». Eine kleine Sammlung vou Predigten in dänischer Sprache gab er 1819 heraus. Zwei Jahre später machtra seine Predigten iu Berlin ungewöhnliche- Aufsehen. Auch io Wir», wo er im Juli 1621 dreimal predigte, war die« der Fall. Im Jahr« 1825 trat er al« ״Direktor der Wiener 1. 1. genehmigten öffentlichen israelitischen NeligionSschule" sein Amt au. Im April 1826 weihte er den veuerbaulen Tempel eia; um dieselbe Zeit wurden di« Geburt««, Trauung«, und Cterbrbüchrr von ihm riugesührt, deren Führung ih» rrst 1831 von Seite der Landesregierung aufgetragen wurde. Am IS.